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Die Orgel der Lutherkirche Wellingsbüttel

Die Orgel der Lutherkirche
Disposition
Neuerungen (2001-2002)
Die Kirche


Die Orgel der Lutherkirche

Die Wellingsbütteler Schuke-Orgel orientiert sich in der (jedoch modifizierten) Disposition an norddeutschen Vorbildern, wie sie heutzutage glücklicherweise wieder in ihrer Originalgestalt zu sehen und zu hören sind. Arp Schnitger ist der auch dem breiteren Publikum geläufige Vertreter für diesen klanglich ausgereiften norddeutschen Stil, der neben der Eigenständigkeit der Manualwerke dem Pedal eine reichere Besetzung an Registern zuweist. Den klangschönen und nach der Instandsetzung von 2001 bis 2002 meisterlich intonierten (an barocken und teilweise romantischen Vorbildern angelehnten) Registern gesellen sich jedoch mindestens zwei Farben hinzu, die in einer historischen Orgel so nicht immer zu finden sind: die Aliquot-Register „Rauschwerk“ im 1. Manual und „Baßaliquot“ im Pedal (mehrere Pfeifen erklingen hier auf einen Tastendruck hin). Diese tragen dem Verlangen zusätzlicher Klangexperimente Rechnung, ohne jedoch in der Qualität den traditionellen und bewährten Registern musikalisch nachzustehen.

In Wellingsbüttel konnte aufgrund entspannter finanzieller Situation schon 1962 eine klangschöne und vor allem durable Orgel gebaut werden, die im Vergleich zu vielen (häufig aus Kostengründen) unzulänglichen Instrumenten dieser Zeit erhaltenswert ist. Nicht zuletzt deswegen, weil in ihren ersten Jahren Prof. Gerd Zacher auf ihr spielte (bis 1970) und ein sehr breit gefächertes Repertoire von mittelalterlichen bis avantgardistischen Werken in weltweit Aufmerksamkeit erregenden Konzerten darstellte.

In den Folgejahren wurde die Orgel immer weiter technisch verbessert, jedoch wurden unbefriedigende Änderungen in der ursprünglichen Disposition vorgenommen, die jetzt glücklicherweise wieder rückgängig gemacht werden konnten.

Mit der (schon 1962 angedachten) Möglichkeit der Schwellfähigkeit eines Werkes (in diesem Falle des gesamten Hauptwerks als doch überzeugender Kompromiß), der fakultativen Ansteuerbarkeit von elektronischen MIDI-Klangerzeugern (Synthesizern o.a.) und dem stufenlos regulierbaren Winddruck wird der überraschende, nicht jedoch maßlose Pluralismus der nun fünfzig Jahre alten Wellingsbütteler Orgel unterstrichen, der sie zu einem in der Orgellandschaft sicher doch erwähnenswerten Instrument macht.

Thomas Richter (geb. Blum)
Kirchenmusiker an der Lutherkirche Wellingsbüttel

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Disposition
erbaut 1962, Erneuerung 2001-2002

Rückpositiv 2 - Manual 1 Hauptwerk - Manual 2 Rückpositiv 1 - Manual 3 Pedal

Quintadena 8´

Quintadena 16´

Gedackt 8´ Subbaß 16´

Violflöte 8´ (1962: 4´)

Prinzipal 8´

Prinzipal 4´ Prinzipal 8´

Blockflöte 4´

Gemshorn 8´

Rohrflöte 4´ Trichtergedackt 8´

Waldflöte 2´

Oktave 4´ Feldpfeife 2´ Oktave 4´

Rauschwerk 4f.

Spillpfeife 4´ Sesquialtera 2f. Rohrpommer 4´

Quinte 1 1/3´

Nasat 2 2/3´ Sifflöte 1´ Nachthorn 2´

Cymbel 3f.

Oktave 2´ Scharf 3-4f. Baßaliquot 3f.

Vox Humana 16´

Mixtur 4-6f. Krummhorn 8´ Hintersatz 4f.

Trichterregal 8´

Trompete 8´ Cymbelstern (neu) Posaune 16´

Tremulant

Tremulant (neu) Tremulant Trompete 8´
Trompete 4´

Koppeln: III-II; I-II; III-I; I-P; II-P; III-P

mechanische Traktur und Koppeln
elektrische Registersteuerung über Magnete

Neuerungen (2001 - 2002):
Hauptwerk (Manual 2) über Jalousieschweller schwellbar
Tremulant im Hauptwerk
4000 elektronische Setzerkombinationen (z.T. abschließbar)
elektronische Motorregulierung zur Abschwächung des Winddrucks (wirkt nun auf die gesamte Orgel)
MIDI-Schnittstelle an Manual 3 und Pedal zur Ansteuerung von externen Klangerzeugern.
Mit freundlicher Genehmigung der Kirchengemeinde (Thomas Richter)



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