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Die Orgel der Stadtkirche Waltershausen

Geschichte
Disposition


Geschichte

Am 12. Mai 1722 wurde für den fast fertiggestellten Kirchenneubau eine Orgel bei dem Orgelmacher Trost in Auftrag gegeben. Dieser legte am 8. Februar 1722 ein Angebot über eine Orgel mit zwei Manualen und 35 Registern vor. Zwei Jahre später begannen die Vorarbeiten an der Orgel, nachdem am 4. April 1724 ein neuer Vertrag geschlossen und im Herbst des Jahres die Orgelempore abgesenkt worden war.

Trost reiste 1730 aus Waltershausen ab, ohne die Orgel vollendet zu haben; zu diesem Zeitpunkt waren sechs Register noch nicht fertiggestellt. Durch die Zahlungsschwierigkeiten der Stadt beim Bau der Orgel ab 1728 sowie durch die geringe Rücksichtnahme auf den Orgelbau scheint es Trost schließlich unmöglich gewesen zu sein, die Orgel zu vollenden. Allerdings hatte er durch seine Experimentierfreudigkeit und seine unwirtschaftliche Arbeitsweise wohl keinen geringen Anteil an der verfahrenen Situation. Der Bürgermeister Marci dichtete über den „liederlichen Orgelmacher Trost“:

„Vor gethan und nach bedacht,
hat manchen,
und auch Uns bey diesem gantzen
Kirch-Bau, in viel Leid und Unglück bracht.
Der Orgelmacher heisst zwahr Trost,
doch giebt Er uns gar schlechten Trost,
Ach weren wir vom Trost erlost.“

1755 wurde die Orgel von verschiedenen Orgelbauern vervollständigt, vermutlich wesentlich von Johann Heinrich Puppert.

In den Jahren 1853 bis 1855 erfolgte ein Umbau und eine Reparatur durch Michael Hesse, welcher durch Abschneiden der Pfeifen eine Höherstimmung bewirkte. Hugo Böhm baute 1896 eine neue Gebläseanlage ein. Die komplette Windanlage wurde 1958/1959 erneuert und die Kanalanlage von Trost aufgegeben. Die Firma Eule nahm in diesem Zuge einen Austausch von Registern zugunsten neobarocker Stimmen vor.

Nach Vertragsabschluss im Jahr 1993 mit der Firma Orgelbau Waltershausen GmbH über eine vollständige Restaurierung wurde diese in den Jahren 1995 bis 1998 ausgeführt und die Orgel in den ursprünglichen Zustand versetzt.

Quelle: Tom Anschütz / Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Orgel_der_Stadtkirche_%28Waltershausen%29

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Disposition

Hauptwerk Brustwerk Oberwerk Pedal
Portun-Untersatz 16' Gedackt 8' Flöte Dupla 8' Groß Principal 16'
Groß Qvintadena 16' Nachthorn 8' Vagarr 8' Sub-Baß 16'
Principal 8' Principal 4' Flöte travers 8' Violon-Baß 16'
Gemshorn 8' Flöte douce 4' Lieblich Principal 4' Octaven-Baß 8'
Viol d' Gambe 8' Nachthorn 4' Spitzflöte 4' Celinder-Qvinta 6'
Portun 8' Gemshorn 4' Gedackt-Qvinta 3' Posaunen-Baß 32'
Qvintadena 8' Spitz-Qvinta 3' Wald-Flöte 2' Posaunen-Baß 16'
Unda maris 8' Nassad-Qvinta 3' Hohl-Flöte 8' Trompetten-Baß 8'
Octave 4' Octave 2' Vox Humana 8' Qvintadenen-Baß 16' TM
Salcional 4' Sesqvialtera 2fach Geigenprincipal 4' * Viol d' Gamben-Baß 8' TM
Röhr-Flöta 4' Mixtura 4fach Portun-Baß 8' TM
Celinder-Qvinta 3' Hautbous 8' Super-Octava 4' TM
Super-Octava 2' Tremulant Röhr-Flöten-Baß 4' TM
Sesqvialtera 2fach Mixtur-Baß 6fach TM
Mixtura 8fach
Fagott 16'
Trompetta 8'

* Steht auf einer eigenen Windlade, die mit einer Hakenkoppel an das Oberwerk gekoppelt wird.

Koppeln: 
OW-HW (Hakenkoppel); BW-HW (Schiebekoppel); HW-P (Windkoppel); BW-P (Hakenkoppel)

Tremulant zu allen Manualen
2 Cymbelsterne
Calcant
Zug für die Sperrventile

Mit freundlicher Unterstützung von Tom Anschütz



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