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Die Orgel der Wendischen Kirche Vetschau

Geschichte der Orgel
Disposition


Die Geschichte der Orgel

Das ältere Gotteshaus für die Bevölkerung sorbischer Sprache bekam in der Mitte des 19. Jahrhunderts eine Innenraumgestaltung in der Mischung von Klassizismus und Neogotik.

Während nebenan die hochromantische sinfonische Schlag & Söhne-Orgel steht, hat die „modernere“ Wendische Kirche die ältere Orgel. Sie wurde 1858 von Friedrich Kaltschmidt erbaut, der sich mit seiner Werkstatt dem norddeutschen Erbe verpflichtet wusste. In der technischen Anlage mit Schleifladen und in den Grundprinzipien der Disposition leuchten noch die barocken Traditionen auf – doch es ist zu spüren, dass diese Zeit vorbei ist. Die Schwelle zur romantischen Klangwelt ist längst überschritten.
Barock sind der vollständige Prinzipalchor im Hauptmanual und die Zuordnung von Rohrflöte und Spitzflöte. Auch die Quintatönstimmen und die Waldflöte im Obermanual gehören dazu. Romantisch sind die zusätzlichen Stimmen in der 8’-Lage, vor allem die Streicher. Ebenso lassen die Schwellerklappen zum Obermanual eine dynamische Differenzierung zu.
Die Neuheiten zeigen den Weg zur Hochromantik auf, sind jedoch noch sehr mild ausgeprägt. Dennoch waren sie dem neobarocken Ideal des 20. Jahrhunderts zuwider. Erst in einer langwierigen Rekonstruktion konnte durch Jürgen Schlag, Berlin, und die Firma Voigt, Bad Liebenwerda, die Orgel wieder in ihren ursprünglichen Zustand versetzt werden.

Albrecht Bönisch


Disposition
erbaut von Friedrich Kaltschmidt, Stettin 1859

Hauptmanual (C-f3) Obermanual (C-f3) Schwellwerk Pedal (C-d1)

Bordun 16’

Lieblich Gedackt 8’

Subbaß 16’

Principal 8’

Quintatön 8’

Baßflöte 8’

Hohlflöte 8’

Salicional 8’

Quintatönbaß 8’

Rohrflöte 8’

Aeoline 8’

Violon 8’

Gambe 8’

Geigen-Principal 4’

Posaune 16’

Octave 4’

Gemshorn 4’

Spitzflöte 4’ Waldflöte 2’

Quinte 3’

Octave 2’

Mixtur 4 und 5fach


Manual Coppel; Pedal Coppel
Vocator mit Glocke
Evakuant (heute Motorschalter)
mechanische Schleifladen


Mit freundlicher Genehmigung von Albrecht Bönisch
Foto: Rudolf Bönisch




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