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Die Pfeifenorgel der evangelischen Kirche in Spören

Die Rühlmann-Orgel in unserer Dorfkirche feierte im Jahr 2004 ihr 100 jähriges Jubiläum. Im Jahre 1904 wurde sie als Opus 262 in den Werkstätten der Fa. Wilhelm Rühlmann geschaffen.

Leider ist die Orgel nicht mehr in allen Registern spielbar. Der Zahn der Zeit (und wohl auch der Zahn des Holzwurms) hat in diesen 100 Jahren kräftig genagt. Kleinere Reparaturen wurden immer mal wieder ausgeführt. Auch im Vorjahr behob die Orgelbau- und Renovierungswerkstatt Rainer Wolter die schlimmsten Schäden. Doch eine Generalreparatur der Orgel steht ebenso dringend an wie auch der Wiedereinbau und die teilweise Ergänzung des wichtigen Mixtur-Registers, was aber nach der jüngsten Kirchenrenovierung eine erneute erhebliche finanzielle Herausforderung bedeutet und ohne großzügige Sponsoren wohl kaum zu schaffen ist.

Trotz der erheblichen Schäden ist es erstaunlich, dass der Orgel noch immer wunderschöne Töne zu entlocken sind. Seit über fünfzig Jahren, also seit mehr als der Hälfte ihres Bestehens, wird sie von der Organistin unseres Ortes, Frau Marlene Duckstein, an (fast) jedem Sonntag im Gottesdienst gespielt.



Die Rühlmanns
Orgelbauerfamilie in Zörbig (Sachsen-Anhalt). 1842 gründete Friedrich Rühlmann eine kleine Werkstatt, die nur 6 kleine Orgeln erbaut hat. Unter seinem Sohn Wilhelm Rühlmann sen. (1842 - 1922), der ein Schüler von Ladegast war und sich in Frankreich fortgebildet hatte, nahm das Geschäft ab 1866 einen großartigen Aufschwung. Die erste pneumatische Orgel wurde bereits 1887 für Bernburg gebaut. Bis 1912 wurden über 350 Orgeln vorwiegend im Raum Dessau-Halle-Magdeburg und in verschiedenen Orten Thüringens gebaut, darunter zahlreiche dreimanualige Werke mit über 35 Registern. Wilhelm wurde dabei von seinem Bruder Richard Theodor unterstützt. Ab 1912 übernahm sein gleichnamiger Sohn Wilhelm Rühlmann jun. (1882 - 1964) die Geschäftsführung und konnte den hohen Standard der Werkstätte aufrecht erhalten, wenn auch die Aufträge nach 1918 rückläufig waren. Nach dem Zweiten Weltkrieg konnte die Firma nicht wieder aufgebaut werden, da Wilhelm Rühlmann jun. erblindet war und sein Sohn Albrecht Rühlmann ohne Ausbildung und schon mit 18 Jahren in russische Gefangenschaft geraten war. Er wurde dann bei Klais (Bonn) zum Orgelbauer ausgebildet und blieb dort bis zu seiner Pensionierung.


Mit freundlicher Genehmigung der Kirchengemeinde



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