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Die Ott-Orgel der Hohnekirche (St. Maria zur Höhe) in Soest

Informationen zur Orgel
Disposition


Informationen zur Orgel

Die Orgel in der Kirche "Maria zur Höhe" zu Soest fügt sich mit ihrem historischen, barocken Prospekt nahtlos in die Reihe der unzähligen Kunstwerke der Hohnekirche grandios ein. Oftmals wird das Instrument vorschnell dem berühmten Orgelbauer Johann Patroclus Möller zu geordnet. Dieser Irrtum ist sicherlich darin begründet, dass der Meister in der Hohnekirche getauft wurde (Taufregister vom 19. September 1698) und im Jahre 1730 der Orgel ein Rückpositiv anbaute.

Ein Blick auf die Jahreszahlen lassen den Fehler aber schnell erkennen. Das Hauptgehäuse der barocken Orgel stammt schon aus dem Jahre 1679 von einem unbekannten Meister. In den vergangenen fast 300 Jahren scheinen aber keine Aufzeichnungen über den Werdegang der Orgel mehr zu existieren. So ist nicht bekannt, was in der Zwischenzeit geschah.

Im Jahre 1969 "rekonstruierte" die Firma Ott das Instrument grundlegend - nach den damaligen Maßstäben, Vorgaben und Vorstellungen. Bei dieser Rekonstruktion erhielt die Orgel auch ihr Rückpositiv zurück. Ein deutliches Merkmal über den Verlust desselben in den vergangenen Jahrhunderten.

Heute prägt die Historie natürlich noch das Gesicht der Orgel, doch dahinter versteckt sich ein Kind der 1970 Jahre. Qualitativ sehr hochwertig gebaut, mechanische Trakturen, Schleifladen. Jedoch eben mit dem Charme der "Neuzeit": Eisengestelle, Plattenwerkstoffe, angesetzter Spielschrank und eine umfangreiche Disposition mit 5 Zungenstimmen.

Unser Ziel war es nun, die gegebene Substanz zu bewahren und technisch herzurichten. Nach der Reinigung lag unser besonderes Augenmerk auf der Intonation, da über die Jahrzehnte die Kernspalten aufgegangen waren und die Orgel laut, rauh und sehr hell klang.

Mit gezielten Schlägen auf die Unterlabien, leichten Stößen auf bzw. unter den Kern und dem ein oder anderen kleinen Stich neben den Ottschen Kernstichen konnten wir ohne Beschädigung der Substanz die Kernspaltenintonation perfektionieren. Die Grundstimmen wuchsen wieder in ihrer Fülle und Wärme und nehmen so jedes andere, nun ausgereifte Register mit in den Kirchenraum.

Zum Genuss der Zuhörer und Organisten!

(Johannes Klein Orgelbau)

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Disposition
Erbaut: 1679/1969 durch Firma Ott
Restauration durch Klein - Orgelbau

Hauptwerk C-f'''' Positiv C-f'''' Pedal C-f'''
Prinzipal 8' Holzgedackt 8' Subbaß 16'
Spillflöte 8' Prinzipal 4' Oktave 8'
Oktave 4' Rohrflöte 4' Pommer 8'
Nasat 2 2/3' Waldflöte 2' Oktave 4'
Oktave 2' Sesquialter 2fach Bauernpfiefe 2'
Mixtur 4-5fach Oktave 1' Stille Posaune 16'
Dulzian 16' Zimbel 3fach Trompete 4'
Trompete 8' Regal 8'
Tremulant Tremulant

Werke: 2 Manuale und Pedal
Koppeln: Manualkoppel; P/HW; P/Pos
Registertraktur: mechanisch
Spielmechanik: mechanisch
System: Schleiflade


Mit freundlicher Genehmigung der Firma Klein-Orgelbau
mit freundlicher Unterstützung von Hans Adler - Welt-Orgel-Archiv



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