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Sonate, Versetti, Marce
Selecione dall’opera per organo

Komponist: Giacomo Puccini
Verlag: Carus


Sieben „Sonaten“, sechs „Versetten“ und vier „Marce“ fasst diese Erstausgabe einiger Orgelwerke Giacomo Puccinis zusammen. Als Teil aus der „Edizione Nationale“ des Gesamtwerkes Puccinis bietet der Band einen Überblick auf die Jugendzeit Puccinis, in der er in der Stadt Lucca als Organist an der Chiesa di San Francesco tätig war.

Die vorliegenden Stücke sind, wie nicht anders zu erwarten war, mehr oder weniger ausgefallene Opernkabinettstückchen von geringem Umfang. Der unbedarfte Hörer des 21. Jahrhunderts dürfte hier eher die Assoziation „Kirmesorgel“ als Kirchenorgel haben. Puccini steht damit in der gleichen Tradition wie Petrali, Padre Davide oder Vincenzo Bellini mit ihren Orgelwerken.
Bedenkt man, dass es seinerzeit noch keine Schallplatten gab, und Opernaufführungen nur wenigen wohlhabenden Bürgen vorbehalten waren, ist diese Art von gottesdienstlicher Orgelmusik sicher ein geschickter Schachzug der Komponisten, ihren Stil bekannt zu machen.
Heute wird man diese Stücke wohl eher in Konzerten aufführen, denn ein Walzer zur Kommunion könnte vielleicht missverstanden werden. Spaß macht das Spiel der Stücke aber gewiss. Die Schwierigkeiten liegen nicht so sehr auf der technischen Seite, vielmehr müssen die stilistischen Eigenheiten der „Opernszenen“ spannend auf die Orgel übertragen werden.

So ist die Ausgabe, die in bewährter Carus-Qualität daherkommt, als Dokumentation des Personal- und Zeitstils zu sehen. Große Musik ist das allerdings sicher nicht.


Sven Dierke - für www.orgel-information.de
August 2018 / Januar 2019


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