Daniel Kunert - Musik-Medienhaus
Das Portal der Königin

- Startseite - Rezensionen - Ökumenisches Orgelbuch 1 & 2


Ökumenisches Orgelbuch 1 & 2

Herausgeber:Markus Karas / Carsten Klomp
Verlag: Bärenreiter

Choralvorspiele und Begleitsätze zu den Liedern des Evangelischen Gesangbuchs und des Gotteslobs

Nach dem Erscheinen des neuen katholischen Gesangbuchs „Gotteslob“ gab es ja mittlerweile eine Vielzahl an Choralvorspielsammlungen, Begleitsätzen in allerlei Besetzungsformen, Kantorenbücher, Orgelbücher, ja sogar eine Sammlung „Choralvorspiele der Domorganisten“. Diese große Anzahl der Bücher sind mal mehr, mal weniger von effizientem Wert. Nun überrascht uns der Bärenreiter-Verlag mit einer völlig neuen Produktion, die es wohl in dieser Form noch nicht gegeben hat, die aber schon länger überfällig war.

Das hier vorgelegte „Ökumenische Orgelbuch“ beinhaltet alle ökumenischen Lieder, die sowohl im evangelischen Gesangbuch, als auch im katholischen Gotteslob vorhanden sind. Vierzehn komponierende Kirchenmusiker haben sich zusammengetan und eine opulente Anzahl an Choralvorspielen und hochinteressanten Begleitsätzen geschaffen, die es von ihrer Qualität in sich haben.

Zunächst einmal erscheinen beide Bände in einer hochwertigen Ganzleinenausgabe, die vielleicht schon den Wert des Inneren verrät.
Ein übergeordnetes Inhaltsverzeichnis gibt das Vorwort, das alphabetische Verzeichnis der Choralvorspiele und Begleitsätze (von großem Wert), das Verzeichnis der Rechteinhaber, das Verzeichnis der Komponisten und ihrer Werke, sowie die Kurzbiografien der Komponisten. Dieses Verzeichnis finden wir in beiden Bänden.

Im Vorwort erklären die beiden Herausgeber ihre Ambitionen zum Erscheinen des großen Werkes, welches im Gottesdienst, aber auch sehr gut in Konzerten Verwendung finden kann. Die einzelnen Komponisten seien hier aufgezählt: Sebastian Bartmann, Markus Eichenlaub, Thomas Gabriel, Christoph Georgii, Gunther Martin Göttsche, Markus Karas, Carsten Klomp, Dominik König, Gereon Krahforst, Gerhard Luchterhand, Johannes Matthias Michel, Hans-André Stamm, Stefan Viegelahn und Hans-Jürgen Wulf. Sie alle haben aus dem reichen Fundus ihres kompositorischen Könnens geschöpft und zeigen ganz deutlich, wes Geistes Kind sie sind: mal gibt es Vorspiele barocken Charakters, mal greift einer in die Truhe des NGL, oder wir haben es mit deutsch-romantisch opulenten Vorspielen zu tun, denen aber auch Werke aus dem französischen Fundus gegenüberstehen. Anklänge an Filmmusiken oder dem Celtic Folk sind genauso vertreten wie improvisatorische Freitonalität oder sehr jazzige Harmonien.
Insgesamt finden wir in beiden Bänden eine sehr ausgewogene Mischung aller Stilepochen, aber allesamt auf einem sehr hohen Niveau.
Da verschiedene Liedsätze auch durchaus in verschiedenen Rhythmen im evang. oder kath. Gesangbuch abgedruckt sind, haben die Herausgeber dem Rechnung getragen. So sind die hierzu entstandenen Sätze auch in beiden Fassungen in unseren Bänden erschienen, „um die singende Gemeinde nicht zu konfudieren“, wie es im Vorwort heißt. Sehr schön!

Bei den Tonarten der Werke haben sich die Komponisten an der Praktibilität orientiert, d.h. bei abweichenden Tonarten wurden die Vorspiele und Sätze mit den wenigsten Vorzeichen gewählt. Zu jedem Lied gibt es immer nur ein Vorspiel , die Choralsätze stamme auch immer von dem jeweiligen Komponisten, der das Vorspiel geschrieben hat;  er greift auch immer die Melodik des vorhandenen Chorals auf. Vorhandene Metronomangaben sollen immer nur eine Hilfestellung für den Organisten sein; ebenso gilt dies für vorhandene Registrierangaben.
Auf Taizé-Lieder wurde ganz verzichtet, da die Gemeinschaft von Taizé nur Lieder mit eigenen Sätzen veröffentlicht wissen möchte.

Im Vorwort heißt es u.a. auch: „entstanden ist eine außerordentlich, vielfältige Sammlung ganz unterschiedlicher Stilistik, die ganz sicher für jede und jeden neue Lieblingsstücke bietet“. Das kann ich nur unterstreichen: vielfältiger kann man ein solches Werk kaum machen. Ermuntert wird der Organist auch dazu, praxisorientiert mit den Stücken umzugehen, d.h. schwierige Passagen gegebenenfalls erst einmal zu vereinfachen oder auch ein Vorspiel zu kürzen, wenn sich dies gut realisieren lässt und nur so eine Aufführung im Gottesdienst möglich wird.

Zugegebenermaßen muss man sagen, dass sich fast alle Vorspiele auf einem technisch hohen Niveau bewegen, aber sich der Aufwand und die Mühe des Einstudierens lohnt. Das Orgelbüchlein von Bach steht auch auf einem sehr hohen Niveau; hier haben wir es mit einen hervorragenden Pendant zu tun. Auf meinem Orgelspieltisch ist dieses Ökumenische Orgelbuch eine wunderbare Bereicherung. Ich kann es mit Nachdruck nur jedem Kollegen wärmstens empfehlen.


Reinhard Kluth - für www.orgel-information.de
Juli 2018


Diese Noten sind im gut sortierten Buch-/Musikhandel erhältlich
- unter anderem im Notenkeller in Celle (tel. Bestellung 05141-3081600 oder per Mail an info@notenkeller.de möglich).



Daniel Kunert - Musik-Medienhaus - Braunschweiger Heerstraße 7 - 29221 Celle - Telefon: 05141/308-1600 - Telefax: 05141/308-2615 - E-Mail: info@orgel-information.de
(c) Daniel Kunert - Musik-Medienhaus - Impressum - Datenschutzerklärung - Information -