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Mendelssohn and the Organ Sonata

Interpret: Anders Eidsten Dahl
Instrument: Orgel der Sofienberg-Kirche Oslo
Label: LAWO
 
An Aufnahmen mit Mendelssohns Orgelwerken herrscht kein Mangel. Wer hier glänzen will, tritt gegen eine starke Konkurrenz an. Das gelingt hier tatsächlich. Dahls Interpretationen können als mustergültig gelten. In der ersten Sonate entsteht noch der Eindruck eines am straffen Zügel gehaltenen züchtigen Ausdrucks, spätestens in der dritten Sonate macht sich die reine Spielfreude breit. (Man wüsste fast gerne, in welcher Reihenfolge aufgenommen wurde.)

Die Orgel ist ein gut klingendes Werk der Bautzener Werkstatt Eule, das sich an der Klangwelt der deutschen Romantik orientiert. Mendelssohns Musik lässt in dieser Hinsicht verschiedene Interpretationsansätze zu. Während die bekannte Einspielung von Ludger Lohmann in Bendorf-Sayn eher die barocken Wurzeln betont, wird hier mit sehr überzeugendem Ergebnis Mendelssohns Wirkung auf die Orgelmusik des 19. Jahrhunderts und die Gattung der Orgelsonate herausgestellt. Vermutlich konnte der Komponist von einem Instrument, auf dem sich seine Registrierungsanweisungen so ideal darstellen lassen zu Lebzeiten nur träumen.

Die zweite CD mit gut 36 Minuten Spielzeit vereinigt einige Einzelsätze Mendelssohns. Dafür gibt es gute Gründe, wenn man sich die Entstehungsgeschichte der Sonaten vor Augen führt. Mendelssohn reüssierte als Konzertorganist in England und schrieb für den englischen Markt eine „School of Organ playing“, die die englischen Organisten mit der deutschen Pedaltechnik vertraut machen sollte. Dabei ordnete und überarbeitete er kleinere Kompositionen und stellte sie in der Tradition der englischen Voluntaries in lockerer Reihenfolge zusammen, was die höchst unkonventionelle formale Gestaltung der so genannten „Sonaten“ erklärt. Durch die Einspielung dieser Frühfassungen entsteht ein höchst instruktiver Vergleich. Manchen Satz wird man, wie das Allegretto d-moll, sofort als Skizze zu einem der Sonatensätze erkennen (hier: 2. Satz der 5. Sonate), bei anderen Stücken wird klar, wie stark Mendelssohn hier revidierte.

Insgesamt eine wärmstens zu empfehlende Neuerscheinung.


Axel Wilberg - für www.orgel-information.de
November 2017 / Mai 2018


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