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CrügerConcertChoräle - Wach auff mein Hertz und singe

Interpreten: Musicalische Compagney, Capella Cantorum, Holger Eichhorn
Label: Querstand


Crügers Concert-Choräle, die er in seinen Geistliche Kirchenmelodien 1649 und Geistliche Lieder und Psalmen 1657 veröffentlichte, erfuhren ihre gesammelte Neuausgabe erst in den Jahren 2014/15 durch Holger Eichhorn. Crügers Kantionalsatzgestaltung samt concertierenden instrumentalen Oberstimmen ist so genial wie prägend für die evangelische Gottesdienstpraxis geworden, fast jeder hat so einen Satz bereits einmal gehört oder gar mitmusiziert aus den verbreiteten Einzelausgaben, drei seiner Sätze finden sich auch im EG.

Johann Crüger (1598 – 1662), Kantor am Gymnasium Zum Grauen Kloster und an St. Nikolai in Berlin, ist der Nachwelt vor allem als Melodienschöpfer der Texte Paul Gerhardts ein Begriff geworden, während seine eigentliche Komponistenleistung als Kantor erst mit der im Entstehen begriffenen Gesamtausgabe deutlich werden wird.
Die Oberstimmen sind ad libitum gesetzt, also verfährt auch Holger Eichhorn variabel mit den Sätzen Crügers bei dieser Einspielung, die thematisch gebündelt Morgen- und Abendlieder und Lieder zu Weihnachten, Ostern, Pfingsten, Psalmen und Gloria bringt. Dazwischen erklingen Orgelwerke von Wilhelm Karges (1613 – 1699), dem Berliner Domorganisten, als solcher Kollege Crügers in der Hofkapelle. Klaus Eichhorn hat sie an der Herbst-Gercke-Orgel in Basedow (1683) eingespielt, leider sind nur bescheidene Werke ohne größeren Anspruch überliefert.

Der Einspielung ist ein Booklet beigegeben, in dessen Einführung Holger Eichhorn etwas verschwurbelt die Ausgangslage der Crüger-Choräle weitläufig erklärt. Daten zur Orgel in Basedow erübrigen sich wohl, da die Orgel schon vielfältig portraitiert ist. Die Einspielung von 2014/15 greift auch auf Aufnahmen aus 1984 zurück, nicht ganz eindeutig listet die Besetzungsliste auf, wer zu welcher Besetzung gehört. Bewundernswert sind die absolut sauber intonierenden jungen Sopranisten des Tölzer Knabenchores, zu denen sich die Herren der Musicalischen Compagney, bzw. Capella Cantorum unter Klaus Eichhorn gesellen, wie gefordert virtuos die Instrumentalisten mit den Violinen oder Cornetten.

Die streng beibehaltene Stilistik der wiedergegebenen Crüger-Choräle macht die CD zwar zu einem enzyklopädischen Ereignis, die variierende Besetzung und die Orgelwerke von Karges vermögen aber nicht die notwendige Abwechslung zu bringen. Wie müssen die Choräle wohl gewirkt haben im Ablauf eines Gottesdienstes im Berliner Dom oder der Nikolaikirche, wo Paul Gerhardt gegen seinen calvinistischen Kurfürsten wetterte? Im Jubeljahr der Reformation wäre es doch sehr schön, einmal die Wiedergabe eines solchen Gottesdienstes akustisch erleben zu können. Noch ist das leider ein vergeblicher Wunsch.

Rainer Goede - für www.orgel-information.de
November 2016 / Mai 2017


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