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Die Orgeln im Altenberger Dom in Odenthal

Vorgänger-Orgeln
Die Klais-Orgel
Die Restaurierung
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Vorgänger-Orgeln

Die charakteristische Akustik des Domes zu Altenberg beflügelte schon immer kirchenmusikalische Aktivitäten; der Bau einer Orgel wurde als wichtigstes Vorhaben mehrfach in Angriff genommen. Dennoch gab es nach „Aeolinen" erst 1913 eine provisorisch adaptierte pneumatische Orgel, welche 1930 von einem dreimanualigen elektropneumatischen Werk abgelöst wurde. Trotz mehrfacher Umbauten wurde zuletzt ein Zustand erreicht, der weitere Investitionen an dem vorhandenen Werk nicht mehr rechtfertigte.


Die Klais-Orgel von 1980

Da die Orgel von 1930 abbruchreif war, wurde ein repräsentativer Orgelneubau (IV/82) für den Altenberger Dom im Dezember 1977 bei der international renommierten Orgelbauwerkstätte Johannes Klais in Bonn** in Auftrag gegeben. Die eigens konstituierte „Stiftung Altenberg" nahm die organisatorisch-finanziellen Belange wahr, während man dem Orgelbauer zugestand, in Abstimmung mit den beiden Domorganisten das Instrument seinen künstlerischen Vorstellungen gemäß zu gestalten.

Hans Gerd Klais (geb. 1930) ist seit 1965 in dritter Generation der Orgelbauerfamilie Klais in Bonn tätig. Eine Vielzahl seiner Instrumente findet sich an bedeutenden Stätten weltweit verstreut, jedes einzelne individuell geformt und den Erfordernissen gemäß konstruiert, hausinternen Maximen entsprechend und gleichzeitig ein vielfältiger Spiegel jüngster Orgelbaugeschichte.

Klais will, obwohl historischen Wurzeln und Traditionen verpflichtet, keinesfalls dem heute mancherorts sehr beliebten „historischen Orgelbau" huldigen; im Gegenteil: er will Historisches zu aktueller Gegenwart mit Eigenprofil gestalten. Daher wird man auf seinen Orgeln keine „authentischen Klangfarben" für irgendeine augenblicklich favorisierte frühere Musikform und deren Klangwelt finden. Vielmehr geht es um die Bereithaltung dem Aufstellungsraum adäquater Klänge, welche edel genug sind, um jeder Musik ein Interpretationsmedium, und anregend genug um zur lebendigsten Form von Musik, der freien Improvisation, Inspiration zu sein.

Da bei der Pfeifenorgel der Erbauer mittels Mensuration und Intonation die Klangcharakteristik und Raumwirkung ein für allemal determiniert, greift er in hohem Maße in die Interpretation a priori ein. Sich dessen bewußt zu sein, kann für den Organist in seiner musikalischen Gestaltung Hemmschuh oder Ansporn bedeuten.

Wie wenig Hans Gerd Klais Schemata oder Stereotypien verpflichtet ist, hat er mit seinem bisherigen Schaffen bewiesen. Er meint hierzu: ... es fällt mir immer schwerer, über das eigene Schaffen ganz konkret Aussagen zu machen. Vieles ist doch eben intuitiv und das um so mehr, je älter man wird. Was mir wichtig ist an meinen Orgeln, wissen Sie durch viele Gespräche: Wärme, Leuchtkraft, Vielseitigkeit, nicht unbedingt Lautstärke - obwohl Altenberg diese hat." (Schreiben an den Verf. v. 8. 1. 1987)

Es ist unmöglich, aus der Auflistung des Registerbestandes die spezifische Klangwirkung zu erahnen, denn die Raumakustik bleibt schließlich bestimmend. Wesentlich dabei ist die relativ ungewohnte
Stellung der Orgel
im Dom. Da, wie erwähnt, diese Kirche ein „Haus ohne Mauern" und das riesige Westfenster legendär ist, schied eine Westaufstellung mit Empore, aber auch ein Schwalbennest im Langhaus von vornherein aus. Die einzigen fensterlosen Wände finden sich wegen einst angebauter Klostergebäude im Südschiff und - mit entsprechender Bauhöhe - im südlichen Querhaus.

Für die Auftragsvergabe an die Werkstätte Orgelbau Johannes Klais in Bonn (Dezember 1977) wurde den Wettbewerbsplänen gemäß ein Modell der neuen Orgel hergestellt, wobei mit einer Aufstellung auf der vorhandenen Steinempore von 1911 an der Außenwand des Südquerhauses gerechnet wurde. Die Integration des Entwurfes von Josef Schäfer (1932-1981, Orgelbau Klais) in die Raumarchitektur ist auf Frontalansicht konzipiert, wobei das Rückpositiv mit seinen Außenfeldern oberkantenbündig mit der Balustrade gedacht war.

Bereits einen Monat nach Auftragserteilung regte Hans Gerd Klais akustische Untersuchungen an, da einerseits das Querhaus eine Länge von 36m hat und der fünfschiffige Chorraum eine nicht zu unterschätzende Fläche aufweist, andererseits die versammelte Gemeinde bzw. die Zuhörer vorrangig im Mittelschiff sitzen. Just in diesem Bereich würde man eine zu versteckt stehende Orgel nur sehr indirekt hören, was vor allem den Volksgesang beträfe.

Das akustische Gutachten des Prof. Dipl.-Ing. Ludwig Zorkóczy vom August 1978 bestätigt diese Bedenken und kommt zu dem Schluß, daß die Gesamtorgel um 4m, d. h. vom dritten ins zweite Joch des Querhauses, vorgerückt werden sollte.

Die sich daraus ergebenden Probleme für den Orgelbauer, den Statiker und die Denkmalpflege und schließlich die Frage der Zusatzkosten für den Auftraggeber bedingten, daß die Beschlussfassung darüber erst im Mai 1979 definitiv erfolgen konnte, also fast eineinhalb Jahre nach Auftragserteilung.

Inzwischen waren die Arbeiten in der Bonner Orgelbauwerkstatt Klais planungsgemäß fortgeschritten, und es wurden nunmehr bereits fertiggestellte Orgelteile in Containern im abgeschrankten Südschiff des Domes gelagert.

Am Bauplatz selbst mußten aufgrund der neuen Situation die Voraussetzungen für die Orgelaufstellung geschaffen werden. Die Orgel mit 17m Bauhöhe und 27,5t Gewicht kam nicht mehr auf der Empore direkt zu stehen, sondern, 4m von der Außenwand des Südquerhauses abgerückt, weiter in den Raum gezogen. Sie steht jetzt lediglich auf zwei schweren I-Stahlträgern, die v orne beim auskragenden Rückpositiv auf zwei Säulen ruhen. Die tonnenschwere Stahlkonstruktion wird ferner ergänzt durch mehrere Etagen von Verstrebungen, welche die Orgel von hinten her lotrecht halten.

Da seitlich keine Wandberührung gegeben ist, steht das Hauptorgelcorpus mit 6,20m Breite, 17m Höhe und bis zu 2,60m Tiefe freiplastisch lediglich auf dem Orgelfuß mit den Ausmaßen 1,88m x 1,72m.

Die Einweihung dieser Orgel war 1980. Seither hat sich im normalen Gebrauch viel Staub abgesetzt und es sind auch Verschleißerscheinungen aufgetreten. Ein ganz natürlicher Vorgang.

Besonders in den Jahren seit 1995 haben sich durch die Restaurierungsarbeiten im Dom verstärkt Staub und Schmutz auf den Orgelpfeifen angesammelt. Einzelne Pfeifen und auch andere Teile sind beschädigt. Nachdem die Restaurierungsarbeiten im Dom abgeschlossen sind, wird die Orgel zur Zeit gereinigt und überholt.


Die Restaurierung 2005

Notwendige Maßnahmen auf Grund der Renovierungsarbeiten im Dom

• Sämtliche Pfeifen werden Register für Register ausgehoben und einzeln innen und außen gründlich gereinigt; ebenso wird das Innere der Orgel und des Spieltisches von Staub und Schmutz befreit, wobei zunächst der lose Schmutz abgesaugt wird; anschließend werden Windladenstöcke, Gehäuse und sonstige Flächen feucht nachbehandelt;

• Sämtliche Bälge, Kanäle und Windleitungen werden überprüft, undichte Verschleißstellen beledert und der Winddruck kontrolliert, der gegebenenfalls neu einreguliert wird;

• Windladen, Relais und Pfeifenstöcke werden überprüft, ob sie winddicht sind und soweit erforderlich überarbeitet und abgedichtet;

• die gesamte Registratur und Spieltraktur wird auf ihre Funktionsfähigkeit hin überprüft und neu einreguliert;

• das Pfeifenwerk wird von unseren Fachleuten sachgerecht überprüft und defekte Stimmvorrichtungen an den Pfeifen in Ordnung gebracht;

• Verbeulungen und Verbiegungen bei Metallpfeifen werden entfernt, evtl. Risse gelötet; evtl. Risse an Holzpfeifen werden ausgespänt oder neu verleimt, Pfeifenstöpsel und -deckel neu ein- bzw. aufgepasst und talkumiert;

• die Zungenpfeifen werden in ihre Einzelteile zerlegt und aufgearbeitet; Zungenköpfe, Kehlen, Zungen und Keile werden auf ihren Sitz hin überprüft und soweit erforderlich überarbeitet bzw. korrigiert; die Gleitfähigkeit der Stimmkrücken durch die Zungenköpfe wird überprüft und gegebenenfalls leichtgängig wieder hergestellt, Oxydationsspuren sind zu beseitigen;

• der Sitz der Pfeifen in den Pfeifenbänkchen und die Halterung der größeren Pfeifen an den Rasterstützen wird überprüft und gegebenenfalls stabilisiert.

Aufgrund der Innenrenovierung des Domes sind über das normale Maß der Verschmutzung hinausgehender Reinigungen, insbesondere die Beseitigung von Baustaubpartikeln auf vielen Ventilen, beweglichen Achsen und Mechanikteilen sowie an Stellen, die sich mit einem Staubsauger nicht ohne weiteres reinigen lassen, notwendig geworden.
Orgelbauer fürchten derartige Baustäube besonders, weil sie in ihrer Zusammensetzung nicht zu erkennen sind und weil sie zu Folgeschäden insbesondere an Lederteilen, aber auch an vielen feinmechanischen und elektrotechnischen Funktionsteilen führen können.
Hätte man diese zusätzliche Verschmutzung aufgrund der Baumaßnahmen vermeiden wollen, so hätte die gesamte Orgel gänzlich abgelegt und ausgelagert sowie anschließend wieder montiert werden müssen, was sehr aufwendig und wesentlich teurer gewesen wäre als die jetzigen Mehrkosten für die Reinigung. Darüber hinaus hätte die Orgel dann für viele Jahre nicht zur Verfügung gestanden.

Überarbeitung der Manual- und Pedalklaviature
Insbesondere durch die zusätzliche Baustaubverschmutzung ist in den vergangenen Jahren die Abnutzung der viel bespielten Klaviaturen stark fortgeschritten; ein Neugarnieren sowohl der Manual- als auch der Pedalklaviaturen an beiden Spieltischen ist unerlässlich.

Die Klaviaturen müssen hierfür aus den Spieltischen ausgebaut werden, wozu sie im mechanischen Spieltisch von den Trakturverbindungen zu lösen sind. Die einzelnen Tasten werden von den Klaviaturrahmen abgenommen und erhalten generell neue Gewebefilzgarnierungen. Die Leitstifte werden überprüft und neu justiert, die Tastenbeläge aufgefrischt und soweit erforderlich stellenweise erneuert.

Nachintonation
Aufgrund der Renovierungsarbeiten am Dom haben sich die akustischen Gegebenheiten im Kirchenraum verändert. Das Klangbild der Orgel muss an die veränderte Akustik angepasst und homogen wieder hergestellt werden.
Die Pfeifen werden im Anschluss an die Reinigung und Überarbeitung der Orgel im Hinblick auf die veränderten Gegebenheiten im Kirchenraum nachintoniert. Hierbei werden insbesondere Tonstärke und Klangcharakter der einzelnen Pfeifen korrigiert und ausgeglichen sowie an die neuen akustischen Verhältnisse angepasst.
Abschließend werden alle Pfeifen neu temperiert und gestimmt.

Einbau neuer Gebläsemaschinen
Die Verschmutzung im Kirchenraum hat dem großen Motorgebläse geschadet, da es mit der Luft auch die feinen Schmutzpartikel konzentriert ansaugt. In Verbindung mit der häufigen Nutzung der Orgel wird das große Gebläse inzwischen sehr warm. Um die Gefahr des Heisslaufens auszuschließen, empfehlen wir den Austausch des Gebläses, wobei das große Gebläse dann durch zwei kleinere Gebläsemaschinen ersetzt wird. In diesem Zusammenhang ist ein Umbau bzw. Neubau des vorhandenen Motorkastens erforderlich.

Neue Setzeranlage
einschließlich Erneuerung der elektronischen Komponenten.
Als die Orgel 1980 erbaut wurde, war der vorhandene Setzer mit 256 Kombinationen eine Sensation. Es gab zu dieser Zeit im Orgelbau keine größeren elektronischen Speichereinheiten. Inzwischen ist die Entwicklung auf dem Gebiet der elektronischen Setzer und der gesamten elektronischen Komponenten in der Orgel ähnlich wie in der allgemeinen Computerbranche in den vergangenen 20 Jahren - drastisch vorangeschritten.
Die Schnelllebigkeit wird deutlich, wenn man beispielsweise die Speicherkapazitäten und Rechnergeschwindigkeiten heutiger herkömmlicher Personalcomputer mit denen von 1980 vergleicht, die heute allerdings nur noch in Museen zu finden sind.Für den 1980 erbauten Setzer - bei dem es sich um ein eigens für die neue Orgel in Altenberg geschaffenes Einzelstück handelte - gibt es heute leider keine Ersatzteile mehr. Reparaturen sind zwar in begrenztem Umfang möglich, solange der Konstrukteur, Herr Dipl.-Ing. Hermann Bartholl noch arbeitsfähig ist; eine Vergrößerung der Speicherkapazitäten ist jedoch nicht realisierbar.Eine Verbesserung der Situation und eine höhere Anzahl an Kombinationen ist nur möglich, wenn der Setzer komplett erneuert wird. Ein neuer Setzer lässt sich jedoch nicht mit dem vorhandenen Koppelsystem und der inzwischen ebenfalls veralteten Transceiver-Technik verbinden; für beide Komponenten gilt, dass die 1980 eingebaute Technik inzwischen als überholt anzusehen ist. Für die von der Firma SEL-Elektronik in Köln hergestellte Transceiver-Übertragungsanlage gibt es inzwischen keine Ersatzteile mehr.
In Verbindung mit einem neuen Setzer müssen ebenso die herkömmlichen Kontakte durch neue, prallfreie Kontakte (optoelektronische Schalter) ersetzt werden, wie sie die heutige Elektrotechnik bietet. Vor 20 Jahren gab es derartige Bauteile noch nicht.
Durch die Ausweitung der Anzahl an Kombinationen ist darüber hinaus eine Neuordnung der Druckknöpfe und Bedienungselemente für den Setzer einschließlich Sequenzschaltungen erforderlich, die an beiden Spieltischen adäquat zu integrieren sind, ohne das äußere Erscheinungsbild der Spieltische zu beeinträchtigen bzw. zu stören.
Mit der heutigen Technik ist die Einrichtung von beispielsweise 9.999 Kombinationen (wegen der vierstelligen Darstellung bei Digitalanzeigen) problemlos zu realisieren.
Zur weiteren Ausweitung der Speicherkapazitäten wird der Setzer (mit 9.999 Kombinationen) mit einem Diskettenlaufwerk versehen, mit dem der gesamte Setzerinhalt auf herkömmlichen 3,5''-Disketten abgespeichert werden kann. Die Kirchenmusiker können mit dieser externen Speichermöglichkeit unzählig oft verschiedene Setzerinhalte auf Disketten abspeichern und jederzeit wieder einlesen.Eine weitere Alternative wäre die Einrichtung einer Schnittstelle, mit der die Speicherkapazitäten des Setzers auf einen Computer (PC oder Laptop) ausgeweitet und gleichzeitig mit Hilfe eines speziellen Computerprogramms archiviert, verwaltet und bearbeitet werden können. Die Anzahl der Kombinationen richtet sich hier nach der Leistungsfähigkeit des Computers und könnte sicherlich mehr als 100.000 Kombinationen betragen.
Das "Windows"-fähige Computerprogramm bietet darüber hinaus die Möglichkeit der individuellen Archivierung und Bearbeitung der Kombinationen direkt am Computer.
Zusammenfassend sind zur Erneuerung des Setzers und der elektronischen Komponenten folgende Maßnahmen erforderlich:

• Einbau einer neuen Setzeranlage mit beispielsweise 9.999 Kombinationen einschließlich Sequenzschaltungen (wie jetziges Schrittschaltwerk "R", das in Altenberg erstmalig realisiert wurde und sich im Orgelbau heute zum Standard entwickelt hat) sowie einschließlich Diskettenlaufwerk zum externen Speichern des Setzerinhalts an beiden Spieltischen. Die Gliederung der Kombinationen sowie die Anordnung der Schalter und Bedienungselemente für den Setzer ist mit den Kirchenmusikern abzustimmen.

• Notwendige Umbauarbeiten an beiden Spieltischen in Verbindung mit dem neuen Setzer, Neuordnung der Druckknöpfe, Sequenzschalter und Digitalanzeigen;

• Erneuerung des gesamten Koppelsystems einschließlich Erneuerung der Transceiver-Übertragungstechnik für den elektrischen Spieltisch

• Dadurch bedingt: Erneuerung der Kontakte durch optoelektronische Schalter an beiden Spieltischen

Erneuerung der Registerschalter
an beiden Spieltischen


Die Achslagerungen der Registerschalter sind weitgehend ausgeschlagen, was darauf zurückzuführen ist, dass die Orgel aussergewöhnlich viel gespielt wird und die Schalter häufig betätigt werden, was zu einem entsprechenden Verschleiss der Schalter geführt hat. Die daraus resultierenden Schaltgeräusche beim Betätigen der Registerschalter sind inzwischen so laut und unangenehm, dass sie die Musikalität insbesondere bei Gottesdiensten und Konzerten stören.
Die vorhandenen Registerwippen aus Grenadill werden übernommen und aufgearbeitet, die dahinter angebrachten Schalter jedoch an beiden Spieltischen gänzlich erneuert.

Erneuerung der Schwellerbetätigungssteuerung
Die Schwellermechanik ist ebenfalls abgenutzt, die Verschmutzung hat den Verschleiss der Achs- und Lagerpunkte beschleunigt, so dass sämtliche Askubal- und Kugellager der Schwellermechanik auszutauschen sind.
Die elektrisch gesteuerten Schwellerbewegungsapparate einschließlich der Kontaktgebung in beiden Spieltischen sind wie die übrigen elektrotechnischen Komonenten inzwischen veraltet und müssten erneuert werden. Eine Aufarbeitung ist nicht mehr zu vernünftigen Konditionen möglich und wäre teurer als ein Austausch der Apparate.

Künstlicher Druckpunkt an den Tasten des elektrischen Spieltisches
Der elektrische Spieltisch wird bei den vielen musikalischen Darbietungen im Dom sehr häufig eingesetzt; die Kirchenmusiker vermissen hier jedoch den Druckpunkt an den Tasten der Manualklaviaturen, wie er bei dem mechanischen Spieltisch naturgemäß vorhanden ist.
Es ist heute technisch möglich und absolut empfehlenswert, die Manualklaviaturtasten des elektrischen Spieltisches mit einem künstlichen Druckpunkt nachzurüsten, um dadurch eine wesentliche Verbesserung der Spielart und des Spielgefühls am elektrischen Spieltisch zu erreichen. Die einzelnen Tasten der Manualklaviaturen müssen hierfür jedoch verändert und umgebaut werden, gegebenenfalls sind gänzlich neue Manualklaviaturen für den elektrischen Spieltisch erforderlich, falls aus Platzgründen der Einbau der Tastenmechanik bei der jetzigen Situation nicht möglich ist.

Aufarbeitung des Spieltischgehäuses des fahrbaren, elektrischen Spieltisches
Der elektrische Spieltisch ist fahrbar eingerichtet und kann über mehrere Steckanschlüsse an verschiedenen Stellen im Dom mit der Orgel verbunden werden.
Aufgrund der vielen verschiedenen Anforderungen, die sich durch die musikalischen Darbietungen im Dom ergeben, aber auch aufgrund der langjährigen Renovierungsarbeiten im Dom musste der elektrische Spieltisch häufig verschoben und umgestellt werden. Das Spieltischgehäuse hat darunter sehr gelitten und ist unansehnlich geworden; es weist zahlreiche Kerben und Schrammen auf, die im Zuge der Orgelüberarbeitung beseitigt werden müssen. Kerben und Schrammen sind zu beseitigen, gegebenenfalls sind partiell Holzteile zu ersetzen. Die Oberfläche des Spieltischgehäuses muss generell abgeschliffen und neu gebeizt und lackiert werden.

Verbreitern der Ventilschlitze
bei der kleinen Octave im Schwellwerk
Im Zusammenhang mit der Nachintonation (siehe Position A.3.) ist es erforderlich, die Ventilschlitze der Töne c°-h° im Schwellwerk (III. Manual) zu vergrößern, weil ansonsten der Wind für diese Töne nicht ausreicht.

Austausch von Registern
auf Grund der veränderten Raumakustik
Auf Grund der veränderten Raumakustik ist neben der Nachintonation (siehe Position A.3.) insbesondere im Hauptwerk die Überarbeitung einiger Pfeifen erforderlich.
Hiervon betroffen sind die Pfeifen folgender Register im Hauptwerk:
Gemshorn 8'
Octave 4' (ab B, 1fach statt bisher 2fach)
Superoctave 2'
Mixtura major 4fach (statt 5fach)
Mixtura minor 3fach (statt 4fach)
Fagott 16'
Trompete 8'
Trompete 4'

Zusätzliche Pedalregister
aufgrund der veränderten Raumakustik
Auf Grund der veränderten Raumakustik sind im Pedal einige Stimmen zu schwach und müssen mit weiterer Mensur neu angefertigt werden, um das klangliche Fundament der Orgel wieder genügend tragfähig ausgestalten zu können.
Dass die von Anfang an vorgesehene offene 32'-Flöte aus gestalterischen Gründen nicht realisiert werden konnte, fällt bei der jetzt veränderten Akustik im Dom noch wesentlich stärker auf als vorher. Um so wichtiger ist es nun, die 32'- und 16'-Basis zu stärken.
Im Pedal ist hierfür eine neue Zusatz-Windlade erforderlich, die hinter der Orgel aufgestellt wird, mit folgenden neuen Registern:
Contraposaune 32' aus Zinn (75%) in voller Becherlänge und mit weiter Mensur
Untersatz 16' mit weiter Mensur
Theorbe 2f (10 2/3' + 6 2/5')
Die Windversorgung der Zusatz-Windlade erfolgt über einen zusätzlichen Kanal direkt vom großen Magazinbalg aus. Die Ansteuerung der Zusatz-Windlade erfolgt rein elektrisch, auch vom mechanischen Spieltisch aus. Am mechanischen Spieltisch sind hierfür zusätzliche Kontakte vorzusehen. So ist gewährleistet, dass die innere Ästhetik der Orgelanlage von 1980 nicht beeinträchtigt wird.
An beiden Spieltischen müssen die Registerschalter für die zusätzlichen Register sinnvoll und adäquat integriert werden, was im Zusammenhang mit der Erneuerung der Registerschalter unproblematisch ist. Darüber hinaus sind die zusätzlichen Register in dem neuen Setzer und dem neuen Koppelsystem zu integrieren.
Bauseits ist anstelle der Steigleiter eine Treppe, eventuell Wendeltreppe hinter der Orgel einzubauen, wobei das Stahlgerüst im Bereich hinter der Orgel soweit erforderlich zu ändern und gleichzeitig für die Aufnahme der zusätzlichen Pedalwindlade zu ergänzen ist. Die Zeichnungen hierfür werden vom Orgelbauer zur Verfügung gestellt. Bei der Ausführung handelt es sich um eine bauseitige Leistung.

Zusätzliche Trompete 8'
im Pedal aufgrund der veränderten Raumakustik
Die vorhandene helle Holztrompete 8' mit Ebenholzkehlen im Pedal ist aufgrund der veränderten Raumakustik und der dadurch bedingten Änderung der Zungenstimmen im Hauptwerk nicht mehr genügend kräftig und tragfähig. Wir halten es dennoch für sinnvoll, dieses schöne Register beizubehalten.
Bei Einbau einer neuen Contraposaune 32' kann anstelle der vorhandenen 32'-Zunge eine zusätzliche dunkel und sonore Trompete 8' aus Zinn als klangliche Ergänzung zu der vorhandenen Holztrompete 8' eingebaut werden, um der Zungen-8'-Lage im Pedal mehr Gewicht zu verleihen.


Die Erweiterung

Wünschenswerte Maßnahmen auf Grund der inzwischen gemachten Erfahrungen.

Einbau eines zusätzlichen Hochdruck-Registers
Tuba mirabilis
Zur Erweiterung und Verstärkung des Zungenchores der Orgel und als Bereicherung des gesamten Klangspektrums wird der Einbau einer besonders kräftigen, dunklen, sonoren Hochdruckstimme Tuba mirabilis 16' + 8' als Kontrast zu der vorhandenen, schmetternden Trompeteria empfohlen.
Tuba mirabilis 16' und Tuba mirabilis 8' werden mit nach vorne gekröpften und aufgeweiteten Bechern ("gehooded") aus 75% Zinn in voller Becherlänge gefertigt. Es handelt sich um eine Pfeifenreihe mit 70 Tönen, beginnend mit 16' C.
Die Tuba mirabilis 8' wird als mit 12 zusätzlichen Pfeifen gebaut.
Diese Hochdruckstimmen werden auf einer eigenen zusätzlichen Hochdruck-Windlade plaziert, die ebenfalls hinter der Orgel im Bereich der neuen Pedalzusatzlade Aufstellung findet.
Zur Windversorgung ist ein eigenes Hochdruck-Gebläse erforderlich, das zusammen mit den beiden neuen Gebläsemaschinen in dem neu zu fertigenden Motorkasten aufgestellt wird. Die Ansteuerung der Hochdruck-Windlade erfolgt ebenfalls rein elektrisch und sollte wie die Trompeteria an Hauptwerk (II. Manual), Brustwerk (III. Manual) und Pedal sowie zusätzlich an das Schwellwerk (III. Manual) ankoppelbar sein.

Crescendo-Walze am elektrischen Spieltisch
programmierbar einrichten
Die Crescendo-Walze am elektrischen Spieltisch ist zur Zeit fest eingerichtet, d. h. die Register schalten in einer festgelegten Folge, ohne dass die Kirchenmusiker in diese Reihenfolge eingreifen können. Ein Umprogrammieren ist bei dem vorhandenen Setzersystem aufwendig und nur durch den Orgelbauer möglich.
Im Zusammenhang mit einem neuen Setzer ist es möglich, die Crescendo-Walze dreifach programmierbar einzurichten, so dass die Organisten die Reihenfolge der Registerzuschaltung beim Betätigen der Walze selbst wählen und programmieren können.

Einbau von Röhrenglocken
Die Orgel verfügt über ein Glockenspiel mit hell klingenden Schalenglocken aus Bronze. Zur klanglichen Bereicherung der Orgel wird der zusätzliche Einbau von Röhrenglocken gewünscht, deren tieferer Klang dem Geläut von kleinen Kirchenglocken ähnlich ist.Die Röhrenglocken verfügen über einen Tonumfang von g° bis g² = 25 Töne. Es ist möglich, die Töne über die gesamte Klaviatur von C bis a³ repetieren zu lassen. Die Ansteuerung erfolgt elektrisch; zu klären bleibt, von welchem Manual die Röhrenglocken angespielt werden sollen.

Zusätzliche Parallelpedalklaviatur
für den mechanischen Spieltisch
Viele Gastorganisten – insbesondere Teilnehmer der internationalen Orgelkonzerte und der vom Staat unterstützen Improvisationskurse – sind die am mechanischen Spieltisch vorhandene radiale Pedalklaviatur nicht gewohnt, so dass austauschbar eine zusätzliche parallele Pedalklaviatur gewünscht wird.
Zum Anbringen eines solchen Parallelpedals muss die Teilung der vorhandenen Trakturabgänge des Pedals verändert werden. Die einzelnen Tasten der vorhandenen radialen Pedalklaviatur sowie des neuen Parallelpedals werden mit vorgesetzten Adapterstücken versehen, die gleichermaßen an die veränderten Trakturabgänge des Pedals angreifen können.


Spenden

Liebe Freunde unserer Dommusik,
als Freunde und Förderer unserer Dommusik wollen wir Sie informieren, dass im Herbst 2005 die umfassenden Renovierungsarbeiten am Dom zum Ende gekommen sind. Durch die Arbeiten im Dom wurde unsere berühmte und von Ihnen geschätzte Klais-Orgel stark in Mitleidenschaft gezogen, so dass in der zweiten Hälfte des Jahres 2005 eine umfassende Generalreinigung anstand, bei der auch Erweiterungsmaßnahmen durchgeführt wurden. Auch diese Arbeiten sind inzwischen abgeschlossen, und die Orgel erklingt wieder in neuer strahlender Schönheit. Die geplanten zusätzlichen Erweiterungen sind erfolgt, die Restaurierungsarbeiten sind damit abgeschlossen.
Ein herzliches Dankeschön an alle, die mit ihren Spenden dazu beigetragen haben.


Gottesdienste

• An Sonn- und Feiertagen im Altenberger Dom Abendmahlsgottesdienst (am 2. Sonntag im Monat Taufgottesdienst, am 1. Sonntag im Monat Abendmahl mit Saft).
Gottesdienstbeginn immer 9.00 Uhr.

• An jedem 2. Sonntag im Monat Abendmahlsgottesdienst in der Michaelskirche Neschen;
Beginn 10.30 Uhr

• Ein Familiengottesdienst „… mit Herzen, Mund und Händen", der unter einem bestimmten Thema steht, wird in der Regel dreimal im Jahr gefeiert, das kann an den zweiten Feiertagen zu Ostern oder Pfingsten sein, es ist am letzten Sonntag vor den großen Ferien und am 3. Advent

Kinderkirche für Kinder ab 6 Jahren jeden 3. Samstag im Monat von 14 bis 17 Uhr im Martin-Luther-Haus (außer in den großen Ferien)

• Von Mai-Oktober: (Nach-)Mittags-Andacht mit Orgelmusik immer Dienstag, Mittwoch, Donnerstag um 14.30 Uhr (15 – 20 min)

• Ökumenisches Abendgebet mit Liedern aus Taizé jeden 3. Freitag im Monat um 19 Uhr in der Markuskapelle


Regelmäßige Termine

Frauentreff am Vormittag jeden zweiten Donnerstag im Monat
Spätlese - ein Gemeindenachmittag für Ältere jeden vierten Mittwoch im Monat
Ökumenische Gesprächsreihe "Frauenbilder" jeden dritten Montag im Monat
Bibelgesprächskreis jeden dritten Donnerstag im Monat
Kinderkirche für Kinder ab 6 Jahren
Krabbelgottesdienst für Kinder von 2 bis 6 Jahren
Ökumenisches Abendgebet mit Liedern aus Taizé jeden 3. Freitag im Monat in der Markuskapelle


Domkantorei

Die Domkantorei Altenberg ist der Chor der Evangelischen Kirchengemeinde Altenberg. Sie wurde von 1972 bis 1997 von Kirchenmusikdirektor Prof. Volker Hempfling geleitet und steht seit 1998 unter der Leitung von Andreas Meisner. Der Chor wirkt einerseits in den Gottesdiensten im Altenberger Dom und der Andreaskirche Schildgen mit, den beiden Kirchen der Gemeinde. Andererseits widmet er sich intensiv der Aufführung großer kirchenmusikalischer Werke von der Renaissance bis zur Moderne. Konzertreisen führten die Domkantorei Altenberg bereits in zahlreiche europäische Länder.

Zur Zeit besteht die Domkantorei aus etwa 75 Sängerinnen und Sängern. Wenn Sie mitsingen wollen, dann melden Sie sich bei Andreas Meisner ((Mobil: 0171 – 702 7038)). Oder kommen Sie einfach mittwochs um 19.30 Uhr zu den Chorproben ins Martin-Luther-Haus.

Bitte besuchen Sie für weitere Informationen und das Musikprogramm die Internet-Seite der Domkantorei Altenberg: http://www.domkantorei-altenberg.de


Geschichte von Altenberg - Ein Gang durch die Jahrhunderte

Wo liegt denn eigentlich Altenberg?
Der kleine Ort Altenberg (heute ein Teil der Gemeinde Odenthal) liegt nicht weit von der östlichen Stadtgrenze Kölns entfernt am Rande des Bergischen Landes, und auch zu den Städten Leverkusen, Bergisch-Gladbach, Solingen und Remscheid sind es kaum mehr als 20 km. Dank seiner naturgeschützten und verkehrsgünstigen Lage dient Altenberg unzähligen Menschen als attraktives Naherholungsgebiet. Kinder begeistert der Märchenwald, für Spaziergänger finden sich zu beiden Seiten des Flüsschens Dhünn zahlreiche gut markierte Wanderwege. Und auch die Feinschmecker kommen nicht zu kurz.

Der unumstrittene Mittelpunkt Altenbergs ist der sogenannte „Bergische Dom“ – meistens Altenberger Dom genannt. Er dient den beiden großen Konfessionen seit über 100 Jahren als Gottesdienststätte. Abgesehen von seinem kunsthistorischen Wert hat er sich seit Jahrzehnten als Stätte der Kirchenmusik einen Namen gemacht und ist seit langem ein spirituelles Zentrum mit großer Ausstrahlungskraft für die gesamte Region und darüber hinaus.

Wenn sich auch die Bezeichnung Altenberger "Dom" durchgesetzt hat – ein Bischofssitz war die Kirche nie. Geprägt hat diesen Namen Vincenz von Zuccalmaglio, genannt Montanus, der maßgebliche Chronist und Heimatdichter des Bergischen Landes im 19. Jahrhundert.

Die Anfänge des Klosters
Kaum noch als Zeitzeugen der Geschichte zu erkennen sind die wenigen, heute noch vorhandenen Steine am Waldzug südöstlich des Altenberger Doms. Hier stand auf einer steilen Anhöhe über der Dhünn (Bülsberg) der erste Stammsitz eines kleinen, ländlichen Adelsgeschlechtes, das 1059 urkundlich als "Grafen von Berg" erfasst wurde und zu Ruhm und Ansehen kam (übrigens: das Bergische Land hat seinen Namen nach diesem Grafengeschlecht, und nicht etwa, weil es bergig ist). Erst als die Grafen von Berg – der regierende Graf Adolf und sein Bruder Everhard – ihre neue, weitaus stattlichere Burg an der Wupper errichtet und bezogen hatten, überließen sie ihren verlassenen Wohnsitz "alten berge" den Mönchen des kurz zuvor gegründeten Zisterzienserordens.

Ihren Ausgangspunkt hatte die Bewegung der Zisterzienser im Kloster Citeaux in Burgund (Frankreich). Unzufrieden mit der aus seiner Sicht mit der Zeit zu lasch gewordenen Lebensweise der Benediktiner gründete der siebzigjährige Robert von Molesme mit rund zwanzig weiteren Mönchen 1098 mitten in der Einöde bei einer Zisterne (lateinisch: cistercium, daher die Bezeichnung Zisterzienser) eine asketisch lebende Gemeinschaft, die zur strengen benediktinischen Regel "ora et labora" zurückkehrte. Stephan Harding, der dritte Abt von Citeaux, gab dem Orden mit seiner Charta Caritatis 1109 die "Verfassung".

Mit Bernhard von Clairvaux, vormals Novize in Citeaux, verbindet sich im 12. Jahrhundert der Aufstieg der Zisterzienser. Vom 1153 gestorbenen und 1174 heilig gesprochen Bernhard, der „durch seinen Gotteseifer, seine Entschlossenheit und hinreißende Beredsamkeit“ die Menschen in Bann schlug, stammen auch die strengen (Bau-)Vorschriften: Die Klöster sollten von asketischer Einfachheit sein, die angegliederten Kirchen Klarheit atmen. So waren beispielsweise keine Türme, sondern nur Dachreiter gestattet, farbige Fenster, figürliche Darstellungen und sonstiger Schmuck verboten. Gestattet waren allein ein Kreuz und ein Abbild der Muttergottes.

Die ersten Mönche mit ihrem Abt Berno trafen 1133 in Altenberg ein. Sie kamen aus Morimond, nahe der lothringisch-deutschen Grenze. In dieses Tochterkloster von Citeaux war Graf Everhard v. Berg einige Jahre vorher eingetreten.

Aber recht bald zogen die Klosterbrüder vom Gelände der Stammburg hinunter ins Tal. Eine Siedlung direkt am Ufer der Dhünn war zweckmäßiger. In der Folgezeit entstanden nun die Klosterbauten und die Klosterkirche, eine dreischiffige romanische Basilika, die vermutlich im Jahre 1145 geweiht wurde.

Bereits 1259 erfolgte die Grundsteinlegung zu dem neuen, heute noch bestehenden gotischen Gotteshaus. Die Bauarbeiten schritten zunächst rasch voran, ab 1275 gerieten sie jedoch ins Stocken – vermutlich aus Geldmangel. Gut hundert Jahre später, am 3. Juli 1379, wurde die noch nicht fertig gestellte Abteikirche von Bischof Wikbold von Kulm – der durch große Schenkungen viel zu ihrem Aufbau beigetragen hatte – geweiht. Um 1390 wurde das Maßwerk des großen Westfensters vollendet.

Der Niedergang
Die Abtei Altenberg erlebte in den folgenden Jahrhunderten gute und weniger gute Zeiten. Der Verfall von klösterlicher Ordnung und Geisteshaltung, die Folgen von Kriegseinwirkungen und nicht zuletzt die Verschwendungssucht mancher Äbte bedingten den wirtschaftlichen Niedergang des Klosters.

Mit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803, als Folge der ganz Europa erschütternden französischen Revolution, wurde ein großer Teil des Kirchenbesitzes in die Zuständigkeit der jeweiligen weltlichen Herren übertragen. Auch Altenberg war davon betroffen. Im November 1803 verließen die letzten Mönche und ihr Abt Josef Greef die Abtei.

1806 erwarb der Kölner Kaufmann und Weinhändler Pleunissen die gesamte Anlage, musste aber zusichern, dass die Kirche auch weiterhin für Gottesdienste zur Verfügung stände. So wurde dann im Kloster eine Fassherstellung eingerichtet, und die Kirche diente zeitweise als Lagerraum. Später verpachteten Pleunissens Erben die Gebäude an zwei Chemiker, die im ehemaligen Dormitorium eine Berliner-Blau-Fabrik einrichteten.In der Nacht vom 6. zum 7. November 1815 brach ein Feuer aus, das die gesamte Klosteranlage und das Dach der Kirche vemichtete. 1819 wurde zwar ein Notdach errichtet, aber so wenig sachgemäß, dass Wasser in Gewölbe und Mauem einsickern konnte. 1833 deckte ein Sturm das Dach ab, Wind und Wetterhatten nunmehr ungehinderten Zugang, Mauern stürzten ein oder wurden abgerissen, die Kirche verfiel immer mehr.

Der Neubeginn
Nach den Wirren der napoleonischen Zeit wurde 1815 auf dem Wiener Kongress Europa neu geordnet. Die Rheinlande fielen an Preußen. So saß nun der "zuständige Herr über Altenberg" in Berlin. Der Besitzer der Kirchenruine war inzwischen Franz-Egon v. Fürstenberg-Stammheim geworden. Er hatte es sich in den Kopf gesetzt, die Kirche zu retten und übertrug 1834 die Ruine dem preußischen Staat. König Friedrich Wilhelm III. von Preußen bewilligte Gelder aus der Staatskasse für den Erhalt des Altenberger Domes, allerdings unter der Bedingung, dass der wiedererstellte Dom in Zukunft von beiden Konfessionen – Protestanten und Katholiken – gemeinsam genutzt würde.

Auch der Kronprinz, der spätere König Friedrich Wilhelm IV., zeigte großes Interesse am Wiederaufbau der ehemaligen Abteikirche – lag hier doch auch eine seiner entfernten Vorfahren (Sibylla von Brandenburg) bestattet. Zudem fühlte man sich der Romantik verbunden und dem Erhalt von historischen Denkmälern verpflichtet.

Der Wiederaufbau begann 1836, die wiedererstandene Kirche wurde 1847 im Beisein von Friedrich Willhelm IV. geweiht. Doch über die simultane Nutzung waren sich die katholische und die evangelische Seite lange Jahre uneins. Die Verzögerungen verärgerten den König, er bestand auf einem völligen Simultangebrauch durch beide Konfessionen. So wurde beschlossen und im Juli 1857 verkündet, dass die Evangelischen den Dom vormittags von 8 bis 10 Uhr und nachmittags von 13 bis 15 Uhr nutzen könnten. Die übrige Zeit blieb den Katholiken vorbehalten. Wenig später, im August 1857, fand der erste evangelische Gottesdienst statt, die erste katholische Messe etwas früher.

Maßgeblich zum Erhalt des Altenberger Domes gegen Ende des 19. Jahrhunderts trug Maria Zanders bei, die Gattin des Papierfabrikanten Richard Zanders in Bergisch Gladbach.

Heute gehört der Altenberger Dom dem Land Nordrhein-Westfalen als Rechtsnachfolger des preußischen Staates, wird weiterhin simultan und einvernehmlich genutzt und ist ein gutes Beispiel für ökumenische Möglichkeiten der beiden großen Konfessionen.


Geschichte der Ev. Kirchengemeinde

Die Evangelische Kirchengemeinde Altenberg ist in zwei Pfarrbezirke aufgeteilt: Pfarrbezirk I (Altenberger Dom) in Odenthal-Altenberg und Pfarrbezirk II (Andreaskirche) in Schildgen/Stadt Bergisch Gladbach.

Der preußische König verfügte nach der Wiederherstellung des Altenberger Domes dessen "simultane Nutzung“ durch die beiden großen christlichen Konfessionen. Es folgten lange Verhandlungen, und nach zehnjährigem Sträuben der zuständigen Kölner Kirchenbehörden erhielten die Protestanten schließlich die Erlaubnis zur Nutzung des Domes. Die damals knapp 100 hier lebenden Evangelischen waren's zufrieden.

Am 3. Juli 1857 wurden den Vertretern beider Konfessionen die Schlüssel zum Dom überreicht. Die kleine evangelische Gemeinde konnte endlich am 13. August 1857 ihren ersten Gottesdienst im Dom feiern, und mit ihr so um 3000 evangelische Christen aus der näheren und weiteren Umgebung.

1869 wurde die evangelische Kirchengemeinde Schlebusch-Altenberg gegründet, mit je einem eigenen Presbyterium, aber mit einem gemeinsamen Pfarrer. Während der nächsten 75 Jahre oblag die Seelsorge für die Gemeindeglieder in Altenberg den Schlebuscher Pfarrern. Schlebusch ist heute ein Stadtteil von Leverkusen.

Nach dem zweiten Weltkrieg stieg die Zahl der Evangelischen jedoch rasch an. Vertriebene aus den deutschen Ostgebieten fanden hier Unterkunft und eine zweite Heimat. 1947 erhielt Altenberg daher einen Vertriebenenpfarrer, Max Kühnert. Die Zahl der Gemeindeglieder betrug ca. 1100.

Drei Jahre später (1950) wurde Altenberg „selbständig“, eine eigene Pfarrstelle wurde ausgeschrieben. Bis zu diesem Zeitpunkt gehörte die Kirchengemeinde zum Kirchenkreis Solingen, jetzt wurde sie in den Kirchenkreis Köln eingegliedert. Der wiederum wurde 1963 geteilt, seither gehört Altenberg zum Kirchenkreis Köln-Rechtsrheinisch.

Bis jedoch der erste Altenberger Pfarrer seine Arbeit aufnehmen konnte, verging noch etwas Zeit, mit Hilfspfarrern und Pfarrverwesern wurde sie überbrückt. Erst im Juni 1953 konnte Gerhard Hage als erster Pfarrer Altenbergs in sein Amt eingeführt werden.

Jetzt begann der Gemeindeaufbau. Es gab zwar das neugebaute Pfarrhaus, aber sonst kein eigenes Gebäude. Die Arbeit wurde erschwert durch die große räumliche Ausdehnung der Kirchengemeinde, die sich mit der Kommunalgemeinde Odenthal deckte, zu der damals auch Schildgen gehörte.

Pfarrer Gerhard Hage Die Zahl der Gemeindeglieder wuchs, in Schildgen schneller als in Altenberg, daher plante man in Schildgen eine eigene Kirche. 1967 konnten die Andreaskirche und das dazugehörige Gemeindezentrum eingeweiht werden. Die Provisorien vergangener Jahre hatten ein Ende. 1972 wurde für Schildgen eine zweite Pfarrstelle der evangelischen Kirchengemeinde Altenberg eingerichtet. Der erste Pfarrer in ihr war Rudolf Jacobs, der bis 1988 dort tätig war. Sein Nachfolger seit 1989 ist Pfarrer Christoph Nötzel.

Infolge der kommunalen Neuordnung gehört Schildgen seit 1975 zu Bergisch Gladbach, als Kirchengemeinde mit inzwischen 3300 Gemeindegliedern jedoch weiterhin zu Altenberg, das ca. 2800 Gemeindeglieder hat. Die Grenze zwischen den beiden Pfarrbezirken bildet die Dhünn, ein kleiner Nebenfluss der Wupper.

Im Herbst 1979 ging Pfarrer Gerhard Hage in den Ruhestand. Über 26 lange Jahre wirkte er in Altenberg und baute – im wahrsten Sinne des Wortes – die Gemeinde auf.

Sein Nachfolger wurde Pfarrer Botho Kurth, der fast 17 Jahre die „Schäfchen“ seiner Gemeinde versorgte und umsorgte. Seit März 1995 ist auch er im Ruhestand.

Im Februar 1996 übernahm mit Pfarrerin Claudia Posche zum ersten Mal eine Frau das Pfarramt am Dom.


Ansprechpartner/Kontakt

Das Gemeindebüro befindet sich im Martin-Luther-Haus:
Uferweg 1
51519 Odenthal

Telefon: 02174 - 4282
Fax: 02174 - 49125
E-Mail: GA-Altenberg(at)kirche-koeln.de

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Freitag von 9 - 12 Uhr


Mit freundlicher Genehmigung der Kirchengemeinde
OI-A-8
weiterführende Links:

Webseite Altenberger Dom



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