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Die Orgeln der Marktkirche Neuwied

Die Bedeutung unserer Orgel für Kirche und Stadt
Disposition
Die Orgeln der Marktkirche Neuwied
Orgelunterricht
Videos und Klangbeispiele

Unsere Marktkirche
Offene Kirche
Cafe Auszeit
Adresse/Kontakt
Kinderchor CRESCENDO
Jugendchor VIVACE
Kantorei
Konzertchor Neuwied
Kammerchor "Cappella Vocale Neuwied"
Posaunenchor
Förderverein für Kirchenmusik


Die Bedeutung unserer Orgel für Kirche und Stadt

Die Orgel in der Neuwieder Marktkirche erklingt zu vielen Anlässen. Sowohl in den sonntäglichen Gottesdiensten als auch in zahlreichen Sondergottesdiensten mit übergemeindlichem, ökumenischem und auch interreligiösem Charakter ist sie zu hören, wie zum Beispiel bei politischen Friedensgebeten, christlich-jüdischen Gedenkfeiern oder der Einführung des Neuwieder Stadtrates.

Überhaupt hat die Marktkirche durch ihre zentrale Lage und ihre Größe mit 900 Sitzplätzen eine wichtige Funktion in der Zusammenarbeit mit der Stadt Neuwied. Nicht nur Abiturgottesdienste finden hier statt. Auch die Abschlussgottesdienste der Neuwieder Kulturnacht, Gottesdienste des Friedensdienstes Eirene oder des Neuwieder Hospiz werden hier gefeiert.

Außerdem bereichern zahlreiche Konzerte das Neuwieder Kulturleben. Die Orgelmusik steht besonders in der Reihe „Sommerliche Orgelkonzerte“ im Fokus. Ins Leben gerufen hat sie 1973 Kirchenmusikdirektor Günter Gruschwitz. Seitdem bieten die Konzerte jährlich zum Ausklang des Sommers nicht nur hiesigen Künstlern eine gute Möglichkeit, ihr Können unter Beweis zu stellen.

Der Verfasser führte diese Reihe als vierteiligen Zyklus im September fort: zunächst donnerstags, später montags mit zahlreichen regional und deutschlandweit renommierten Organisten. Regelmäßig kommen auch international bekannte Musiker in die Marktkirche, wie z.B. Wolfgang Stockmeier, Ludger Lohmann, Johannes Geffert oder Matthias Eisenberg. Manche Organisten bringen im Zusammenspiel mit Duo-Partnern weitere berühmte Künstler in die Stadt. So spielten bereits die berühmten Trompeter Maurice André und Ludwig Güttler und der Klarinettist Giora Feidman in der Marktkirche.

Die sommerlichen Orgelkonzerte bieten auch Preisträgern hoch angesehener Wettbewerbe eine Plattform. Schon mehrfach konzertierten Preisträger der Internationalen Orgelwoche Nürnberg (ION), des Mendelssohn-Wettbewerbes oder des ARD-Musikwettbewerbes auf unserer Orgel. Dies geschieht in Zusammenarbeit mit der Bundesauswahl junger Künstler des Deutschen Musikrates und der ION.

Kurzum: Die Orgel der Marktkirche ist nicht nur ein „Gemeindeinstrument“, sondern sie ist eingebunden in eine lange Tradition von Gottesdiensten und Konzerten mit regionaler und sogar überregionaler Bedeutung, die viele Besucher in die Stadt locken.

Dieses Instrument musste nun nach fast 50 Jahren überholt werden. Außerdem wurden einige Schwächen der damaligen Konzeption beseitigt, damit die Orgel nicht nur weiterhin spielbar bleibt, sondern auch gleichzeitig verbessert wird. Allerdings muss man zugeben, dass Schwächen aus heutiger Sicht damals keine waren. Was 1967 als gut vertretbare Kompromisslösung galt, empfinden wir heute als Manko.

Zum Beispiel hatte die Orgel für die Größe des Kirchenraumes eine viel zu geringe Klangfülle. Das lag unter anderem daran, dass die Basspfeifen in der Orgel zu eng standen. Ihre langen Klangwellen wurden im Gehäuse behindert; dadurch konnte sich ein voller Orgelklang nicht richtig entfalten. Darum wurden viele der tiefsten Pfeifen jetzt aus dem Orgelgehäuse herausgenommen und separat hinter der Orgel positioniert. Sie bekamen auch eine eigene Windversorgung.

Elektronische Orgeln werden in Fabriken produziert. Jede Pfeifenorgel dagegen ist ein Unikat, das speziell für einen besonderen Raum entworfen und gebaut wurde. Darum müssen Schäden auch immer ganz individuell behoben werden, was mit hohen Kosten verbunden ist.

Das preiswerteste Angebot, die Orgel zu sanieren und zu erweitern, belief sich auf rund 150.000 Euro. Das ist eine Summe, die die Marktkirchengemeinde nicht allein aufbringen konnte.

Darum gab es im Jahr 2012 zahlreiche Aktionen und Konzerte, um Spendengelder für die Sanierung einzuwerben. Ein sehr aktiver Kirchenmusik-Förderverein hat dazu viele interessante Ideen umgesetzt.

Alle Veranstaltungen standen unter der Schirmherrschaft von S.D. Fürst Carl zu Wied. Er verzichtete an seinem 50. Geburtstag auf Geschenke und bat um Spenden für die Orgelsanierung. Das brachte 10.000 Euro ein. In Kooperation mit der Landesstiftung Villa Musica Rheinland-Pfalz lud er ein Jahr später zu einem Benefizkonzert, bei dem ebenfalls 10.000 Euro zusammenkamen.

Ein kleines Team um Fürst Carl zu Wied tagte regelmäßig und gewann Groß-Sponsoren. So setzten sich Brigitte Ursula Scherrer und der Landtagsabgeordnete Fredi Winter mit ihren guten Verbindungen zur Neuwieder Wirtschaft und zur Kommunal- und Landespolitik dafür ein, dass ortsansässige Firmen und Geldinstitute das Vorhaben finanziell großzügig unterstützen.

Wegen der übergemeindlichen Bedeutung der Marktkirche und ihrer Orgel haben weite Kreise ein hohes Interesse am Erhalt dieses Instrumentes. Durch die vielseitige Unterstützung wird unsere Orgel nicht nur die nächsten Jahrzehnte überdauern, sondern auch viel prächtiger klingen. Dafür bin ich dankbar.

KMD Thomas Schmidt

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Disposition der Kleuker-Orgel
gebaut 1967 von der Fa. Detlef Kleuker, Brackwede
saniert und erweitert 2013 von der Fa. Kampherm, Verl / Westfalen

Schwellwerk (I) C-g3 Hauptwerk (II) C-g3 Brustwerk (III) C-g3 Pedal C-f1
Rohrflöte 8' Bordun 16' Metallgedackt 8' Prinzipal 16'
Salicional 8' Prinzipal 8' Rohrflöte 4' Subbaß 16'
Prinzipal 4' Spitzflöte 8' Prinzipal 2' Oktave 8'
Blockflöte 4' Oktave 4' Quinte 1 1/3' Gedackt 8'
Nasat 2 2/3' Gemshorn 4' Glockenton 2f 1 3/5' Choralbaß 4'
Feldflöte 2' Oktave 2' Zimbel 3f. ¼' Nachthorn 2'
Terz 1 3/5' Quinte 2 2/3' Bärpfeife 8' Großmixtur 4f 2 2/3'
Sifflett 1' Cornett 1-3f. 2' Tremulant Posaune 16'
Mixtur 5f 2' Mixtur 5f. 1 1/3' Trompete 8'
Dulzian 16' Trompete 8' Trompete 4'

Oboe 8'

Tremulant

Mechanische Spieltraktur
Elektrische Registertraktur und Setzeranlage mit 4000 Kombinationen
3 elektrische Pedalkoppeln

3 elektrische Manualkoppeln SW / HW, BW / HW, BW / SW
4 elektrische Sub- und Superkoppeln SW 16' / HW, SW 4' / HW, SW 16', SW 4'

Motorschalter mit Pedalbeleuchtung gekoppelt.
Notenbeleuchtung mit motorunabhängigem Schalter.


Die Orgeln der Marktkirche Neuwied

Die Marktkirche war von Anbeginn eine Musikkirche. Schon beim ersten Gottesdienst, also bei ihrer Einweihung am 4. April 1884, erklang Orgelmusik. Leider ist nicht bekannt, welcher Organist damals spielte und welche Werke erklangen. Die „Neuwieder Zeitung“ lobte jedenfalls den Chorgesang mit Orgelbegleitung als einen „hervorragenden musikalischen Vortrag“.

Die Denkschrift des damaligen Pastors Gustav Lohmann beschreibt, dass es sich die Gemeinde mit der Suche nach einer Orgelbaufirma vorher nicht leicht gemacht hatte: „Vor Bestellung der Orgel machte eine Kommission, bestehend aus Ferd. Siegert, Karl Dietz und Pfarrer Lohmann unter Führung des Herrn Musikdirektors Grüters in Krefeld eine Reise zur Besichtigung und Anhörung der Orgel von Reibke und der von Walcker in Krefeld, der von Walcker in Düsseldorf und der von Sauer in Bochum, deren Ergebnis die Bestellung der Orgel bei E.F. Walcker & Comp. in Ludwigsburg (bei Stuttgart) war.“

Dass eine neue Kirche schon am Tag ihrer Eröffnung eine Orgel besitzt, ist nicht selbstverständlich. Es zeugt von einer hohen Bedeutung der Musik für das Gemeindeleben. Die Orgelbaufirma Walcker galt damals schon als Garant für höchste Qualität. Die von ihr erbaute Orgel trug die Opuszahl 433. Übrigens: Zwei Jahre später baute die Firma Walcker unter der Opuszahl 434 eine Orgel im Stephansdom in Wien, die allerdings beim Brand 1945 den Flammen zum Opfer fiel. Mehr als 80 Jahre lang sollte Opus 433 seinen Dienst in der Marktkirche tun, bevor es 1967 durch die heutige Kleuker-Orgel ersetzt wurde.

Verteilt auf zwei Manuale und Pedal hatte diese Walcker-Orgel aus dem Jahr 1884 folgende Register:

1. Manual: 2.Manual: Pedal:
Prinzipal 16‘ Burdon 16‘ Prinzipalbass 16‘
Prinzipal 8‘ Geigenprinzipal 8‘ Violonbaß 16‘
Burdon 8‘ Lieblich Gedeckt 8‘ Subbaß 8‘
Viola di Gamba 8‘ Flauto amabile 8‘ Oktavbaß 16‘
Flöte 8‘ Harmonika 8‘ Violoncello 8‘
Quintatön 8‘ Gemshorn 4‘ Posaunenbaß 16‘
Salizional 8‘ Flöte 4‘ Trompete 8‘
Oktav 4‘ Oktav 2‘
Rohrflöte 4‘ Fagot 8‘
Quinte 5 1/3‘
Oktav 2‘
Mixtur 2 2/3‘
Kornet 8‘
Trompete 8‘

Insgesamt enthielt die Orgel 1.761 Pfeifen. In Lohmanns Denkschrift heißt es weiter: „Der Klavierkasten ist vor der Orgel angebracht und zum Vorwärtsspielen eingerichtet, mit Koppelung und Kollektiv-Pedal, Manualklaviaturen zu je 54 und Pedalklaviatur zu 27 Tasten.“ Die Orgel hatte vermutlich eine mechanische Kegellade. Das Orgelgehäuse wurde von der Firma Vorderbrügge in Bielefeld angefertigt. Diese Firma stellte übrigens auch die Sitzbänke in der Marktkirche her. Auf dem Gehäuse thronte oben in der Mitte die Holzskulptur eines Harfe spielenden Königs David, die noch heute in gutem Zustand ist und demnächst einen würdigen Platz in der Nähe der Orgel finden wird.
Diese Orgel war für die Darstellung romantischer Orgelwerke bestens geeignet. Ein Konzertprogramm vom Anfang des 20. Jahrhunderts erwähnt die Komposition „Ad nos ad salutarem undam“ von Franz Liszt. An der Orgel saß Peter Vollrath, der im Hauptberuf Lehrer war.

Im Jahr 1930 ließ die Gemeinde die Orgel grundlegend verbessern. Die Bälge, die bisher von Menschen getreten werden mussten, damit die Pfeifen Wind bekamen, wurden durch ein elektrisches Gebläse ersetzt. Auch die Traktur (die Verbindung zwischen Tasten und Pfeifenventilen) lief ab sofort mit Strom: Wenn der Organist nun eine auf eine Taste drückte, setzte er damit keinen Hebelmechanismus mehr in Gang, der mechanisch die Pfeifenventile öffnete. Vielmehr schloss er elektrische Kontakte unter den Tasten, die über Elektromagneten die Pfeifenventile bedienten. Der Spieltisch wurde auf diese Weise von der mechanischen Verbindung zu den Pfeifen unabhängig. Man konnte ihn also an beliebiger Stelle positionieren. Das geschah auch. Zunächst stand der neue elektrische Spieltisch am östlichen Ende der Südempore. Wie revolutionär die Umarbeitung der Orgel war, zeigt sich darin, dass die Firma Walcker ihrer Orgel die neue Opuszahl 2297 verlieh.

Im Jahr 1958 erfolgte eine Generalreinigung und Überholung. Dabei wurde der Spieltisch auf die gegenüberliegende Nordempore versetzt. Aus einer Rechnung der Fa. Walcker vom 3. März 1958 in Höhe von 4.178,05 D-Mark geht außerdem hervor, dass eine geplante Änderung der Register nicht stattgefunden habe. Dennoch sind auf dieser Rechnung 32 Register vermerkt – also zwei mehr als bei der Erbauung der Orgel im Jahr 1884. Wahrscheinlich sind bei der Umarbeitung im Jahr 1930 zwei weitere Register hinzugekommen. Auch ein Wartungsvertrag von 1960 spricht von 32 Registern.

Im Jahr 1958 geschah noch etwas Merkwürdiges: Die Marktkirche bekam eine zweite Orgel! Diese zusätzliche Chor-Orgel der Fa. Walcker (Opus 3498) stand auf der mittlerweile nach Osten verlängerten Nordempore unter der Rosette. Sie hatte mit elf Registern mehr als 800 Pfeifen, die über zwei Manuale und das Pedal gespielt wurden. Der Tremulant im Schwellwerk ist übrigens keine Klangfarbe, sondern ein Effekt. Er lässt durch einen Mechanismus in der Windzufuhr den Ton tremolieren, also in der Lautstärke vibrieren Der statische Klang eines Orgeltons wird dadurch lebendiger.

Hauptwerk I Schwellwerk II Pedal
Rohrflöte 8‘ Gedackt 8‘ Subbass 16‘
Prinzipal 4‘ Nachthorn 4‘ Choralbass 4‘

Gedackt 4‘ Prinzipal 2‘
Spitzflöte 2‘ Sesquialter 2f.
Mixtur 3-4f. Tremulant

Die Rechnung vom 31. Juli 1958 weist Kosten in Höhe von 18.850 D-Mark aus. An den Registern erkennt man, wie sich der Zeitgeschmack wandelte. Hatte die große Orgel aus dem Jahr 1884 verhältnismäßig viele grundtönige Klangfarben (erkennbar an der Bezeichnung 8‘ = 8 Fuß; d.h. die längste Pfeife eines Registers hat eine Länge von 8 mal 30 Zentimetern), so hat die neue Chor-Orgel eine starke Tendenz zu helleren Farben. Auch die später gebaute Kleuker-Orgel von 1967 sollte sich noch diesem neobarocken Klangbild verschreiben.

Die „Neuwieder Zeitung“ berichtete in ihrer Wochenendausgabe vom 30. August 1958 über die Einführung der neuen Chor-Orgel: „Das Instrument bringt silbrig hellen Klang, Durchsichtigkeit in Höhe und Tiefe, möglichste Klarheit bei eingeschaltetem Tutti und ein wundervoll wirkendes Pianissimo. Die Disposition erfüllt den Spieler mit allen Erfordernissen zum Vortrag alter und neuer Orgelwerke, im besonderen aber dient das Positiv als Begleitinstrument sakraler Musik der Barockzeit. […] Sänger und Instrumente können sich mit dem Positiv zu einem werktreuen Musizieren vereinen.“ So etwas lässt sich kein Reporter einfallen. Solche Sätze müssen ihm von Kirchenmusikern in die Feder diktiert worden sein. Sie zeugen also weniger von dem, was der Berichterstatter bei einem Konzert erlebt hat, als viel mehr vom Klangideal der damaligen Musiker, die die Orgel planten. Die „Neuwieder Zeitung“ wies in ihrem Artikel auf das Konzert zur Einführung der neuen Chor-Orgel am 28. September hin. Es sollte zugleich das Abschiedskonzert von Kantorin Margarete Bloch werden. Dabei führte sie mit dem damaligen Kirchenchor unter dem Namen „Heinrich-Schütz-Kreis“ Johann Sebastian Bachs „Magnificat“ und mit ihrem Nachfolger Dolf Hendrikse als Orgelsolist Georg Friedrich Händels Orgelkonzert in g-Moll auf.

Später kam dieses Instrument in die evangelische Kirche Altwied. Im Jahr 1992 fand es dann seine aktuelle Spielstätte im Gemeindezentrum Rheinbreitbach. Dort steht Opus 3498 noch heute. Die Tasten sind mit echtem Elfenbein belegt.

Dolf Hendrikse, der Margarete Bloch als Kantor folgte und im 1963 mit nur 41 Jahren starb, leitete den Neubau einer neuen Orgel ein. Sein Nachfolger Martin Rabe konzipierte und erwirkte anschließend den Bau der neuen Kleuker-Orgel.

Das Presbyterium beschloss am 28. August 1966 den Neubau zum Preis von 134.000 D-Mark und bezog sich auf ein Angebot der Firma Kleuker vom 10. Juli 1964. Das Landeskirchenamt genehmigte diese Entscheidung am 29. Dezember 1966. Vier Orgelbauer hatten sich zuvor beworben. Kleuker bekam den Auftrag, weil er sich durch „tropenfeste“ Orgeln einen Namen gemacht hatte. Die Vorgängerorgel war nämlich durch Witterungseinflüsse unspielbar geworden.

Die neue Orgel sollte um 50 Zentimeter von der Wand abrücken. Außerdem sollte Platz für Chor und Instrumentalisten vor der Orgel geschaffen werden. Die Empore wurde darum um 1,80 Meter in den Kirchenraum hinein verlängert. Zusätzlich musste die Gemeinde den hölzernen Emporenboden aus statischen Gründen durch eine Stahlbetonkonstruktion ersetzen lassen. Der Aufwand, um günstige Bedingungen für die Kirchenmusik zu schaffen, war enorm – ein Beweis dafür, welche Bedeutung die Musik in der Marktkirche immer hatte.

Jede Orgel verschmutzt im Lauf der Zeit. Die Heizungsluft wirbelt Staub auf, Insekten verstopfen manche Pfeifen. Auch ein Vogelgerippe wurde schon einmal in unserer Orgel gefunden. So weist ein Gutachten von Gerda Schaarwächter vom 5. Juli 1983 auf starke Verschmutzung hin. Aber erst sieben Jahre später wird die Orgel durch die Fa. Kleuker von Grund auf gereinigt. Die Kosten betrugen 55.877,91 D-Mark, also mehr als ein Drittel der Anschaffungskosten.

Die Generalreinigung konnte natürlich nichts daran ändern, dass die Orgel trotz ihrer Größe den Kirchenraum klanglich nicht richtig füllte. Im Jahr 1998 versuchten die Orgelbauer Kampherm und Steinecke, durch das Vergrößern der Pfeifenaufschnitte und durch Erhöhung des Winddrucks der Orgel mehr klangliche Tiefe zu verleihen. Ansatzweise gelang das auch. Aber eine größere Tragfähigkeit kam dadurch noch nicht zustande. Die Lautstärke der Orgel fiel weiterhin bei zunehmender Entfernung nicht langsam, sondern rapide ab.

Bei der Sanierung im Jahr 2013 wurde diese große Schwäche unserer Orgel behoben. Aber das ist nur eine Verbesserung von vielen. Orgelbaumeister Friedrich Kampherm berichtet davon an anderer Stelle ausführlich.

1970 kaufte die Marktkirchengemeinde ein einmanualiges Orgelpositiv der Fa. Kleuker mit der Disposition: Gedackt 8‘, Rohrflöte 4‘, Prinzipal 2‘, Quinte 1 1/3‘. Die Registerschleifen sind zwischen den Tönen a und b geteilt. Man kann also beiden Händen unterschiedliche Klangfarben zuweisen. Dieses Positiv findet als Continuo-Instrument bei chorsinfonischen Werken oder bei Kammermusik Verwendung. Auch Orgelkonzerte sind bei richtiger Literaturauswahl möglich. In den sechs Monaten der Abwesenheit der großen Kleuker-Orgel versah ihre kleine Schwester getreu ihren Dienst in Gottesdiensten und Konzerten.

Thomas Schmidt

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Orgelunterricht - fast kostenlos

Sie spielen Klavier? Das reicht Ihnen nicht? Sie wollen Ihre Fähigkeiten ausbauen? Sie wollen nicht nur mit den Händen musizieren, sondern auch mit den Füßen, und das auf mehreren Tastaturen und mit vielen verschiedenen Klangfarben?

Dann ist jetzt der Zeitpunkt gekommen, an dem Sie es ganz preiswert lernen können, die Orgel - immerhin die Königin der Instrumente - zu beherrschen. Die hauptamtlichen Kirchenmusiker im Kirchenkreis Wied bieten Unterricht an: Choralbegleitung und -vorspiele, freie Orgelliteratur und Anregungen zur Improvisation, Informationen über die technischen Funktionen der Orgel, die Formen des Gottesdienstes und das Gesangbuch. Wer sich so für das Orgelspiel "fitmachen" will, kann mit dem Kirchenkreis Wied und der eigenen Kirchengemeinde rechnen: Sie tragen bei 14täglichem Unterricht zwei Drittel der Unterrichtskosten.

Immer wieder werden Orgelvertretungen für den Gottesdienst gesucht. Dieser Dienst wird selbstverständlich auch vergütet. Dafür lassen Sie die Kirchengemeinden gerne an ihren Instrumenten üben. So ist der Weg zur Orgel leichtgemacht.

Der Grundgedanke: Der Kirchenkreis Wied und seine Gemeinden wollen die Ausbildung nebenberuflicher Kirchenmusiker/innen selbst in die Hand nehmen und fördern. Diese Ausbildung hat die Prüfung "Befähigungsnachweis" zum Ziel. Wer diese Prüfung abgelegt hat, ist in der Lage, einen Gemeindegottesdienst auf der Orgel zu begleiten - und zwar mit Händen und Füßen. Natürlich wird solch ein Orgeldienst bezahlt.

Den Orgelunterricht erteilen die hauptamtlichen Kantoren Karsten Lüdtke und Thomas Schmidt. Das Unterrichtshonorar beträgt 26 EURO pro Unterrichtsstunde (60 Minuten). Der Unterricht findet zweiwöchentlich statt, oder wöchentlich jeweils eine halbe Stunde. Jeweils ein Drittel der Kosten tragen der Kirchenkreis Wied und die eigene Kirchengemeinde, so daß der Eigenanteil pro Unterrichtsstunde nur 8,66 EURO beträgt. Die Förderungsdauer endet mit Erlangen des Befähigungsnachweises (höchstens aber zwei Jahre).

Wenn Sie Klavier spielen und sich in der Musik ein wenig auskennen, werden Sie bald Freude an diesem faszinierenden Instrument haben. Machen Sie einer Königin den Hof!

Thomas Schmidt


Videos und Klangbeispiele

Weitere Videos: 

Holger Hantke "Es kommt ein Schiff geladen" (Youtube)
Patrick Schönbach - Toccata über "Christus ist erstanden" (Youtube)


Unsere Marktkirche

In ihrem kurzen Leben hat die Marktkirche viel gelitten. Bereits im ersten Weltkrieg mußte sie ihr wertvolles Bronze-Geläute opfern. Das jährliche Hochwasser des Rheins, unter dem die Stadt durch ihre tiefe Lage besonders litt und das den wirtschaftlichen Aufschwung immer behindert hatte, setzte auch der Marktkirche zu. Erst mit dem Deichbau am Ende der 20er-Jahre hörten die Beschädigungen durch das Hochwasser auf.

1944 wurde die Kirche durch Bomben schwer beschädigt. In ihrem verwüsteten Kirchenschiff bahrte man die Toten der Bombenangriffe auf. Nach einer provisorischen Instandsetzung kurz nach Kriegsende erfolgte dann eine Renovierung im Jahre 1958. Dabei wurde fast aller Zierat beseitigt, die Kirche wurde "entdekoriert".

Heute präsentiert sich die Marktkirche nach einer letzten Innenrenovierung im Jahre 1990 wieder in der alten Farbigkeit von 1884. Von den alten Fresken sind Reste im Querschiff erkennbar. Der hölzerne Schalldeckel über der Kanzel und die Baldachine über dem Chorgestühl sind leider verlorengegangen. Neu ist das große Holzkreuz über dem Altar.


Offene Kirche
Es ist nicht mehr zu übersehen: Kirchenräume erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Sie locken immer mehr Gäste an und viele Menschen kommen unter der Woche mal eben „auf einen Sprung“ vorbei: vor dem Einkauf, nach der Arbeit, in der Mittagspause. Sie setzen sich zehn Minuten in die Reihen, zünden eine Kerze an, schreiben ein Gebet oder eine Bitte in das Anliegenbuch und nehmen sich am Ausgang eine Karte oder einen Bibelvers mit. Vielleicht entdecken sie auch den Kirchenführer, das Monats-Programm oder den Gemeindebrief unserer Gemeinde.
Schon seit einigen Jahren ist nun auch schon unsere Marktkirche im Sommer immer geöffnet. Die weit aufstehenden Türen laden dann ein, zur Stille und zum Gebet, oder manchmal auch nur zum Ausruhen in der Kirche. Das ausgelegte Gebetsbuch im Eingangsbereich hat in den vergangenen Sommern immer wieder ein beredtes Zeugnis davon gegeben, wie viele Menschen unsere Kirche betreten haben und wie wichtig es ihnen war, ihre Gedanken auch in Worte zu fassen. Häufig haben wir die Bitten aus dem Gebetsbuch am Sonntag mit in das Fürbittengebet der Gemeinde übernommen.

Wir hoffen, dass auch in Zukunft viele Menschen mal auf einen Sprung in die Marktkirche hineinschauen und für sich Trost und Zuversicht finden.

Die Marktkirche ist sonntags von 11.00 bis 18.00 Uhr und dienstags bis freitags von 10.00 bis 18.00 Uhr geöffnet.


Café Auszeit

Öffnungszeiten:
Mo, Mi, Do 15.00 - 18.00 Uhr
Fr 10.30 - 12.00 Uhr und 15.00 - 18.00 Uhr

Geschlossen: Samstag, Sonntag, Dienstag

Das Café Auszeit im Gemeindehaus neben der Marktkirche steht allen offen - unabhängig von Alter, Weltanschauung und Konfession.Von Zeit zu Zeit finden im Café Auszeit Ausstellungen, Lesungen oder Konzerte statt.


Adresse

Gemeindeamt der Ev. Kirchengemeinde Neuwied – Marktkirche
Astrid Breuer
Pfr. Werner Mörchen-Str. 1
56564 Neuwied
Tel: 02631/23282
Fax: 02631/352757
E-Mail: gemeindeamt(at)marktkirche.de


Kinderchor CRESCENDO

Ziel der Arbeit ist es, die Familiengottesdienste in der Marktkirche musikalisch zu beleben. Die Aufführung von Singspielen und Musicals steht dabei im Mittelpunkt.

Kinderchorproben:
Freitags, 15 - 15.45 Uhr
Kinder vom 1. bis 5. Schuljahr

Der Kinderchor CRESCENDO wirkt aber auch bei anderen Veranstaltungen mit, z.B. beim Ökumenischen Stadtkirchentag oder bei Konzerten des Neuwieder Konzertchores (Weihnachtsoratorium, Carmina Burana) - außerderm bei Gemeindefesten der Marktkirche.


Jugendchor VIVACE

Der Jugendchor VIVACE ging 2001 aus dem Kinderchor CRESCENDO hervor und entwickelte seitdem sein eigenes Programm. Musicals und Gospelmessen mit Solisten und Band prägen den Stil des Jugendchores VIVACE (ital. = lebhaft). Die stilistische Bandbreite der kirchenmusikalischen Arbeit an der Marktkirche wird durch ihn erheblich erweitert.

Proben: Dienstags, 18 - 19 Uhr im Gemeindehaus
weitere Informationen: http://www.marktkirche.de/vivace


Kantorei
Der ca. 50 Mitglieder umfassende Chor probt mittwochs um 20 Uhr. Dabei werden Werke (fast) aller Stilrichtungen erarbeitet. Das Repertoire reicht vom Volkslied bis zum Oratorium, von Motetten alter Meister bis zur Moderne.

weitere Informationen:
http://www.marktkirche.de/kantorei


Neuwieder Konzertchor

Der Neuwieder Konzertchor ist ein Projektchor, der sich einmal im Jahr für die Dauer von 4 bis 5 Monaten zu wöchentlichen Proben trifft, um ein großes Chorwerk zu studieren. Bisher standen die JOHANNES-PASSION, das WEIHNACHTSORATORIUM, ELIAS, SCHÖPFUNG, CARMINA BURANA, REQUIEM (Mozart, Fauré), MISSA DI GLORIA (Puccini), TE DEUM (Bizet), MAGNIFICAT (Bach) und viele andere Werke auf dem Programm.
Die Sängerinnen und Sänger des Neuwieder Konzertchores kommen aus vielen Chören der Umgebung, dabei bildet die Kantorei der Marktkirche den „Kern“ des Neuwieder Konzertchores.


Kammerchor CAPPELLA VOCALE

Der Kammerchor CAPPELLA VOCALE hat es sich zum Ziel gesetzt, selten gesungene Chormusik einzustudieren und in Gottesdiensten oder Konzerten aufzuführen. Dabei ist der Chor auf keine Stilrichtung festgelegt, sondern sucht gerade in einer großen Bandbreite den besonderen Reiz.

Chorerfahrene Damen und Herren sind herzlich willkommen. Proben an jedem 1. und 3. Dienstag im Monat um 20 Uhr. Vorherige Info bei Kantor Thomas Schmidt erforderlich.


Förderverein für Kirchenmusik

An der Marktkirche Neuwied wurde im Dezember 2005 ein Förderverein für Kirchenmusik gegründet. Die Konzerte in der Marktkirche ziehen jedes Jahr viele Besucher an. Um das hohe Niveau der Aufführungen zu garantieren, müssen erhebliche finanzielle Mittel aufgewendet werden, denn nur durch Eintrittsgelder lässt sich kein Konzert finanzieren. Die Zuschüsse, die von der Kirchengemeinde für die Konzerte und besondere Musiken im Gottesdienst gezahlt werden, reichen aber inzwischen nicht mehr aus, um Konzerte mit bezahlbaren Eintrittspreisen oder bei sogar freiem Eintritt anzubieten. Darum wird ein neuer Förderverein ins Leben gerufen, der den Erhalt des künstlerisch hohen Niveaus und die Bandbreite des musikalischen Angebotes finanziell absichern soll. Insbesondere fördert der Verein Chor- und Orchesterkonzerte, die jährliche Reihe „Sommerliche Orgelkonzerte“ (eine vierteilige Konzertreihe mit namhaften Gastorganisten), besondere Musiken im Gottesdienst (z.B. Kantaten, Kinderchor-Musicals, Gospelmessen des Jugendchores), aber auch die Anschaffung von Instrumenten und Zubehör für die Kinderchöre.Der Jahresbeitrag beträgt 36 EURO (ermäßigt 18 EURO).

Als Mitglied des Fördervereins genießt man besondere Vorteile: Alle Mitgliedsbeiträge und Spenden sind steuerabzugsfähig. Mitglieder erhalten regelmäßig Informationen über das Kirchenmusikprogramm an der Marktkirche. Außerdem zahlen sie bei Konzerten in der Marktkirche nur den ermäßigten Eintritt.

Nähere Auskünfte erteilt Kreiskantor Thomas Schmidt.



Mit freundlicher Genehmigung der Kirchengemeinde (Thomas Schmidt)
OI-N-2
weiterführende Links

Webseite Marktkirche Neuwied



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