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Die Orgel in St. Nikolaus Münster (Wolbeck)

Geschichte der Orgel
Disposition

St.-Nikolaus-Kirche: päpstliches Kreuz und Wiedertäufer-Kette

Geschichte

1893 erhielt die Kirche eine Orgel von Friedrich Fleiter aus Münster. Bis dahin war ein barocker Orgelprospekt erhalten, der von einem unbekannten Erbauer stammte.

1976 baute Paul Ott (Göttingen) eine neue Orgel mit neuem Gehäuse, bei der einige vorhandene Register wiederverwendet wurden.

2006 wurde das Instrument durch die Firma Westfälischer Orgelbau S. Sauer (Höxter-Ottbergen) renoviert und neu intoniert. Das Klangbild ist nun grundtöniger und zungenbetont. Neben der  Erneuerung zweier Register  wurde der Spielschrank neu gebaut.  Die waagerecht über den Klaviaturen angeordneten Registerwippen aus Kunststoff von 1976 wurden durch rechts und links angeordnete Manubrien mit Porzellanschildern ersetzt. Die runderneuerten Schleifenzugmotoren werden von einer elektronischen Setzeranlage mit 4000 Speicherplätzen gesteuert.

Im August 2010 ersetzte Burkhard Klimke (Holzwickede) die Viola da Gamba 8‘ durch ein neues Exemplar, die Flöte 2' durch einen Prinzipal 2' und die Pedalmixtur durch eine ganz aus Holz gefertigte Basstrompete 8'.

Im Dezember 2011 wurde das Hauptwerk um ein horizontales Clairon en chamade 4' ergänzt.


Disposition von 1893
(Friedrich Fleiter,Münster)

Oberwerk Unterwerk Pedal
1. Bordun 16‘

11. Geigenprinzipal 8‘

16. Subbaß 16‘

2. Prinzipal 8‘

12. Lieblich Gedackt 8‘

17. Prinzipalbaß 8‘

3. Gambe 8‘

13. Vox coelestis 8‘

18. Cello 8‘

4. Flauto major 8‘

14. Pastoralflöte 4‘

19. Oktav 4‘

5. Hohlflöte 8‘

15. Flauto dolce 4‘

20. Posaune 16‘

6. Oktav 4‘

7. Rohrflöte 4‘

8. Quinte 2 2/3‘

9. Oktav 2‘

10. Mixtur III


Tremulant auf beide Werke
Spieltraktur: mechanisch
Registertraktur: mechanisch


Orgelerweiterung 1933

Oberwerk
21. Salizional 8‘
22. Trompete 8‘

Unterwerk
23. Aeoline 8‘
24. Oboe 8‘

Die Register wurden pneumatisch angehängt.


Heutige Disposition

II. Manual Hauptwerk C-g''' I. Manual Rückpositiv C-g''' Pedal C-f'

1. Pommer 16' 1976

14. Concertflöte 8' 2015 23. Subbass 16' 1976

2. Prinzipal 8' 1976

15.Prinzipal 4' 1976

24. Prinzipal 8' 1976

3. Gedackt 8' 1894

16. Flauto dolce 4' 1894

25. Gedackt 8' 1894

4. Viola da Gamba 8' 2010

17. Schwiegel 2' 1976

26. Choralbass 4' 1894

5. Oktave 4' 1894

18. Oktav 1' 1976

27. Flöte 2' 1894

6. Rohrflöte 4' 1894

19. Sesquialtera II 1976

28. Posaune 16' 1894/1976

7. Quinte 22/3' 1894

20. Scharff IV 1976

29. Basstrompete 8' 2010

8. Prinzipal 2' 2010

21. Oboe 8' 2015

30. Clarine 4' 1976

9. Kornett III 2006

22. Cromorne 8' 2006

10. Mixtur IV 1976

Tremulant

11. Fagott 16' 1976

12. Trompete 8' 1976

13. Clarion en chamade 4' 2011

Tremulant


Koppeln: Manualkoppel I-II; Pedalkoppel I-P; Pedalkoppel II-P

Zimbelstern (C-Dur,Laufgeschwindigkeit stufenlos regulierbar)
Schleifladen
Spieltraktur: mechanisch
Registertraktur: elektrisch
4000 Setzerkombinationen

Wollen Sie die Orgel näher kennen lernen?
Auf Wunsch werden Orgelführungen angeboten. Ob für einzeln Interessierte oder Gruppen, einfach Kontakt mit Herrn Schwarte aufnehmen (s. Webseite der Gemeinde)


St.-Nikolaus-Kirche: päpstliches Kreuz und Wiedertäufer-Kette

Das dreifache päpstliche Kreuz auf der Spitze des Turmes der Pfarrkirche St. Nikolaus in Münster-Wolbeck weist darauf hin, dass die Kirche einst zum Archidiakonat der bischöflichen Kanzlei gehörte. Der Flecken Wolbeck, 1185 erstmals als Walbecke erwähnt und seit 1310 Wigbold, also mit besonderen Rechten ausgestattet, liegt an der Talniederung von Angel und Piepenbach an einem alten, von der Salzstraße in Münster ausgehenden Handelsweg und war von Überschwemmungen gefährdet. Diese Umstände mögen dazu beigetragen haben, dass die bischöfliche Gründung von 1245, eines der ältesten Patrozinien der Diözese, als Schutzpatron den Heiligen Bischof von Myra erhielt.

An diesen so kinderfreundlichen Bischof erinnert in Wolbeck der Brauch, jährlich am 6. Dezember, „Vögelkes“ zu verteilen, ein Hefegebäck. Die älteste Glocke im Turm ist darum auch eine Nikolaus-Glocke aus dem Jahre 1487.

Auf der einen Seite des Tales lag das Schloss, die bischöfliche Landesburg, im Siebenjährigen Krieg von den Franzosen so zerschossen, dass sich ein Wiederaufbau nicht lohnte, auf der anderen Seite liegt die bescheidene, zwischen den Häusern fast verschwindende Kirche. Der erste Kirchbau an dieser Stelle war sicherlich ein Holzgebäude. Die jetzige Kirche ist eine frühgotische Hallenkirche, im 13. Jahrhundert nach dem Vorbild der münsterschen Minoritenkirche (Apostelkirche) erbaut. Sie wurde an den unteren romanischen Teil des kräftigen Turms angebaut, der im 17. Jahrhundert einen barocken Aufbau mit einer geschwungenen Haube erhielt. Seit 1924 ist der untere Teil des Turmes in den Kirchenraum einbezogen. Er erhielt ein Tonnengewölbe.

Die typisch westfälische Hallenkirche strahlt Ebenmaß, Weite und Ruhe aus. Einzigartig ist der sofort Aufmerksamkeit erweckende Blick zum Hauptaltar. Das Epitaph für den Reichsgrafen Goswin von Merveldt umgibt wie schützend mit seinen Säulen und barock geschwungenen Halbkreisbögen heute den Tabernakel. Der Entwurf wird Johann Conrad Schlaun zugesprochen. Außen hinter dem Chor liegt die im 18. Jahrhundert errichtete Merveldt-Kapelle mit der Familiengruft der Grafen. Diese „Alte Sakristei“ dient heute Gottesdiensten in kleinen Gruppen.

Die Kirche ist reich an Kunstwerken. In den Chorwänden befinden sich prachtvolle Steinreliefs, Epitaphien der Merveldts. Dirk von Merveldt trägt die Wiedertäuferkette zur Erinnerung an die Belagerung Münsters von Wolbeck aus. Das große Kreuz über dem Chor ist mehrfach mit der Geschichte Wolbecks verbunden. Mehrmals ist der gütige Bischof von Myra dargestellt. Mit viel Liebe wird jährlich die große Wandelkrippe von Beginn der Adventszeit an mit wöchentlich neuen Bildern aufgebaut.


Mit freundlicher Genehmigung der Kirchengemeinde (Thorsten Schwarte / Sebastian Reimann)
OI-M-36
weiterführende Links

Webseite St. Nikolaus Münster



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