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Die Orgel in der Jesuitenkirche St. Michael München

Geschichte der Orgeln
Disposition


Geschichte der Orgeln

1559
Die ersten Jesuiten kommen auf Bitten Herzog Wilhelms V. nach München.

1583
Mit dem Bau von Michaelskirche und Jesuitenkolleg wird begonnen.

1590
Eine erste Orgel wird durch Anton Neuknecht in St. Michael aufgestellt. Es handelt sich um ein Instrument aus der Lorenzkiche am Altenhof. Die Neufassung des Gehäuses besorgt Melchior Lachmair.

1597
Die Fertigstellung der Michaelskirche gibt Anlass für den ersten echten Neubau einer Orgel für die Michaelskirche. Das Werk erbaut Urban Heusler.

1697
Zur ersten Zentenarfeier wird die erste Orgel abgetragen und durch einen Neubau von Johann Fux ersetzt. Den Prospektentwurf steuert ein Jesuitenbruder, Johann Hörmann, bei, der auch den Entwurf für die große Barockkanzel geliefert hat.

1812
Im bestehenden Gehäuse erneuert der Dinkelsbühler Orgelbauer Franz Joseph Reiner nach Vorgaben des damals berühmten Orgelvirtuosen und Orgeltheoretikers Abbé Vogler den inneren Pfeifen- und Technikbestand der Orgel.

1896
Durch den Münchener Orgelbauer Franz Borgias Maerz wird eine neue Orgel nach den klanglichen Vorgaben Joseph Gabriel Rheinbergers erbaut, welche durch ein großzügiges testamentarisches Legat dessen 1892 verstorbener Frau Franziska in Höhe von 20.000 Goldmark ermöglicht worden ist. Das Gehäuse von 1697 wird zwar wieder verwendet, in seinen Proportionen durch die nötigen Erweiterungen des Neubaus allerdings deutlich verändert.

1944
Am 22. November wird die Michaelskirche durch Sprengbomben schwer getroffen und auch die Maerz-Orgel von 1896 vollständig zerstört.

1953
Eine neue Emporenanlage, welche nicht in Entsprechung zur Langhausgliederung steht, wird eingebaut. Dort wird interimsweise ein kleines Positiv mit zwei Manualen und Pedal seitlich aufgestellt.

1966
Die Münchner Orgelbaufirma Schuster erbaut auf dieser Empore ein neues Orgelwerk mit insgesamt 3 Manualen und Pedal, wobei das Schwellwerk auf der ersten Seitennische im Langschiff seinen Platz findet.

1982/83
Im Rahmen der letzten Wiederherstellungsarbeiten an der Jesuitenkirche St. Michael wird die Volksaltarinsel weiter nach hinten verlegt, die Stuckierung ergänzt, die alte Emporenkonstruktion wiederhergestellt und auch – basierend auf dem Prospektentwurf des Jesuitenbruders Johann Hörmann aus dem Jahr 1697 – eine neue Orgel durch die Dillinger Orgelbaufirma Hubert Sandtner eingebaut.

2006
Es kommt zu ersten Überlegungen für eine Orgelsanierung und -erweiterung. Daraufhin folgen umfangreiche Beratungen mit den zuständigen Sachverständigen und namhaften Organisten der europäischen Konzertszene.

2011
Reorganisation und Erweiterung der Orgel um ein deutsches Schwellwerk durch die Orgelbaufirma Rieger aus Vorarlberg/Österreich (Einweihung 30.10.2011). Dabei wird der Prospekt des Jesuitenbruders Johann Hörmann aus dem 17. Jahrhundert beibehalten und ein Großteil des Pfeifenmaterials der Sandtner-Orgel (1982/83) wiederverwendet. Das neue Orgelwerk ermöglicht die stilgerechte Interpretation eines sehr breiten Spektrums an Orgelmusik.

Text: Frank Höndgen

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Disposition
1983 Orgelbau Sandtner
Reorganisation/Erweiterung: Orgelbau Rieger, 2011

I. Rückpositiv II. Hauptwerk III. Récit IV. Schwellwerk Pedal
Principal 8' Praestant 16' Bourdon 16' Viola 16' Untersatz 32'
Rohrgedeckt 8' Principal I 8' Montre 8' Doppelflöte 8' Principal 16'
Quintade 8' Principal II 8' Flûte harm. 8' Gemshorn 8' Subbass 16'
Octave 4' Gamba 8' Bourdon 8' Salicional 8' Violon 16'
Rohrflöte 4' Flûte harm. 8' Gambe 8' Aeoline 8' Quinte 10 2/3'
Octave 2'

Gedackt 8'

Voix Céleste 8' Unda maris 8' Octave 8'
Waldflöte 2' Octave 4' Octave 4' Liebl. Gedackt 8' Violoncell 8'
Sesquialtera 2 2'3 Blockflöte 4' Flûte trav. 4' Holzflöte 4' Bourdon 8'
Larigot 1 1/3' Quinte 2 2/3' Viola 4' Dolce 4' Octave 4'
Scharff IV-V Octave 2' Nasard 2 2/3' Flöte 2' Hintersatz IV-V
Dulcian 16' Mixtur V Quarte de Nasard 2' Harm. aeth. III - V Bombarde 32'
Cromorne 8' Cimbel III Tierce 1 3/5' Trompete 8' Posaune 16'
Tremulant Cornet 8' Sifflet 1' Klarinette 8' Trompete 8'
Trompete 16' Fourniture V Vox humana 8' Schalmey 4'
Trompete 8' Basson 16' Tremulant
Trompette harm. 8'
Hautbois 8' IV. Solo
Clairon harm. 4' Tuba mirabilis 8'
Tremulant

Tuba sonora 8'



Koppeln: I/II, III/II, III/I, I/P, II/P, III/P
Koppeln el.: IV/I, IV/II, IV/III, IV/P

Spielhilfen:
Rieger Setzersystem:
10 Benutzer mit je1000 Kombinationen mit je 3 Inserts
Archiv für 250 Titel mit je 250 Kombinationen
4 Crescendi - einstellbar
freie Manualzuteilung für Solozungen
Sequenzschaltung
Kopierfunktion
Wiederholungsfunktion
Werkabsteller
Generalabsteller

Tonumfang:
Manual: C - a3
Pedal: C - f1

Mit freundlicher Genehmigung der Kirchengemeinde (Peter Kofler) - Foto: Walter Glück
OI-M-35
weiterführende Links

Webseite St. Michael München



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