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Die Orgel St. Marien Kyritz

Geschichte der Orgel
Disposition


Geschichte der Orgel

Im Jahre 1873 wurde die Orgel von der Orgelbaufirma Reubke & Sohn aus Hausneindorf im Harz gebaut. Adolf Reubke, der Vater des berühmten Komponisten Julius, lebte von 1805 bis 1875 und gründete die Firma. Seit 1860, mit Eintritt des Sohnes Emil als Teilhaber, lautete die Firmenbezeichnung Reubke & Sohn. 1884 übernahm Ernst Röver die Werkstatt und führte sie bis zu seinem Tode weiter.

Am 18. September 1873 erfolgte die Abnahme der Kyritzer Orgel durch Herrn Professor Schneider aus Berlin. Ursprünglich mit mechanischer Kegellade gebaut, wurde die Orgel 1904 von der Firma Piper aus Perleberg mit einem neuen Gebläse, neuer pneumatischer Traktur und einem neuen Spieltisch versehen. Das Register Gambe 8' im Hauptwerk wird erneuert. 1930 wird die Orgel von der Firma Sauer Frankfurt(Oder) gereinigt. Die Trompete 8' im Hauptwerk wird durch eine neue ersetzt, anstelle der Oboe 8′ im Schwellwerk wird eine Sifflöte 1' gebaut.

Die Firma Voit aus Rathenow führte 1963 erneut eine Reinigung durch, die Gambe 8' im Hauptwerk wird entfernt und dafür die freigewordene Kanzelle mit der Oktave 2' aus der Rauschquinte besetzt. Im Pedal wird die Trompete 8' entfernt und dafür eine Oktave 4' eingebaut.

Eine Generalreinigung und eine Teilrestaurierung erfolgte 1994/95 durch die Orgelbaufirma Schuke aus Potsdam. Ermöglicht wurde dieses Vorhaben durch Fördermittel des Landes Brandenburg, des Landkreises Ostprignitz-Ruppin und nicht zuletzt durch viele Kollekten und Spenden. Unter anderem wurden die dispositionellen Veränderungen der Jahre rückgängig gemacht, z.T. wurden neue Register nachgebaut (Gambe 8' im Hauptwerk und Oboe 8' im Schwellwerk). Die Festliche Wiederindienstnahme der Orgel war am 2. April 1995.

Ein neues Gebläse bekam die Orgel 1999. Desweiteren wurden die Prospektpfeifen nach alter Mensur wieder wie ursprünglich aus Zinn nachgebaut.

Es finden regelmäßig Konzerte auf der Reubke-Orgel in Kyritz statt.

Heute hat die Orgel 40 klingende Register, verteilt auf drei Manuale und Pedal, mit gut 2600 Pfeifen. Die Orgel ist die in ihrer Größe einzig noch erhaltene Reubke-Orgel von ungefähr 70 gebauten Orgeln und zugleich die größte romantische Orgel des 19. Jahrhunderts im Land Brandenburg.


Disposition

I Hauptwerk II Oberwerk III Schwellwerk Pedal
1 Principal 16′ 16 Gedackt 16′ 28 Lieblich Gedackt 16′ 37 Offenbass 16′
2 Bordun 16′ 17 Geigenprincipal 8′ 29 Lieblich Gedackt 8′ 38 Violone 16′
3 Principal 8′ 18 Stillgedackt 8′ 30 Harmonika 8′ 39 Subbass 16′
4 Hohlflöte 8′ 19 Salicional 8′ 31 Vox celeste 8′ 40 Bassflöte 8′
5 Gambe 8′ 20 Flute harmonique 8′ 32 Oboe 8′ 41 Violoncello 8′
6 Bordun 8′ 21 Clarinette 8′ 33 Flauto dolce 4′ 42 Octavbass 8′
7 Flute harmonique 4′ 22 Octave 4′ 34 Fugara 4′ 43 Quinte 10⅔′
8 Octave 4′ 23 Spitzflöte 4′ 44 Posaune 16′
9 Rauschquinte 2 fach 24 Waldflöte 2′ 45 Trompete 8′
10 Mixtur 3 fach 25 Nassat 2⅔′
11 Cymbel 3 fach 26 Mixtur 3 fach
12 Cornett 3 fach
13 Trompete 8′

Koppeln:
II/I; III/I; III/II; P/I; P/II

Feste Kombinationen:
p, mf, f, ff, tutti
Rohrwerk ab, Register ab, Pedal piano, Pedal pianissimo, Schweller zum Manual III, Crescendowalze


Mit freundlicher Genehmigung von Kantor Michael Schulze
OI-K-46
weiterführende Links

Webseite Reubke-Orgel Kyritz
Webseite St. Marien Kyritz



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