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Die Orgeln in St. Cyriakus Krefeld

Die alte Orgel
Das neue Instrument
Die Klanggestalt
Disposition

Zur Geschichte der Gemeinde
Neue Pfarrkirche
Pfarrbüro


Die alte Orgel

Durch die anstehenden Restaurierungsarbeiten in der Kirche hätte die bestehende Orgel an der Nordseite komplett abgebaut und hinterher, nach einer entsprechenden Generalüberholung, wieder aufgebaut werden müssen. Da der Zustand dieser elektrisch gesteuerten Orgel bereits desolat war und die vorgenannten Arbeiten eine nicht vertretbar erscheinende Summe verschlungen hätten, entschloss man sich für einen Neubau in vollmechanischer Bauweise. Den Auftrag hierzu erhielt die Firma Metzler Orgelbau AG in Dietikon/Schweiz. Zuvor wurde aus akustischen sowie optischen Gründen eine neue Orgelempore an der Westseite am Turm errichtet.

Da von der alten Orgel lediglich der denkmalgeschützte Prospekt von 1783 übernommen werden konnte, war man in der weiteren Gestaltung völlig frei.

Das neue Instrument

Entscheidend geprägt wird diese Orgel äußerlich durch die historische Hauptwerksfassade, deren älteste Teile auf das Jahr 1783 zurückgehen. Die statisch relevanten Teile wurden alle aus massivem Eichenholz neu angefertigt, damit diesem imposanten Gehäuse eine ähnlich lange Lebensdauer zugeschrieben werden kann wie dem Orgelwerk, das es beinhaltet. In diesem Hauptwerk stehen auf einer Zwillingslade das Hauptwerk und das Kleinpedal.

Das neue Rückpositiv wurde zwar der Einheitlichkeit des Erscheinungsbildes wegen auch in historischer Formensprache gestaltet, unterscheidet sich aber in den Details soweit vom Original, dass es vom aufmerksamen Betrachter sofort als spätere Zutat erkannt werden kann.

Hinter dem Hauptwerk erhebt sich nochmals ein ähnlich großer Korpus, in dem unten das durch den Eingang in C- und Cis-Seite getrennte Schwellwerk und darüber das Großpedal untergebracht sind. Insgesamt erhielt die Orgel 49 Register, wovon die Doppelflöte 8′ im Schwellwerk erstmalig und die Schwebestimme Unda maris 8′ im Rückpositiv zum zweitenmal von der Firma Metzler gefertigt wurde (Erstfertigung für die Orgel in Hopfgarten/Österreich 1998). Für die Metallpfeifen wurden die vier verschiedenen Legierungen (Zinn und Blei) zu Platten gegossen, welche dann in einem zeitaufwendigen Verfahren gehämmert wurden, damit die Pfeifen einen besonderen Wohlklang erhalten.


Die Klanggestalt

Im Gegensatz zu früheren Epochen, als der länderübergreifende Handel mit Noten noch sehr eingeschränkt war, hat die heutige Organistengeneration praktisch die gesamte Literatur greifbar und nutzt dies auch weitgehend aus, um ihrem Musikerleben, sowie den Gottesdiensten und Konzerten möglichst viel Abwechslung zu verleihen. Wenn die Idee der Universalorgel auch verpönt ist, wird von einer neuen großen Orgel doch gemeinhin und zu Recht erwartet, dass auf ihr wesentliche Teile aller Kompositionen in einer adäquaten Weise dargestellt werden können. Das heißt für den heutigen Orgelbauer, dass er sich nicht nur an einem der vielen historischen Orgelbaustile orientieren kann, sondern aus verschiedenen Ecken Inspirationen holen muss, um diese dann allerdings zu einer neuen Einheit zu verschmelzen. Für diese Orgel reichen, der Tradition der Firma Metzler zufolge, wesentliche Wurzeln in die Barockzeit zurück, wobei die Principalchöre eher in der norddeutschen Manier angelegt sind, die Zungenstimmen und Aliquoten hingegen eher in der französischen. Hinzu kommen mit dem Schwellwerk und etlichen spezifisch romantischen Registern auch noch Einflüsse des 19. Jahrhunderts.

Diese Vorbilder dürfen allerdings nicht originalgetreu umgesetzt werden, vielmehr haben sie sich der Gesamtidee anzupassen, damit aus allen sinnvollen Registerkombinationen homogene Klänge entstehen. Als vornehmstes Ziel gilt es, eine überzeugende Balance zwischen dem artikulierten, obertonreichen und transparenten barocken Klangideal, sowie dem eher verschwommenen und grundtönigen romantischen zu finden. Dichte barocke Polyphonie soll ja klar durchhörbar sein, aber den romantischen Werken darf die Fülle auch wieder nicht fehlen. Darüber hinaus soll jedes einzelne Register seine Eigenart möglichst deutlich zum Erklingen bringen, ohne dass darunter die Verschmelzfähigkeit leidet. Zum Glück zeigt sich immer wieder, dass charaktervolle Einzelstimmen sich im Gegensatz zu langweiligen auch zu viel belebteren und überraschenden Mischungen kombinieren lassen.

In dieser Orgel sind somit sämtliche Registergruppen in den unterschiedlichsten Ausformungen vertreten, was ihr eine unermessliche Farbigkeit verleiht. Vom kaum wahrnehmbaren Pianissimo bis hin zum überschäumenden Tutti findet der kundige Organist alle dynamischen Abstufungen und somit für alle liturgischen und konzertanten Begebenheiten immer wieder die angemessenen Klänge: andächtige, wohltuende, beruhigende, klagende, fröhliche, ernste, spielerische, erschütternde und majestätische. Er findet ein Instrument vor, das in all diesen Facetten wohlaus-gewogen und gediegen klingt, eben: Musik macht.

Heinz Hinkes


Die Disposition

II. Hauptwerk C-g3 III. Schwellwerk C-g3 I. Rückpositiv C-g3 Pedalwerk C-f1
Bourdun 16' Principal 8' Rohrflöte 8' Principal 32' **
Principal 8' Salicional 8' Quintade 8' Principal 16' *
Viola 8' Voix celeste 8' Unda maris 8' Subbass 16' TM
Hohlflöte 8' Doppelflöte (Holz) 8' Principal 4' Octavbass 8'
Octave 4' Octave 4' Rohrflöte 4' Spitzflöte 8' *
Spitzflöte 4' Traversflöte 4' Nasard 2 2/3' Octave 4'
Quinte 2 2/3' Doublette 2' Octave 2' Rauschpfeife V 2 2/3'
Superoctave 2' Sesquialtera II-III Terz 1 3/5' Bombarde 16' *
Mixtur V-VI 1 1/3' Mixtur IV-VI 2' Larigot 1 1/3' Fagott 16' TM
Cornet V (ab c1) Basson 16' Scharf IV 1' Trompete 8' *
Fagott 16' Trompette 8' Krummhorn 8' Clairon 4' *
Trompete 8' Oboe 8' Vox humana 8'
Trompette en chamade 8' Clairon 4' * = Großpedal

Prinzipal 32' * (C-GIS: 10 2/3')
Schleifladen; Spiel- und Registertrakturen, sowie Koppeln: mechanisch

Koppeln: Tremulanten Tritte
Hauptwerk + Schwellwerk
Hauptwerk + Rückpositiv
Rückpositiv + Schwellwerk
Pedal + Hauptwerk
Pedal + Schwellwerk
Pedal + Rückpositiv
für das Schwellwerk
und das Rückpositiv
Mixtur HW an / ab
Bombarde 16′ an / ab
Trompete HW 8′ an / ab
Trompete SW 8′ an / ab


Zur Geschichte der Hülser Kirchengemeinde

Die Ursprünge der Hülser Kirchengemeinde sind quellenmäßig nicht belegt. Der Pfarrpatron, der römische Diakon Cyriakus, wurde im Jahre 304 unter der Verfolgung des römischen Kaisers Diokletian ermordet. Im Erzbistum Köln fand der Cyriakus-Kult etwa seit dem 10. Jahrhundert eine stärkere Verbreitung, so dass man dieses 10. Jahrhundert als frühesten Zeitpunkt für eine Kirchengründung in Hüls ansetzen kann. Es existierte wahrscheinlich eine kleine Kapelle, die den Burgbewohnern damals genügte. Diese Burgkapelle war eine Tochterkirche von Kempen und gehörte zum Dekanat Süchteln und das Recht zur Investitur lag beim Propst des Archidiakonats Xanten.
Ein erster schriftlicher Hinweis auf die Existenz einer Kapelle findet sich im Jahre 1188, als der Kölner Erzbischof Philipp von Heinsberg festlegte, dass der erzbischöfliche Ministerial, Johannes de Hulse und dessen Gattin, eine Schenkung vorgenommen habe, worunter auch Kapellen fielen. Diese Urkunde belegte, dass Hüls Eigentum der Herren von Hüls war. Es ist nicht mehr festzustellen, wann die Hülser Kapelle zu größerer Eigenständigkeit gelangt ist. In einer Urkunde aus dem Jahre 1225 wird ein Priester Rudolphus sacerdos de Hulse erwähnt, jedoch ist nicht festzustellen, welche Tätigkeit als Geistlicher er ausführte. Gesichert ist jedoch das Jahr 1337. In einer Urkunde wird berichtet, dass eine Kirche in Hüls existiert. Im 15. Jahrhundert hat es dann Erweiterungen oder einen Neubau der Kirche gegeben. Für den 4. April 1434 ist die Einweihung einer Hülser Kirche belegt, die von Weihbischof Wilhelm aus Köln vorgenommen wurde. Im Jahre 1483 wurde der Glockenturm errichtet. Starke Unwetter führten 1496 dazu, dass die Kirche größere Beschädigungen erfuhr, die mit tatkräftiger Unterstützung der Herren von Hüls in den folgenden Jahren wieder behoben werden konnten.
Am 17. Januar 1583 fielen beim truchsessischen Krieg die Kirche und der Turm einem Brand zum Opfer. Ein erneuter Wiederaufbau war nötig, als am 04.08.1636 der Turm einstürzte. Diese alte Pfarrkirche stand dann bis zum Jahre 1867. In diesem Jahr wurde sie abgerissen, um an gleicher Stelle eine neue, größere Pfarrkirche zu errichten.


Neue Pfarrkirche St. Cyriakus

Im 19. Jahrhundert gab es ein schnelles Anwachsen der Hülser Bevölkerung. Die Pfarrkirche war dadurch beim sonntäglichen Gottesdienst stets überfüllt. Um diesen Zustand zu verbessern, gab es ab 1841 konkrete Überlegungen, die Kirche zu erweitern. Schließlich entschied man sich, die alte Kirche abzureißen und an gleicher Stelle eine neue Kirche zu errichten. Der Kölner Architekt Heinrich Wiethase (1833-1893) hat in enger Zusammenarbeit mit dem damaligen Pfarrer Heinrich Bartels eine neue Kirche gebaut. Im Jahre 1870 konnte nach 5 1/2jähriger Bauzeit an Weihnachten die Kirche erstmals in Betrieb genommen werden. Die Konsekration erfolgte auf Grund des Kulturkampfes erst im Jahr 1875 durch Bischof Johann Bernhard Brinkmann aus Münster. Die weitere Ausstattung der neuen Pfarrkirche konnte in den folgenden Jahren durchgeführt werden. Der Hochaltar wurde im Jahr 1882 fertig gestellt; danach folgten Marien- und Josefsaltar. Ebenso wurden ab 1888 die Kirchenfenster gestaltet. In den Jahren 1902/1903 wurde die Ausmalung der Pfarrkirche vorgenommen. 1913 entschloss man sich, die Orgel an der Nordseite zu installieren, wobei dazu drei Fenster zugemauert werden mussten.

Nach dem zweiten Weltkrieg wurde im Jahre 1955 eine umfangreiche Innensanierung der Pfarrkirche erforderlich. Bei dieser Innensanierung wurden aus der alten Orgel acht Register herausgenommen und auf der neu errichteten südlichen Orgelempore als Chororgel installiert. Nach über 30 Jahren wurden zwecks Erhaltung der Pfarrkirche weitere Instandhaltungsmaßnahmen erforderlich, so dass ab 1987 eine umfangreiche Renovierung und Restaurierung der Pfarrkirche im Außen- sowie im Innenbereich veranlasst wurde. Nach der Sanierung der Südseite, des Turmes und des Kirchturmhelmes erfolgte im Jahre 1992/1993 die Innensanierung. 19 Monate lang war die Pfarrgemeinde bei den Gottesdiensten Gast der evangelischen Schwestergemeinde in Hüls. In dieser Zeit wurde die Ausmalung der Pfarrkirche nach alten Befunden wieder hergestellt. Bei dieser Innensanierung wurde im Hauptportal eine Empore für die neue Orgel errichtet, die dann im Jahre 1999 unter Wiederverwendung des alten historischen Prospektes aus dem Jahre 1783 errichtet wurde.

Die Pfarrkirche ist außerhalb der Gottesdienste werktags in den Sommermonaten von 15.00 Uhr bis 18.00 Uhr zum Gebet und zur Besichtigung geöffnet (im Winter, Oktober - März, 15.00 Uhr bis 17.00 Uhr). Herzlich sind Sie eingeladen, unsere Pfarrkirche zu besuchen.


Pfarrbüro St. Cyriakus Krefeld-Hüls

Rektoratsstraße 19
47839 Krefeld
E-Mail-Adresse: buero(at)st-cyriakus-huels.de


Mit freundlicher Genehmigung der Kirchengemeinde und Heinz Hinkes (Text zur Orgel)
OI-K-1

weiterführende Links

Webseite St. Cyriakus Krefeld-Hüls



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