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Die Orgel der Johannes-der Täufer-Kirche in Kirchwistedt

Die Orgel
Orgelrenovierung
Auszüge aus der Geschichte der Orgel

Die Kirche
Kanzel, Apostel, Johannes der Täufer
Kirchturm und Turmuhr
Taufbecken, Brautstühle, Klingelbeutel
Die Kirchengemeinde
Kontakt


Die Orgel

Sie wurde von dem Beverstedter Orgelbauer Johann Hinrich Röver gebaut und am 1. Juni 1863 an den Kirchenvorstand übergeben. Sie hat zwei Manuale und 17 klingende Register.
Es heißt, die Röver-Orgel sei ein Geschenk des damaligen Pastors Goldbeck, nachdem dieser in der Lotterie gewonnen hatte.


Orgelrenovierung 2003

Die Kirchengemeinde Kirchwistedt hat zu Beginn des Jahres 2003 ihre 140 Jahre alte Röver-Orgel renoviert. Der Orgelbaumeister Rietzsch aus Hemmingen hat dem Werk des in Beverstedt und Stade tätigen Johann-Hinrich Röver technisch und klanglich wieder zu Höchstleistungen verholfen. Uns in Kirchwistedt kam es vor allem darauf an, diese unter Denkmalsschutz stehende Orgel zu erhalten. Das haben wir mit vielen großzügigen Spenden geschafft.

Auszüge zur Geschichte der Orgel in Kirchwistedt

Bedeutsam für ein halbes Jahrhundert wurde die im Jahre 1856 gegründete neue Orgelbaufirma Röver. Johann Hinrich Röver, am 2.Januar 1812 in Bramstedt bei Bremerhaven geboren, hatte zunächst das Tischlerhandwerk erlernt, sich dann aber 1848 - 1850 bei Orgelbaumeister Tappe in Verden spezialisiert und war durch die Erfindung der nach ihm benannten "Röverschen Lade", einer mechanischen Kastenwindlade und durch Versuche mit Röhrenpneumatik bekannt geworden 1856 hatte er sein eigenes Orgelbaugeschäft in Meierhof bei Beverstedt eröffnet und seinen ersten Neubau in Rhade ausgeführt.

Im Oktober 1858 bewarb er sich um das Bürgerrecht in Stade, wofür ihn der Superintendent Wiedemann in Beverstedt folgendes Empfehlungsschreiben mitgab; "Der Orgelbauer Röver, wohnhaft auf eigenem freien Besitztum im Meierhof, ist nicht bloß Handwerker in seinen Fach, sondern ein über die Kunst grübelnder und nachdenkender Mann, welches er bei dem Bau der hiesigen Orgel durch besondere Windladen und durch die Einrichtung der "Registers Riem" bewiesen hat. Er ist ein genauer Arbeiter und hält auf genaue dauerhafte Arbeit. Nicht der geringste Tadel trifft sein Betragen, vielmehr lebt er in einer glücklichen Ehe, sorgt emsig für seiner Familie Auskommen, ist kein Wirtshausgänger, kein Wirtshausbesitzer und allezeit friedfertig und gegen Jedermann gefällig. Da ich ihn als Kind gekannt, ihn konfirmieret und getrauet habe, so kann ich ihm dies Zeugnis der Wahrheit gemäß ausstellen." Er kaufte 1860, damals in Assel wohnhaft, einen Garten vorm Hohen Tore in Stade an der Chaussee nach Harsefeld, 1863, damals in Campe wohnhaft, das ehemalige Wohnhaus des Stadtschreibers Leyding am Hagedorn 58 (jetzt Br.10) und leistete am 13. Oktober 1865 den Bürgereid. 1870 reparierte er die Orgel in St.Cosmae und baute sie dem damaligen Zeitgeschmack entsprechend unter Verlegung des Rückpositivs um. Ebenso setzte er 1875 die Orgel in St.Vilhadi instand. Neben bedeutsamen Reparaturen in den umliegenden Kirchen ist ihm eine Fülle von Orgelneubauten zu verdanken; Assel (1859/60), Depstedt bei Bremerhaven (l86l), Bederkesa(l862), Kirchwistedt bei Bremervörde(l863) Ahausen und Hechthausen(l864), Ahlerstedt und Oederquardt(l865), St. Andreas in Verden (1866), Mulsum Kirchenkreis Bargstedt(1869/70), St.Katharinen in Nienburg-Weser, Büttel Kirchenkreis Sandstedt und Basbeok(l870), Midlum, Kirchenkreis Wursten (1872), Bargstedt bei Buxtehude (1875,Lilienthal (1875), Bramel Kirchenkteis Wesermünde( 1877) , Fischerhude und Aumund Kirchenkreis Lesum(l878), Bevern Kirchenkreis Bremervörde und Oberndorf Kirchenkreis Neuhaus/0ste(l879), Neuenkirchen Kirchenkreis Rotenburg und Artlenburg Kirchenkreis Lüneburg(l880), Osterholz (um 1880), Hanstedt Kirchenkreis Winsen und Moisburg Kirchenkreis Bittfeld(1881/82), Trupe-Lilienthal und Neukloster(l885, Pattensen Kirchenkreis Winsen (1885) und Oberndorf(1886).

Seit 1.Juli 1881 hatte er seine Söhne Carl Johann Heinrich und Friedrich Wilhelm Ernst Röver in die Firma unter Umbildung dieser in eine OHG aufgenommen und kaufte 1882 noch ein weiteres Haus in der Beguinenstraße von Tischler Bortfeld hinzu. Am 1. September 1886 schied er jedoch aus dem Geschäft aus, gleichzeitig mit ihm sein Sohn Friedrich Wilhelm Ernst, der im Haus Heindorf bei Quedlinburg die Orgelbaufirma von Emil Reubke übernommen hatte, die sich unter seiner Leitung jahrzehntelang eines besonderen Ansehens erfreut hat. Der am 20. Dezember 1851 in Beverstedt geborene ältere Sohn Carl Johann Heinrich Röver leitete die Werkstatt in Stade Hinterm Hagedorn 10 selbständig weiter und hat für folgende Kirchen der Umgegend Orgeln gebaut: Bruch (Kkr. Sandstedt) l884, Oppeln (Kkr.Heuhaus/Oste) l886, Neuenvalde (Kkr.Wesermünde) l887, Hollenstedt (Kkr.Hittfeld) l888, Salzhausen (Kkr,Winsen) l889, Stelle (KKr.Winsen) 1890, Horst bei Himmelpforten 1892, Scharnebeck (Kkr.LÜneburg) l895, Oese (Kkr.Bremervörde) l894, Drochtersen (Kehdingen) , St.Jürgen (Kkr.Trupe/Lielenthal) und Heeslingen (Kkr.Zeven) l895, Odisheim (Kkr, Hadeln) 1896/97, Altenwalde (Kkr.Wursten) 1897, Trebel (Kkr.Gartow) l906. Außerdem hat er die Orgeln in Ringstedt (Kkr. Wesermünde), Zeven, Otterndorf, Neuenkirchen (Hadeln) , Himmelpforten, Steinkirchen, Freiburg, Wulsdorf (Kkr. Wesemünde) und Grasberg repariert oder umgebaut, oft unter Beibehaltung des alten Prospekts.

Als Folge des ersten Weltkrieges und der Inflation ging der Betrieb zurück, auch fand Röver unter seinen vier Kindern keinen Nachfolger, so dass die Firma 1926 gelöscht wurde. Er selbst starb am 27.März 1929 in Stade in Alter von 77 Janren. Sein Vater Johann Hinrich Röver starb im Alter von 73 Jahren 1895 in Stade.


Die Kirche

Sie wurde in drei Abschnitten gebaut.

1. Zunächst gab es eine kleine Kapelle mit gewölbter Decke und einem „Brauthaus“.
2. Vergrößert wurde sie im Westen, gemauert mit Feldsteinen und flacher Balkendecke. Wann das geschah ist nicht bekannt. Das Dach und die Decke wurden 1767 erneuert.
3. Die Kapelle im Osten wurde 1861 abgerissen und ein Anbau dem größeren Teil im Westen angeglichen. Die Wände sind mit Ziegelsteinen gemauert. Über der südlichen Eingangstür steht auf einer eisernen Tafel: „Ehre sei Gott in der Höhe. Dieser Anbau wurde fertiggestellt im Jahre 1861".


Die Kanzel

Sie stand bis 1861 auf einem 1,5 m hohen Pfeiler zwischen dem alten und neuen Teil. Bei dem Anbau wurde die sogenannte Altarkanzel gebaut. Der ehemals hölzerne Altar wurde schon 1720 aus Steinen gemauert.

Die 12 Apostelfiguren
Sie stammen aus der Zeit um 1520 und haben vor dem Anbau hinter dem Altar an der Wand gestanden. 1861 wurden sie an den neuen Emporen befestigt.

Johannes der Täufer
Seine Figur steht an der Südseite zwischen den Fenstern. Nach ihm ist die Kirchengemeinde benannt.


Der Kirchturm

Er wurde 1894/95 gebaut. Er ist 28,87 m hoch. Das Dach aus schwarzen Schieferplatten und die mit Dukatengold vergoldete Bekrönung wurde im Jahre 1992 erneuert. Im Zuge dieser Renovierung wurden in der Kugel Aufzeichnungen gefunden über die Reparatur des Kirchturms im Jahre 1947 und eine Beschreibung der Verhältnisse nach dem 2. Weltkrieg. Diese wurden ergänzt und wieder in die Kupferrolle eingelötet.

Die Turmuhr
Sie wurde 1912 für 1.650,- Mark von der Uhrenfabrik Weule in Bockenem gekauft für den im Jahre 1894/95 erbauten neuen Kirchturm. Sie konnte gekauft werden aus einem Legat Martin Böschens in Kirchwistedt. Sie muss wöchentlich aufgezogen werden und obwohl jetzt 90 Jahre alt, geht sie noch ganz genau. Auf einem der Zifferblätter steht: „pereunt et imputantur“ , übersetzt: „wir ziehen dahin und werden dazugezählt.“


Das Taufbecken

Es ist aus Glockenmetall gegossen. Auf dem Rand steht „ Anno 1402 wer glaubt und getauft wird „. Der Kessel wird von den vier Evangelisten getragen. Der Taufkerzenständer aus Eisen wurde von der Kunstschmiede Ostereistedt angefertigt und am Pfingstsonntag 1998 in den Dienst genommen.

Die Brautstühle
Beide sind im Jahre 1990 aus Eichenholz von den Sittenser Möbelwerkstätten hergestellt.

Der Klingelbeutel
Er wurde hier 1655 eingeführt. Der jetzige Klingelbeutel ist ein sehr altes Stück. Die Klingel und der Ring mit der Inschrift: „Zur Ehre Gottes und der Kirchen Zierrat. Carsten Mollenhauer, Hamburg“ sind aus Silber. In dem ersten Beutel war die Jahreszahl 1708 gestickt. Letztmalig wurde der Beutel im Jahre 1936 erneuert.


Die Kirchengemeinde

Die Kirchengemeinde Kirchwistedt hat etwa 1300 Gemeindeglieder. Zu ihr gehören die Orte Brillit, Volkmarst, Kirchwistedt, Altwistedt, Ahe und Stemmermühlen. Das Gemeindehaus in Brillit (Baujahr 1963) wird ebenfalls sonntäglich als Kirche genutzt. In der Gemeinde sind über 100 Ehrenamtliche tätig. Besonders erwähnenswert: Die vollständig eigenständige Seniorenarbeit mit monatlichem Vortragsprogramm und Freizeiten sowie der Gospelchor Toowonder, der weit über die Grenzen von Kirchwistedt hinaus Konzerte gibt. Die Gemeinde feiert am letzten Sonntag im Monat einen modernen Gottesdienst unter dem Titel „Das Kirchensofa“ mit Talkrunde, Sketch und Gemeindeaktion. Die Kirchwistedter mögen „ihre Kirche“ und zeigen dies auch durch eine zahlreiche Beteiligung an Gemeindeveranstaltungen


Kontakt

Pfarrbüro
Hauptstr. 9
27616 Kirchwistedt

Email: kirchwistedt@kkbz.de

Mit freundlicher Genehmigung der Kirchengemeinde
OI-K-12
weiterführende Links

Webseite Kirchengemeinde Kirchwistedt



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