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Die Orgel in St. Pankratius Hamburg (Neuenfelde)

Heutige Disposition
Kurze Baugeschichte

Allgemeines
Kirchenmusik
Ansprechpartner


Die heutige Disposition im Überblick:

Oberwerk Rückpositiv Pedal
Quintadena 16´ Gedackt 8´ Prinzipal 16´
Prinzipal 8´ Quintadena 8´ Oktave 8´
Rohrflöte 8´ Prinzipal 4´ Oktave 4´
Oktave 4´ Blockflöte 4´ Flöte 4´
Spitzflöte 4´ Quintflöte 3´ Nachthorn 2´
Nasat 3´ Oktave 2´ Rauschpfeife 2´
Oktave 2´ Sifflöte 1 1/2´ Mixtur V
Spielflöte 2´ Sesquialtera II Posaune 16´
Rauschpfeife II Terzian II Trompete 8´
Mixtur V-VI Scharf IV-VI Cornet 2´
Zimbel III Krummhorn 8´
Trompete 8´
Vox humana 8´

Manualschiebekoppel, Tremulant, 2 Zimbelsterne, Ventil zum Pedal (früher auch zu OW und RP), Symmetrie-Registerzug “Noli me tangere”, Stimmton a’ = 469 Hz, nahezu gleichstufige Temperatur (seit 19. Jhdt.?), Winddruck 68 mm WS, 6 Keilbälge von Schnitger


Kurze Baugeschichte:

Im Dezember 1682 wurde die Neuenfelder Kirche nach nur siebeneinhalb Monaten Bauzeit auf dem Platz des Vorgängerbaus fertiggestellt. Schnitger hatte zunächst nur die Aufgabe, die Orgel der alten Kirche in der neuen wieder aufzustellen, erhielt aber 1683 außerdem den Auftrag für einen Neubau, der 1688 mit 34 Registern auf zwei Manualen und Pedal fertiggestellt wurde. (Das alte Instrument wurde von Schnitger später in der Stader Burgkirche aufgestellt.)

1750 fand der erste verändernde Eingriff in das Instrument statt: Jakob Albrecht (Lamstedt) entfernte aus dem Rückpositiv das Trechterregal 8’ und setzte auf den freien Platz das Krummhorn 8’ aus dem Hauptwerk. Den nun freien Platz des Krummhorns besetzte er mit einer neuen Vox humana 8’.

1867 legte der Stader Orgelbauer Johann Hinrich Röver das Rückpositiv still und baute ein Hinterwerk mit sechs Registern unter Einbeziehung von Schnitgers Gedackt 8’ und Blockflöte 4’. Anscheinend – die Quellenlage ist etwas ungenau – entfernte sein Sohn Heinrich Röver im Jahr 1886 weitere aus der Mode gekommene Register.

1926 wurde eine erste Restaurierung unternommen: Der Hamburger Orgelsachverständige Hans Henny Jahnn und der Lübecker Orgelbauer Karl Kemper reaktivierten das Rückpositiv. Um den Fehlbestand im Schnitgerschen Pfeifenwerk zu ergänzen, stellte Kemper Pfeifen aus seinem Lager abgebrochener Instrumente ein, darunter Pfeifen aus der Orgel in Lübeck St. Aegidien von Hans Scherer d. J. (1624). 1938 fertigte Paul Ott (Göttingen) alle hohen Mixturen sowie die Zungenpfeifen fast vollständig neu an, wobei aufgrund der damaligen Metallrationierung anstelle von Orgelmetall für die Becher der Posaune 16’ Holz und für die der Pedal-Trompete Kupfer verwendet wurde.

1950/51 beseitigte Rudolf von Beckerath (Hamburg) Feuchtigkeitsschäden an den Windladen und Kanälen, veränderte die Spieltraktur und baute eine neue Vox humana für das Hauptwerk nach Vorbild der Schnitger-Orgel in Hamburg St. Jacobi. Eine größere Restaurierung durch die Firma Ott fand 1978 ihren Abschluß. Dabei wurden vor allem die inzwischen sehr undichten Windladen gesichert und abgedichtet, die Änderungen der Spieltraktur teilweise rückgängig und die erhaltene Balganlage wieder betriebsfähig gemacht. Am Pfeifenwerk wurden Reparaturen ausgeführt.


Restaurierung

Die Arp-Schnitger-Orgel präsentiert sich nach mehreren Restaurierungsversuchen im 20. Jahrhundert gegenwärtig in einem wenig befriedigenden Zustand. Zwar ist die Orgel bis auf geringe Einschränkungen spielbar, ihr Klangbild ist aber höchst inhomogen. Dies ist eine Folge von wiederholten Veränderungen an Winddruck und Intonation und der schlechten Qualität der rekonstruierten Register.


Allgemeines

Die heutige Neuenfelder St. Pankratiuskirche wurde 1682 in nur siebeneinhalb Monaten Bauzeit errichtet. Sie ist künstlerisch außerordentlich reich ausgestattet (u. a. mit einem der ersten Kanzelaltäre an der Niederelbe, geschaffen von Christian Precht). Weltgeltung erlangt sie aber durch ihre 1688 von Arp Schnitger vollendete Orgel.
Schnitger, Nordeuropas bedeutendster Orgelbauer überhaupt (1648-1719), war mit einer Neuenfelderin verheiratet, lebte hier 1705-1719 und liegt in der Kirche begraben.

Neuenfelde und Francop sind Stadtteile Hamburgs, gehören aber eigentlich zur niederelbischen Kulturlandschaft "Altes Land", die seit Jahrhunderten besonders vom Obstbau geprägt wird.
Die Kirchengemeinde ist fest in die dörflichen Strukturen eingebunden. Besondere Ausstrahlung hat die Jugendarbeit mit ihren Freizeiten in Bülkau.

Die Kirche steht tagsüber zur Besichtigung offen.


Kirchenmusik

Neuenfelde beherbergt eine der wenigen erhaltenen Orgeln von Arp Schnitger (1648-1719). Nordeuropas bedeutendster Orgelbauer war in Neuenfelde verheiratet, lebte hier von 1705-1719 und liegt in der Kirche begraben. Sein Kirchenstuhl ist an den prächtigen Kanzelaltar angefügt.

Sein Grab, sein Kirchenstuhl und vor allem seine Orgel (1688 vollendet, 2 Manuale, 34 Register, rund 2000 Pfeifen) machen die Kirche zu einer Pilgerstätte internationaler Orgelfreunde.

Die Orgel wird von Anfang 2015 bis September 2016 restauriert. In dieser Zeit finden einzelne Konzerte ohne Orgel sowie einige Informationsveranstaltungen zur Restaurierung statt. Die Termine werden auf der Seite www.schnitgerorgel.de veröffentlicht


Ansprechpartner

Organistenweg 7
D-21129 Hamburg
webmaster@schnitgerorgel.de
www.schnitgerorgel.de

Bürozeiten:
Montag, Dienstag u. Freitag 9 bis 11 Uhr
Mittwoch 16 bis 19 Uhr
Donnerstag 16 bis 18 Uhr

Gottesdienst: Sonntag 9.30 Uhr


Mit freundlicher Genehmigung der Kirchengemeinde
OI-H-3
weiterführende Links

Webseite Schnitgerorgel Hamburg



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