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Die Orgeln des Hamburger Michel (St. Michaelis)

Reorganisation 2010
Die Steinmeyer-Hauptorgel
Die Marcussen-Konzertorgel
Fernwerk
Carl Philipp Emanuel Bach-Orgel
Krypta-Orgel Felix Mendelssohn Bartholdy


Reorganisation der Orgeln im Michel

Der Michel wurde bis Anfang 2010 einer umfangreichen Gesamtsanierung unterzogen. Im Zusammenhang mit der Restaurierung des Kirchenraums 2009 wurden auch die Orgeln einer sorgfältigen Restaurierungsmaßnahme unterzogen.

Die große Steinmeyer-Hauptorgel von 1962 erhielt eine Überholung der mechanischen Traktur, der Windladen, des Pfeifenwerkes und der Windversorgung.

Die Marcussen-Konzertorgel, die 1950 elektrifiziert und stark umgearbeitet wurde, wurde in den Originalzustand von 1912 zurückversetzt. Der Spieltisch und die Register wurden nach Vergleichsorgeln des gleichen Baujahres rekonstruiert.

Das Fernwerk auf dem Dachboden der Michaeliskirche wurde wieder hergestellt. Die Schallabstrahlung in den Kirchenraum erfolgt dabei durch eine Öffnung in der Mitte der Kirchendecke. Die Disposition lehnt sich an das Originalfernwerk an, das bereits 1912 im Michel vorhanden war. Das Fernwerk wurde, ebenso wie die große Steinmeyer-Hauptorgel und die Marcussen-Konzertorgel, an den zusätzlichen neuen Generalspieltisch auf der Nordempore angeschlossen.

Aus liturgischen Gründen wurde die kleine Chororgel, angeordnet im Türdurchgang zwischen Sakristei und Chorraum, abgebaut, und durch dieCarl Philipp Emanuel Bach-Orgel (Grollmann-Orgel) ersetzt. Sie ist gegenüber der Marcussen-Konzertorgel auf der oberen kleinen Südempore angeordnet. Aufgrund der herausragenden Bedeutung von Carl Philipp Emanuel Bach orientiert sich diese neue Orgel am Komponisten und seiner Epoche. 1768 übernahm C.P.E Bach die Nachfolge von Georg Philipp Telemann als Kirchenmusikdirektor Hamburgs.

Am 9.10.2008 wurde die neue Krypta-Orgel „Felix Mendelssohn Bartholdy geweiht. Es handelt sich um den Wiederaufbau einer historischen, romantischen Orgel der Firma Strebel von 1917. Sie entstammt dem Lagerbestand der Firma Freiburger Orgelbau Hartwig Späth. Die Herausforderung bestand darin, sie der geringen Raumhöhe der Krypta anzupassen.

Mit der Fertigstellung dieses Gesamtkonzeptes bis Ende 2009 verfügt der Michel über eine Auswahl von Instrumenten, die von der Ausrichtung auf die Musikepoche Carl Philipp Emanuel Bachs bis hin zu Visionen für zeitgenössische und zukünftige Musik reicht.
Mit der Durchführung wurden die beiden Orgelbauwerkstätten Freiburger Orgelbau Hartwig Späth und Orgelbau Klais Bonn gemeinsam betraut, die dieses große Projekt in enger Abstimmung und gemeinsamer Verantwortlichkeit durchführen.

Die Finanzierung des Gesamtprojektes ist der Großzügigkeit des Ehepaares Günter und Lieselotte Powalla zu verdanken, die mit ihrer „G. und L. Powalla Bunny’s Stiftung“ die Finanzierung übernahmen.


Die grosse Steinmeyer-Orgel

Die große Steinmeyer-Orgel ist die Hauptorgel der Hamburger Hauptkirche St. Michaelis. Sie wurde in den Jahren 1960-1962 (Einweihung März 1962) als Opus 2000 durch die Werkstatt Steinmeyer mit 85 Registern, verteilt auf fünf Manuale, erbaut.

Bei der Werkstatt Steinmeyer handelt es sich um eine der größten und bedeutendsten deutschen Werkstätten, die über einen Zeitraum von mehr als 150 Jahren die Orgelgeschichte in Deutschland und im europäischen Raum prägend mit beeinflusst hat.

Die Orgel der Hamburger Hauptkirche St. Michaelis ist ein bedeutendes Zeugnis für den Orgelbau der 1960er Jahre und wird, analog zur Marcussen-Orgel auf der Seitenempore, als wichtiges neobarockes Klangdenkmal eingestuft.

Im technischen Bereich, insbesondere im Bereich der mechanischen Trakturen, haben hier zeitbedingt jedoch einige Kontruktionen Anwendung gefunden, deren "Langlebigkeit" sich nicht bewährt hat. Als Beispiel sei hier die Verbindung zwischen Taste und Ventil angeführt, die mit einer dünnen Drahtkonstruktion, einer sogenannten Litze gelöst wurde, deren Dauerhaftigkeit nun an ihre Grenzen stößt. In Zusammenhang hiermit wurden die Umwinklungen über Spitzlager, sogenannte Wiener Kapseln, ausgeführt, die hohe Verschleißerscheinungen aufweisen, weil sich die Stahlspitzen in die Lager bohren.

Es ist leider nicht möglich, das verwendete Traktursystem denkmalgerecht zu restaurieren. Die eingearbeiteten Achsen in den Lagerungen können nur in Gänze ausgetauscht werden. Daher ist die Orgelkommission in Abstimmung mit den ausführenden Orgelbauwerkstätten zu der Entscheidung gekommen, die mechanischen Trakturen grundsätzlich gegen einheitliche Holztrakturen auszutauschen, deren Dauerhaftigkeit und Langlebigkeit sich in vielen Instrumenten bewährt hat.

Gleichzeitig wird das Instrument aber einschließlich Windladen, Pfeifenwerk, Windversorgung, Prospektgestaltung und Anordnung der Teilwerke als wichtiges Zeugnis und Klangdenkmal der 1960er Jahre betrachtet und in seinem Erbauungszustand restauriert.

Disposition

I. Manual
Hauptwerk Positiv
II. Manual
Schwellwerk
III. Manual
Bombardenwerk (SW)
IV. Manual
Kronwerk
V. Manual
Brustwerk
Pedal
Quintadena 16' Principal 16' Bourdon 16' Hohlflöte 8' Quintadena 8' Principal 32'
Principal 8' Oktave 8' Principal 8' Spitzgamba 8' Gedackt 8' Gemshorn 16'
Spitzflöte 8' Oktave 4' Violflöte 8' Principal 4' Principal 4' Subbass 16’
Octavce 4' Oktave 2' Schwebung 8' ab c Spitzflöte 4' Blockflöte 4' Oktave 8'
Rohrflöte 4' Quinte 5' Oktave 4' Oktave 1' Oktave 2' Gedackt 8'
Octave 2' Quint 2' Flute travers 4' Gemshorn 2' Quinte 1 1/3' Oktave 4'
Flachflöte 2' Mixtur 6-8f. 2' Octave 2' Oktave 1' Sesquialtera 2f. 2 2/3' Koppelflöte 4'
Nasat 2 2/3' Scharff 4f. 2/3' Quinte 2 2/3' Nasat 2 2/3' Scharff 5-7f. 1' Nachthorn 2'
Mixtur 6-8f. 1 1/3' Cornett 5f. 8' ab f Terz 1 3/5' Terzian 2f. 1 3/5' Cimbel 2f. 1/3' Bauernflöte 1'
Cymbel 3f. 1/6' Trompete 16' Septime 1 1/7' Scharff 6f. 1' Dulcian 16' Hintersatz 5f. 4'
Fagott 16' Trompete 8' Mixtur 4-6f. 1 1/3' Regal 16' Bärpfeife 8' Rauschpfeife 3f. 2 2/3'
Trompete 8' Trompete 4' Bombarde 16' Krummhorn 8' Schalmey 4' Mixtur 6-8f. 2'
Vox humana 8' Trompete 8' Zinke 4' Tremulant Posaune 32'
Tremulant Oboe 8' Tremulant Posaune 16'
Clairon 4' Zimbelstern Dulcian 16'
Tremulant Trompete 8'
Trichterregal 8'
Trompete 4'
Vox humana 4'
Singend Cornett 2'

Die Marcussen-Orgel

Das zweite große Orgelwerk in der Hamburger Michaeliskirche ist die sogenannte Konzertorgel, angeordnet auf der Seitenempore. Hierbei handelt es sich um ein Instrument, welches in seinen Grundzügen im April 1914 durch die dänische Werkstatt Marcussen fertig gestellt worden ist und 2009 von Orgelbau Klais restauriert wurde

Disposition der Marcussen-Orgel

I. Hauptwerk
C–-c4
II. Schwellwerk
C-–c4, Lade bis c5

Pedal
C-–f1

Prinzipal 16’
Transmission aus P Prinzipalbaß 16’ und SW Prinzipal 8’

Lieblich Gedackt 16’

Prinzipalbaß 16’
Prinzipal 8’ Geigenbaß 16’
Bordun 16’

Salicional 8’

Subbaß 16’

Prinzipal 8’

Aeoline 8’

Gedacktbaß 16’
Transmission aus SW Liebl. Gedackt 16’

Gamba 8’

Vox coelestis 8’ ab c0

Gemshorn 8’

Konzertflöte 8’

Oktave 8’

Dulcian 8’

Gedackt 8’

Gedackt 8’

Doppelflöte 8’

Quintatön 8’

Quinte 10 2/3’

Rohrflöte 8’

Oktave 4’

Quinte 5 1/3’

Oktave 4’

Gemshorn 4'

Oktave 4’

Offenflöte 4’

Querflöte 4’

Posaune 16’

Quintatön 4’

Oktavflöte 2’ bis c4

Trompete 8’

Quinte 2 2/3’

Terz 13/5’ bis c4

Oktave 2’

Cornett 4–-6fach bis c4

Mixtur 3-–4fach

Rauschquinte 2 2/3’ + 2’ bis c4

Trompete 8’

Oboe 8’


Koppeln: HW/I; HW/II; HW/III; HW/IV; SW/I; SW/II; SW/III; SW/IV; HW/P; SW/P
Subkoppel SW durchkoppelnd; Superkoppel SW ausgebaut; durchkoppelnd

Das Fernwerk

In Verbindung mit der großen Walcker-Orgel von 1912, die sich an der Position der heutigen Steinmeyer-Orgel befunden hat (der heutige Prospekt geht in seiner Gestaltung weitgehend auf die Walcker-Orgel zurück), baute man auf dem Dachboden ein Fernwerk, dessen Schallabstrahlung in den Raum durch eine Öffnung in der Mitte der Kirchendecke erfolgte. Verbunden waren Schallaustrittsöffnung und Fernwerk durch einen langen, 3,50 m breiten Schallkanal, dem ausgezeichnete akustische Eigenschaften nachgesagt wurden.

Dieses besondere Werk mit seiner ganz eigenen akustischen Eigenschaft und einer ganz anderen Wirkung im Kirchenraum als ein direkt im Raum platziertes Werk wird im Rahmen der Renovierung der Orgeln wiederentstehen. Fernwerke in großen Kirchenräumen haben eine lange Tradition und wurden in der Zeit um 1900 öfter gebaut. Walcker baute bereits 1904 in der Esslinger Stadtkirche ein Fernwerk auf elektro-pneumatischen Kegelladen, 1911 wurde es versetzt und mit einem 30 m langen Schallkanal aus Gipskarton mit doppelten Schwelljalousien versehen. 1997 wurde dieses Fernwerk restauriert.

Das Fernwerk wurde an den zusätzlich neu geschaffenen Generalspieltisch angeschlossen, der die beiden Hauptinstrumente der St. Michaeliskirche – die Steinmeyer-Hauptorgel sowie die Marcussen-Konzertorgel – in Zusammenhang mit dem Fernwerk verbindet.

Disposition Fernwerk
Orgelbau Klais, Bonn & Freiburger Orgelbau - 2009

FERNWERK C–c5 Pedal C-g1

Bordun 16’

Prinzipal HD 8’

Violon 16’

Prinzipal 8’

Gamba HD 8’

Bordun 16’
Transmission aus Bordun 16’

Tibia 8’

Tuba HD 16’
comb. mit Tuba 8’

Salicional 8’

Tuba HD 8’ Oktavauszug aus HD Tuba 16’

Violon 8’
Oktavauszug aus Violon 16’

Echo Gamba 8’

Schwebung 8’ ab c0

Fugara 4’

Gemshorn 4’

Harmonia aetheria 4fach 22/3’ bis c4

Horn 8’

Regen

Koppeln: FW/I; FW/II; FW(III; FW/IV; FW/V; Subkoppel FW; Superkoppel FW (ausgebaut)
FW-HD/I; FW-HD/II; FW-HD/III; FW-HD/IV; FW-HD/V; Subkoppel FW-HD; Superkoppel FW-HD (ausgebaut)
FW/P; FW-HD/P

Die Carl Philipp Emanuel Bach-Orgel

Die vorhandene kleine Chororgel, angeordnet im Türdurchgang zwischen Sakristei und Chorraum, muss aus liturgischen Gründen an dieser Stelle aufgegeben werden. Dieses Instrument wird durch den Neubau einer Carl Philipp Emanuel Bach-Orgel ersetzt, welche gegenüber der Marcussen-Konzertorgel auf der oberen kleinen Südempore angeordnet wird. Ziel ist es, ein Instrument zu schaffen, welches sich seitens seiner Orgeltechnik, seiner Disposition und seiner Windversorgung an barocken Klangidealen orientiert. Aufgrund der herausragenden Bedeutung von Carl Philipp Emanuel Bach für die Stadt Hamburg und insbesondere für St. Michaelis, wird sich diese neue barocke Chororgel an der Epoche und um den Komponisten Carl Philipp Emanuel orientieren. Carl Philipp Emanuel Bach, Sohn von Johann Sebastian Bach, wird auch als Hamburger Bach bezeichnet. Er übernahm 1768 als Nachfolger seines Paten Georg Philipp Telemann die Position des Kirchenmusikdirektors in Hamburg. Aufgrund dieser wichtigen Position ist es sinnvoll und wünschenswert, in der Michaeliskirche eine Chororgel zu schaffen, die seitens ihrer Konzeption und stilistischen Ausrichtung auf diesen wichtigen Komponisten und Bürger Hamburgs ausgerichtet ist. Auf diese Weise kann eine zusätzliche Abrundung des Orgelkonzeptes in der St. Michaeliskirche geschaffen werden und somit auch Bezug auf frühere Musiktraditionen Hamburger Geschichte.

Die kleine Chororgel soll, wie bisher, völlig selbstständig und unabhängig von der großen Steinmeyer-Hauptorgel und der Marcussen-Konzertorgel eine eigene, wichtige Orgelpersönlichkeit in diesem faszinierenden Kirchenraum darstellen.

Disposition Carl-Philipp-Emanuel-Bach-Orgel
Freiburger Orgelbau 2010

I. Hauptwerk C-g3 II. Oberwerk C-g3 Pedal C-f
1. Principal 8’ 7. Gedackt 8’

12. Subbaß 16’

2. Holzflöte 8’

8. Rohrflöte 4’

13. Offenbaß 8’

3. Octave 4’

9. Nazard 2 2/3’

4. Traversflöte 4’

10. Flöte 2’

5. Octave 2’

11. Dulcian 8’

6. Quinte 1 1/3’


Nachtigall

Die Krypta-Orgel

Unter dem Kirchenraum der Hauptkirche St. Michaelis befindet sich eine große Krypta mit den Abmessungen von ca. 44 x 42 m, die von ca. 44 Säulen gegliedert ist und die den Kirchenboden tragen. Dieser Raum wird während der Renovierung des Hauptraumes und auch zu anderen Gelegenheiten für Gottesdienste, Konzerte und sonstige Veranstaltungen genutzt. In der Front des Raumes, unsichtbar hinter einer schalldurchlässigen Wand, wird die Orgel aufgestellt. Bei dieser Orgel handelt es sich um ein gebrauchtes, romantisches Instrument des Orgelbauers Strebel, welches restauriert wird und einen fahrbaren elektrischen Spieltisch erhält.

Mit der Fertigstellung der Umsetzung dieser Gesamtkonzeption wird die Hamburger Michaeliskirche über eine einmalige Orgelsituation mit drei Orgelpersönlichkeiten unterschiedlicher Epochen und Ausrichtung verfügen: Der Hamburger Michel wird dann über einen Instrumentenkanon verfügen, der von der Ausrichtung auf die Musikepoche Carl Philipp Emanuel Bachs bis hin zu Visionen für zeitgenössische und zukünftige Musik reicht, zu Ehren Gottes und zur Freude der Menschen.

Disposition
J. Strebel 1917
Umbau/Restaurierung 2008 durch Freiburger Orgelbau

I. Manual C-g''' II. Manual C-g''' Pedal C-d1

Prinzipal 8’

Lieblich Gedeckt 8’

Subbass 16’

Viola di Gamba 8’

Salicional 8’

Hohlflöte 8’

Oktave 4’

Koppeln: II/I, I/P, II/P, Sub II/I, Super I (ausgebaut), Super II (ausgebaut)
Computergesteuerte Setzeranlage

Mit freundlicher Genehmigung der Kirchengemeinde St. Michaelis
OI-H-17
weiterführende Links

Webseite St. Michaelis Hamburg
Webseite Michel-Musik



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