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Die Orgeln der Zisterzienserabtei Himmerod in Großlittgen

Die Orgelgeschichte in Himmerod
Die Nollet-Orgel
Die Orgel der Kapelle
Die Interimsorgel
Die Klais-Orgel von 1962
Disposition
Das Orgelpositiv

Die Geschichte des Klosters
Kontakt


Orgelgeschichte

Da die streng monastische Lebensweise der Zisterzienser ihre Entsprechung in der Architektur und in der Musik suchte, war laut Beschluss des Generalkapitels bis 1486 der Gebrauch der Orgel untersagt. Wann die Zisterzienser von Himmerod ihre erste Orgel erhielten, ist nicht bekannt. Der früheste, indirekte Hinweis auf eine Orgel in den Annalen des Klosters stammt von 1618; in diesem Jahr verstarb der "Organist" Pater Matthias Merfelt.

Für das Jahr 1695 ist dann die Weihe einer neuen Orgel auf der Westempore bekundet, doch kurze Zeit später schon (1739) beginnen die Mönche mit dem Neubau ihrer Klosterkirche. Nach deren Fertigstellung (Weihe 1751) erhält Himmerod in den Folgejahren eine neue Orgel, die Johann Bernhard Nollet zugeschrieben wird. Doch nicht lange währte die Freude an diesem Instrument, denn mit der Aufhebung des Klosters wurden sämtliche Gebäude samt Inventar versteigert.

Als dann zu Beginn des 20. Jahrhunderts neues monastisches Leben in Himmerod einkehrte, wurde für die Kapelle des zunächst aufgebauten Konventgebäudes eine gebrauchte Orgel der Firma Furtwängler angekauft. Nach der Fertigstellung der Klosterkirche (1960) behalf man sich zwei Jahre mit einer Interimsorgel, bevor 1962 die jetzige Orgel, ein Instrument der traditionsreichen Bonner Orgelbaufirma Johannes Klais, kam. Seit Ostern 2003 befindet sich ein Positiv mit vier Registern (ausschließlich Holzpfeifen) des Wittlicher Orgelbaumeisters Gustav Cartellieri im Besitz der Abtei.


Die Nollet-Orgel

Im Inventar des nach der Säkularisierung zur Versteigerung ausgeschriebenen Domänenguts Himmerod wird u. a. eine "herrliche Orgel" aufgelistet, die dem Bischof von Trier für seine Domkirche überlassen wurde und dort von dem Cochemer Orgelbauer Konrad Kemp zwischen 1807 und 1812 in das vorhandene Gehäuse der Vorgänger-Domorgel eingebaut wurde. Dieses spätbarocke Instrument, dessen Disposition französische Einflüsse verrät, besaß 39 Register, verteilt auf drei Manuale und Pedal. Der Organologe Franz Bösken schreibt dieses Werk Johann Bernhard Nollet (1748 - ca. 1802) zu. (Franz Bösken: "Zur Geschichte der Trierer Dom-orgel nach 1974. Ein Beitrag zur Denkmalpflege im 19. Jahrhundert", in: DerTrierer Dom, Neuss 1980,S.388)

Doch nur wenig ist bekannt über den Orgelbauer Johann Bernhard Nollet. Nachweislich stammt sein Großvater Jean (1681 – 1735) aus Nordfrankreich und kam als Orgelbauer im Alter von 25 Jahren nach Luxemburg-Stadt. Sein Hauptwerk ist neben Instrumenten in Luxemburg, Mettlach und Trier die in den Jahren 1724 bis 1727 erbaute Orgel für den Trierer Dom. Von seinem Sohn Roman Benedikt (1710 – 1779) lassen sich Arbeiten in Köln (vermutlich St. Kunibert), St. Wendel, Saarbrücken, im Raum Wittlich und Bernkastel sowie Trier nachweisen. Pastor Peter Carové aus Bernkastel charakterisierte ihn wie folgt: “Ausgang des Jahres Jahres 1745 wurde die Konstruktion der neuen Orgel fertiggestellt, worum sich über ein Jahr abgemüht hat Herr Benedikt Romanus Nollet, ein Mann auffallend durch künstlerische Fähigkeiten und miserable Sitten”. Erhalten sind von Ihm in Trier noch das prächtige Orgelgehäuse von St. Paulin, dessen Entwurf auf Balthasar Neumann selbst oder dessen Mitarbeiter in Trier, Johann Seitz, zurückgeht, und die für die Pfarrkirche St. Antonius erbaute Orgel, die heute in der Pfarrkirche St. Georg in Trier-Irsch steht. Johann Bernhard Nollet stammt aus der zweiten Ehe von Benedikt Romanus mit Irmina Claeres aus Trier, wo er auch am 9. Oktober 1748 getauft wurde. Auch er erlernt das Handwerk des Orgelbauers und arbeitet zunächst gemeinsam mit seinem Vater, so 1772/73 in Klausen (Das Instrument steht seit 1804 in der Metzer Kirche St. Martin.) und in der Zisterzienserabtei Orval (im heutigen Belgien gelegen). Während der von 1775 bis 1780 dauernden Arbeiten zieht sich der Vater 1777 jedoch zurück und überlässt seinem Sohn Johann Bernhard die Fertigstellung. Obwohl nur spärliche Informationen zu diesem Instrument erhalten sind, dürfte es nicht nur das Opus magnum von Johann Bernhard gewesen sein, sondern die wohl größte Orgel der daligen Zeit überhaupt. Pierre-Alexandre Merjai, eine Freund des Abtes von Orval, besichtigte die Orgel während eines Besuches 1786. Seinen Aufzeichnungen nach besaß dieses Werk mehr als 80 Registerzüge (wohl einschließlich aller Koppeln, Tremulanten und Sperrventile) bis hin zum 32-Fuß und erzeugte “im vollkommenen Akkord eine Musik, die dazu angetan ist, den Herrn mit Hymnen zu preisen.” (Rainer Budzinski: Familiengeschichte des Blieskasteler Schulrektors Johann Michael Imhohn und seiner Ehefrau Maria Magdalenea Nollet dargestellt in drei Teilen, Hannover 1995.)

Zwischen 1783 und 1786 erbaute Johann Bernhard dann die Orgel der Benediktinerabtel Prüm, so dass Himmerod entweder unmittelbar vor dem Prümer Werk entstanden sein müsste oder aber erst nach 1786 zu datieren ist. Einzig überliefert ist von der Himmeroder Nollet-Orgel nur die Disposition, die der Trierer Domorganist Platz im Auftrag des Domkapitels im “Inventatre de tuyaux de l’orgue de Himmerode“ (Bistumsarchiv Trier, Abt. 91, Nr. 276, Bl. 42 f.) festhielt. Demnach besaß die Orgel folgende Originaldisposition:

Manual

Positive

Echo

Pedal

Montre Bourdon Bourdon Bourdon de 16 pieds
Bourdon 8' Prestante Prestante Prestante
Flut Viole de gamme Flute Bombard est â l’orgue de la paroise notre Dame
Tierce Flut traverse Doublette
Mixtur mit Tintinable zusammen Tierce Quinte Montre
Trompette discante und Baß Doublette Super octave Trompette
Cornette Fourbiture Cromhorn
Bourdon 16' Cimbal Voix humaine
Viole de gamme Voix humaine
Prestante Cromhorn
Quinte
Doublette
Tintinable mit Mixtur zusammen
Clairon
Trompette de recit
Solicional


Die Orgel der Kapelle

Für die Kapelle im Südflügel des Klostergebäudes kaufte man eine gebrauchte Orgel. Im Orgelmeldebogen von 1944 (Bistumsarchiv Trier, B III 10, 12; Bd. 3) wird als Erbauer zwar Ludwig Rohlfing aus Osnabrück angegeben, doch dürfte dieser die Orgel nur nach Himmerod verkauft haben. Der tatsächliche Erbauer dieses um 1850 datierten Instrumentes war die Firma Furtwängler aus Hannover.

1948 erfolgte ein Erweiterung dieser in einem klassizistischen Gehäuse stehenden Orgel auf 14 Register durch Orgelbaumeister Eduard Sebald aus Trier. Die mechanischen Schleifladen wurden beibehalten, während die sechs neuen Register auf pneumatische Kegelladen zu stehen kamen. Kurios war so das gleichzeitige Nebeneinander zweier unterschiedlicher Ladensysteme im zweiten Manual sowie im Pedal. Auch optisch war dieser Umbau nicht gerade vorteilhaft, denn die Kegellade des zweiten Manuals stand auf “einem die Orgel weitgehend verdeckenden Spanplattenverschlag”, während die “Pfeifen als “Gartenzaunprospekt” das Instrument unorganisch überragten (so Dr. Hans Joachim Oehm in seinem Artikel: „Die neue Orgel in St. Pius X.“, erschienen im Pfarrbrief des Seelsorgebezirks St. Pius X. in Wuppertal-Barmen, Nr. 13, März 1976, S. 6-9.)

Diese Orgel kam schließlich in die neuerbaute und am 4. Adventssonntag 1964 geweihte Kirche St. Pius X. in Wuppertal-Barmen, wo sie - 1965 um das Register Krummhorn 8’ im 2. Manual ergänzt - bis 1976 trotz erheblicher Störanfälligkeit ihre Dienste tat. Unter Beibehaltung einiger Register von Furtwängler und Sebald sowie der 1948 hinzugefügten Kegellade des zweiten Manuals wurde diese Orgel dann durch einen Neubau der Firma Feith-Sauer (Paderborn) ersetzt.

Ursprüngliche Disposition

1. Manual

2. Manual

Pedal

Prinzipal 8’

Salicional 8’

Subbaß 16’

Gedackt 8’ Rohrflöte 4’ Violoncello 8’
Octave 4’
Superoctave 2’
Disposition nach Umbau durch Sebald

1. Manual

2. Manual

Pedal

Prinzipal 8’

Salicional 8’

Subbaß 16’

Gedackt 8’ Rohrflöte 8’ x Quintade  8’ x
Querflöte 4’ Oktave 4’ Choralbaß  4’
Mixtur 4-5fach Waldflöte  2’ x Nachthorn  2’ x
Sifflöte 1 1/3’ x

Die mit x gekennzeichneten Register standen auf pneumatischer Kegellade.
(nach: Dr. Hans Joachim Oehm, Entwicklungsgeschichte der Orgel in St. Pius X. - Wuppertal. Lose Blätter aus dem Nachlaß des Himmeroder Abteiorganisten Pater Raimund van Husen, der wohl auch die wesentlichen Informationen hierzu beisteuerte)


Die Orgel von 1962 - Erbaut von der Firma Klais, Bonn

Unmittelbar nach Beginn des Wiederaufbaus der Klosterkirche wird auch schon der Bau einer Orgel angedacht. Früheste konkrete Überlegungen seit Mitte der fünfziger Jahre sahen eine in West- und Chororgel geteilte Orgelanlage vor. Schließlich wird jedoch das südliche Querschiff als günstigster Standort einer neuen Orgel bestimmt, da aufgrund der räumlichen Nähe zum Zelebrationsaltar und dem Chorgestühl der Mönche die liturgischen Funktionen von dieser Position aus optimal zu erfüllen sind. Außer Frage stand von da an auch die Auftragsvergabe an die traditionsreiche rheinische Orgelbaufirma Johannes Klais in Bonn. 1959 schreibt Paul Smets an den damaligen Abteiorganisten Pater Raimund van Husen: ..Es gibt einfach keinen Orgelbauer in Deutschland, bei dem Ihre Interessen in besseren Händen sein würden als bei Klais." (Paul Smets in einem Schreiben vom 16. Februar 1959 an Pater Raimund van Husen) Diverse Dispositionsvorschläge und Prospektentwürfe seitens des Hauses Klais dokumentieren in den folgenden Jahren nicht zuletzt das konstruktive Streiten um ein "vollkommenes" Instrument, dessen endgültige Disposition am 20. Oktober 1961 schließlich feststand. Pater van Husen suchte zu dieser Zeit unentwegt Rat bei namhaften deutschen Organisten und Orgelexperten und adressierte bis zuletzt - selbst als man im Hause Klais längst mit den Arbeiten begonnen hatte - Änderungsvorschläge nach Bonn. Am 9. September 1962 fand dann im Beisein kirchlicher und politischer Prominenz die Weihe des Opus 1238 aus dem Hause Klais statt.

Der zisterziensischen Kargheit des Kirchenbaus und der schlichten Innenausstattung korrespondiert das von Josef Schäfer (Fa. Klais) entworfene Orgelgehäuse. Leicht und in sich ruhend wirkt der Aufbau mit den obellskartigen Gehäuseträgern, auf denen scheinbar schwerelos die parabelförmig nach außen schwingenden Gehäusedächer aufliegen. Der klar gegliederte, in seinen Proportionen stimmige Prospekt (Höhe: 12,40 in; Breite: 7 in) spiegelt den Werkaufbau des Instruments wider: Über dem Rückpositiv befindet sich das Hauptwerk mit seinen sichtbaren Horizontaltrompeten, darüber Schwellwerk und Oberwerk; links und rechts des Hauptwerks befin-den sich die Pedaltürme. Der 1977 eingebaute Untersatz 32' steht auf der Rückseite hinter dem Orgelgehäuse auf Höhe der Hauptwerks- und Pedalladen. Der angebaute, seit den 1920er Jahren für Klais-Instrumente typische viermanualige Spieltisch mit seinen ergonomisch angeordneten Registerwippen, der erstmals in dieser Form für die 1923/24 erbaute Orgel der Konzerthalle auf dem Messegelände Köln-Deutz entwickelt worden war, ist zwischen Gehäusesockel und Rückpositiv positioniert. Zu den ursprünglich drei freien Kombinationen hat der seit 1976 als Abtelorganist in Hirnmerod lebende anglikanische Theologe Reverend John L. Birley eine eigene Registerschalttafel mit fünf weiteren freien Kombinationen konstruiert und selbst installiert.

Das Hauptwerk verfügt über einen lückenlosen Principalchor vom 16-Fuß bis zur hochliegenden Cymbel. Als "Gegenspieler" zum Hauptwerk gebietet das räumlich exponierte Rückpositiv als klangliches Rückgrat über einen Principal 8'; solistische Funktionen übernehmen hier u. a. die beiden Zungen sowie das hochgebänkte vierfache Cornett.

Das überwiegend mit Solostimmen besetzte Oberwerk ist durch die unmittelbare Klangreflexion des Gewölbes von besonderer Präsenz im Raum. Durch seine füllenden Grundstimmen und zwei Zungen französischer Bauart gibt das Schwellwerk dem Gesamtklang Volumen und auch Kraft. Eingebettet in die kathedrale Akustik des imposanten barocken Monumentalraums sind es aber insbesondere die in allen Werken besetzten Flötenchöre, deren kantabel-warmer Klang dem von Josef Luthen (Fa. Klais) intonierten Instrument sein unverwechselbares, leicht romantisches Klangprofil verleihen. Von ätherisch-betörender Schönheit sind die beiden Schwellwerks-Register Viola di Gamba 8' und Schwebung 8', die Klais erstmals nach dem zweiten Weltkrieg in dieser Zusammenstellung hier wieder disponiert hat. Stilgeschichtlich und orgelästhetisch reiht sich das viermanualige Instrument von Himmerod neben bedeutenden Instrumenten wie der Düsseldorfer Johanniskirche (Rudolf von Beckerath), der Andreaskirche in Hildesheim (Rudolf von Beckerath) und der Augsburger Barfüßerkirche (Fa. Rieger), die in den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts als Musterbeispiel für die gelungene Synthese von klassischer Orgelbautradition und den Herausforderungen eines zeitgemäß-modernen Orgelbaus galten, in die Reihe orgelgeschichtlich bedeutender Instrumente ein. Nicht zuletzt hat das Instrument von Himmerod in der Nachkriegszeit Orgelgeschichte geschrieben. Es markiert indessen ebenso einen klangästhetischen Wendepunkt im Hause Klais. Die sich in Himmerod bereits verhalten ankündigenden "neoromantischen Tendenzen"(Hermann J. Busch: "Zwei Generationen Orgelbau Klais 1882-1965", in: Hans Gerd Klais (Hg.): Beiträge zur Geschichte und Ästhetik der Orgel, Bonn 1983, S. 174.) sollten in den Folgejahren mehr und mehr die starre Doktrin der Neobarock-Ästhetik aufweichen und schließlich weitgehend ablösen.

In Verkennung des musikgeschichtlichen Orts und der eigenständigen Ästhetik der qualitätvolleren Instrumente der Nachkriegsjahrzehnte mehren sich in letzter Zeit jedoch mit Blick auf die Himmeroder Orgel die Stimmen derer, die mit obstinater Penetranz tiefgreifende Dispositions-Verbesserungen reklamieren oder gar eine gänzliche Um-/Neuintonation erwägen. Doch wem es (grundsätzlich) nicht fremd ist, sich auf die Individualität eines dispositionell und klanglich in sich schlüssigen Instruments einzulassen, für den sind derartige Überlegungen obsolet. Einzig die hochliegenden Schwellwerks-Mixturen geben berechtigten Anlass, mit allem nur erdenklichen Respekt über eine moderate "Korrektur" zu diskutieren.

So unzeitgemäß die Himmeroder Orgel mit ihrer zaghaft "romantisierenden" Tendenz im einstigen Kontext eines schreienden Spaltklang-Idioms im deutschen Orgelbau der unmittelbaren Nachkriegsjahrzehnte war, so unzeitgemäß ist sie scheinbar heute wieder, in einer Gegenwart, die sich allenthalben mit fantasie- und gedankenlosem Kopieren aller nur erdenklichen Stile begnügt, und dies oft genug mit nur mäßigem Erfolg. Ungeachtet von Zeit und Mode aber besitzt die Himmeroder Klais-Orgel das, was man in der pluralistischen Orgellandschaft unserer Tage oft vergebens sucht: einen nonkonformistischen, unverwechselbaren Charakter!

Disposition

I. Rückpositiv II. Hauptwerk III. Schwellwerk IV. Oberwerk Pedal
Principal 8’ Principal 16’ Gedacktpommer 16’ Holzgedackt 8’ Untersatz 32’
Spitzgedackt 8’ Octav 8’ Holzflöte 8’ Quintadena 8’ Principal 16’
Principal 4’ Rohrgedackt 8’ Viola di Gamba 8’ Traversflöte 4’ Subbass 16’
Rohrflöte 4’ Gemshorn 8’ Schwebung (ab c0) 8’ Rohrnasard 2 2/3'’ Zartbass 16’
Quinte 2 2/3’ Superoctav 4’ Principal 4’ Principal 2’ Octavbass 8’
Schweizerpfeife 2’ Blockflöte 4’ Koppelflöte 4’ Terz 1 3/5’ Rohrpommer 8’
Cornet IV (ab g0) 4' Hohlflöte 2’ Zartgeige 4’ Larigot 1 1/3’ Choralbass 4’
Mixtur IV 1 1/3' Sesquialter II 2 2/3’ Flachflöte 2’ Octav 1’ Quintade 4’
Dulcian 16’ Mixtur V 2' Scharff IV 1' Acuta III-IV 2/3' Nachthorn 2’
Krummhorn 8’ Cymbel II 1/4' Noncymbel 2/7' Corno di Bassetto (2006) 8’ Hintersatz V 2 2/3'
Tremulant Trompeta Magna 16’ Schalmey-Oboe 8’ Trompete (Tr. HW) 8’ Posaune 16’
Trompeta di Batalla 8’ Clairon 4’ Tremulant Trompetenbass 8’
Trompete (2006) 8’ Tremulant Trompete (Tr. HW) 8’

Trompete (Tr. HW) 4’

alle Normalkoppeln
Tremulanten: I, III, IV
mechanische Spieltraktur
elektrische Registertraktur
3 freie Kombinationen
Registercrescendo
Manualumfang: C - a3
Pedalumfang: C - g1

Festspruch in Form eines Chronogramms anlässlich der Orgelweihe, die am 9. September 1962, um 16.00 Uhr stattfand. (abgedruckt in: Unsere Liebe Frau von Himmerod, 32. Jahrgang, Heft 3 (Dezember), Himmerod 1962)

Sonet organVM, CLangore beneDICat eI Late per saeCVLa!
Möge die Orgel erschallen und mit ihrem Klang IHN preisen weithin durch die Jahrhunderte!


In früheren Zeiten waren Chronogramme beliebt, um besondere Ereignisse zu würdigen. Addiert man die römischen Zahlbuchstaben, die durch Großbuchstaben kenntlich gemacht sind, so ergibt deren Summe die Jahreszahl. (“v” steht für “u”; M=1000, D=500, C=100, L=50, V=5, I=1)


Das Orgelpositiv

Seit Ostern 2003 befindet sich ein Positiv mit vier Registern (ausschließlich Holzpfeifen) des Wittlicher Orgelbaumeisters Gustav Cartellieri im Besitz der Abtei.

Disposition
Gedackt 8’
Flöte 4’
Principal 2’
Quinte 1 1/3’


Die Interimsorgel

Nach Fertigstellung der Abteikirche benutzten die Mönche bis zur Weihe ihrer neuen Orgel die Interimsorgel Nr. 47 der Firma Klais mit folgender Disposition (laut Schreiben vom 16. August 1960):

Manual  C – f’’’

Pedal  C – c’

Principal 8'

Subbass 16'

Salicional (ab c) 8'
Gedackt 8'
Octav 8'
Flaut 8' 

Diese Orgel, die an der Ostwand des nördlichen Querhauses stand, hatte Schleifwindladen und eine mechanische Traktur. Die Prospektpfeifen waren stumm.


Die Geschichte desKlosters

Die 1138 durch Erzbischof Albero von Trier gegründete und von Mönchen aus Clairvaux besiedelte Abtei Himmerod in der Vulkanelfel – die einzige persönliche Neugründung des Hl. Bernhard von Clairvaux auf deutschem Gebiet, die heute noch als Mönchskloster besteht - war nach Kloster Orval im heutigen Belgien die zweite Niederlassung der Zisterzienser in der ehemaligen Erzdiözese Trier. Noch im Gründungsjahr begannen die Mönche des um die Wende vom 11. zum 12. Jahrhundert im französischen Citeau gegründeten Reformordens, der sich unter der geistigen Führung des Hl. Bernhard rasch in ganz Europa ausbreitete, mit dem Bau einer steinernen Kirche samt Klosteranlage nach Plänen des Hl. Archard. 1178 erfolgte die Weihe der nach "Bernhardinischem Plan" errichteten Kirche, einer dreischiffigen Säulenbasilika auf kreuzförmigem Grundriss mit geradem Chorschluss.

1739 bis 1751 wurde dann nach Plänen des aus Sachsen stammenden Baumeisters Christian Kretschmar († 1768) die baufällig gewordene romanische Kirche durch eine dreischiffige, barocke Hallenkirche - "die bedeutendste der Rheinlande" - ersetzt. (Bernd Brauksiepe /Anton Neugebauer: Klosterlandschaft Eifel. Historische Klöster und Stifte zwischen Aachen und Bonn, Koblenz und Trier, Regensburg 1994, S. 72.)

Doch der Einmarsch französischer Revolutionstruppen, die 1794 das Trierer Land bis zum Rhein besetzten, bedeutete das vorläufige Ende des Klosters, das im späten Mittelalter mit 2000 Bänden eine der bedeutendsten Bibliotheken beherbergte. 1802 erfolgte die Aufhebung und Kloster Himmerod wurde auf Abbruch verkauft.

1919 wurde "die schönste Ruine der Eifel" (Bernd Brauksiepe / Anton Neugebauer: Klosterlandschaft Eifel, a.a.0..) - Westfassade, Teile des Chors und die Giebelwand des südlichen Querschiffs waren erhalten - den aus der Abtei Mariastern (Bosnien) vertriebenen Trappisten zur Gründung eines neuen Konvents überlassen. Nachdem man in den Jahren 1925 bis 1927 zunächst das gänzlich zerstörte Klostergebäude nach Plänen des Kölner Architekten Josef Lehmenkühler wieder errichtet hatte, wurde schließlich in Anlehnung an den ehemaligen Barockbau in den Jahren 1952 bis 1960 die heutige Klosterkirche errichtet.


Kontakt:

Abtei Himmerod
Himmerod 3
54534 Grosslittgen

Tel.: +49 (0)6575-9513-0
Fax: +49 (0)6575-9513-20
E-Mail: abtei (at) himmerod.net


Mit freundlicher Genehmigung der Abtei Himmerod (Wolfgang Valerius)
OI-G-11
weiterführende Links

Webseite Abtei Himmerod



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