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Die Orgeln der Salvatorkirche Duisburg

Allgemeines
Disposition der heutigen Kuhn-Orgel
Die früheren Orgeln
Der Kantor

Entstehung der Salvatorkirche
Geschichte der Musik


Allgemeines

Die spätgotische Salvatorkirche in Duisburg - die älteste Kirche der Stadt und eine der bedeutendsten evangelischen Kirchen am Niederrhein - hat eine neue Orgel. Die Firma Th. Kuhn AG Männedorf (Schweiz / Orgelbau Kuhn) hat im Juli 2002 ein dreimanualiges Instrument mit 41 Registern fertig gestellt. Dieses Instrument ist stilistisch weit gefasst und orientiert sich in seinem Klangbild schwerpunktmäßig an der Musik der deutschen Barockzeit und der französischen Romantik. Es ist darüber hinaus besonders auch für die Interpretation zeitgenössischer Musik geeignet.


Disposition Kuhn-Orgel

l. Hauptwerk C-a3 II. Solo C-a3 III. Schwellwerk C-a3 P. Pedal C-f1
1. Principal 16' 1. Offenflöte 8 ' 1. Bourdon 16' 1. Principalbass 16'
2. Octave 8' 2. Salicional 8' 2. Doppelflöte 8' 2. Subbass 16'
3. Coppel 8' 3. Principal 4' 3. Viola 8' 3. Grossquinte 10 2/3'
4. Viola da Gamba 8' 4. Rohrflöte 4' 4. Vox coelestis ab c° 8 ' 4. Octavbass 8'
5. Octave 4' 5. Komet III 2 2/3' 5. Principal 4' 5. Spitzflöte 8'
6. Hohlflöte 4' 6. Oktave 2' 6. Traversflöte 4' 6. Choralbass 4'
7. Quinte 2 2/3' 7. Scharf III 1' 7. Nasard 2 2/3' 7. Posaune 16'
8. Octave 2' 8. Trompete 8' 8. Flageolet 2' 8. Trompete 8'
9. Mixtur V 2' 9. Clairon 4' 9. Terz 1 3/5'
10. Fagott 8' Tremulant 10. Mixtur III-IV 2 2/3'
11. Basson 16'
12. Trompette harmonique 8'
13. Oboe 8'
14. Vox humana 8‘

Tremulant


Koppeln ll-l, Ill-l, Ill-ll, III-I 16', I-P, II-P, II1-P, III-P4'
Doppelregistertraktur, Mechanische Spieltraktur
Setzer mit 4x 256 Kombinationen
Planungs- und Bauzeit: Oktober 1999 bis Juli 2002
Einweihung: Michaelis 2002


Frühere Orgeln der Salvatorkirche


1515 Hans Süß, Köln
keine Angaben auffindbar

1751 Johann Schöler, Bad Ems

Hauptwerk Pedal
Principal 8´ Posaunen-Baß 16´
Viol de Gamba 8´ Principal-Baß 8´
Gedackt 8´ Subbaß 16´
Octav 8´ Violonbaß 8´
Quinta 3´ Octavbaß 4´
Mixtur 1´
Trompett 8´
Bordun 8´
Salicional 4´
Spitzflöte 4´
Gemshorn 4´
Superoctav 2´
Vox humana 8´
Copula
Tremulant


1861 Gebr. Leichel, Emmerich (II/P/31)

Hauptwerk: Oberwerk: Pedal:
Principal 16´ Geigenprincipal 8´ Principal 16´
Bordun 16´ Salicional 8´ Principal 8´
Octave 8´ Hohlflöte 8´ Principal 4´
Viola di Gamba 8´ Lieblich Gedackt 8´ Subbaß 16´
Rohrflöte 8´ Flauto traverso 4' Violonbaß 16´
Gedackt 8´ Flute dolce 4´ Posaune 16´
Nasat 6´ Gemshorn 2´ Octavbaß 8´
Octave 4´ Octave 4´ Violoncell 8´
Quinte 3´ Krummhorn 8´ Trompete 8´
Octave 2´
Cornet 5fach 8´
Mixtur 4fach 2´
Trompete 8´


1904 Fa. Walcker, Ludwigsburg (op. 1106, III/P/52)

I. Manual II. Manual III. Manual Pedal
Prinzipal 16´ Bourdon 16´ Lieblich Gedeckt 16´ Grand Bourdon 32´
Großgedeckt 16´ Flötenprinzipal 8´ Geigenprinzipal 8´ Prinzipalbaß 16´
Prinzipal 8´ Konzertflöte 8´ Echo Gamba 8´ Violonbaß 16´
Doppelflöte 8´ Fugara 8´ Flauto amabile 8´ Subbaß 16´
Großgedeckt 8´ Salizional 8´ Rohrflöte 8´ Oktavbaß 8´
Viola di Gamba 8´ Bourdon 8´ Aeoline 8´ Flötenbaß 8´
Gemshorn 8´ Quintatön 8´ Voix celeste 8´ Violoncello 8´
Dulciana 8´ Fugara 4´ Bifra 8 Oktave 4´
Oktave 4´ Traversflöte 4´ Prinzipal 4´ Posaunenbaß 16´
Rohrflöte 4´ Piccolo 2´ Flauto dolce 4´ Trompete 8´
Oktave 2´ Kornett 8´ 3-5 fach, Flautino 2´ Gedecktbaß 16´
Quinte 2 2/3´ Horn 8´ Cymbel 2´ 3-4 fach Violon 8´
Mixtur 2 2/3 5fach Klarinette 8´ Oboe 8´
Posaune 8´
Clairon 4´
Nachthorn 8´

(Die Orgel wurde während des Krieges ausgelagert und nach 1945 in Teilen wieder eingebaut)


1964 Fa. Hammer, Hannover (IV/P/63)

Hauptwerk Rückpositiv Schwellwerk Brustwerk: Pedal:
Rohrpommer 16´ Quintade 8´ Gemshorn 16´ Metallgedackt 8´ Principal 16´
Principal 8´ Principal 4´ Bleioktave 8´ Septade 4´ Holzoktave 8´
Octave 4´ Octave 2´ Octave 4´ Liebliche Flöte 4´ Oktave 4´
Quinte 2 2/3 Quinte 1 1/3 Doppeloktave 2 fach 2´ Schweizerflöte 2´ Hintersatz 4 fach 5 1/3
Octave 2´ Oktave 1´ Spanischer Hintersatz 3 fach 2 2/3' überbl. Rohrgemsquinte 1 1/3 Mixtur 5 fach 2´
Mixtur 6-7 fach Zimbelmixtur 5 fach Mixtur 6 fach Oktave 1´ Kontrafagott 32´
Scharf 4 fach Musiziergedeckt 8´ Cornett 4 fach Zimbel 2 fach 1/4´ Posaune 16´
Fagott 16´ Pommernachthorn 4´ Stillposaune 16´ Un-Tredezime 2 fach Trompete 8´
Trompete 8´ Sesquialtera 2 fach Clarino 8´ vox virginea 8´ Helle Trompete 4´
Gedackt 8´ Singend Nachthorn 2´ Rohrschalmey 4´ Tremulant Subbaß 16´
Gemshorn 8´ Rohrkrummhorn 16´ Trichtergedeckt 8´ Spillflöte 8´
Spitzflöte 4´ Gemshornregal 8´ Spitzgambe 8´ Rohrflöte 4´
Schweizerpfeife 4´ Tremulant Flauto dolce 5 1/3 Dolkan 2´
überbl. Doppelrohrflöte 2´ Singend Nachthorn 4´
Dulzian 2´
Tremulant


Die Entstehung der Salvatorkirche

Die Salvatorkirche verdankt ihre Entstehung der Tatsache dass die fränkischen Könige an der Stelle des heutigen Burgplatzes einen Königshof als "Verwaltungszentrum" ihres Machtbereiches einrichteten und unterhielten.
"Zu Duisburg ist eine Kirche, von der jährlich 30 Schilling geleistet werden müssen."
"Der Prümer Kirche gehören in Duisburg 2/3 des Zehnten (wie es Rechtens ist), den der Pfarrer dieser Kirche behält"

Das ist die erste Erwähnung einer Kirche und zugleich eines Pfarrers in Duisburg. Sie findet sich in einem Heberegister der Abtei Prüm in der Eifel vom Jahre 893. Da diese, etwas 130 Jahre früher eingerichtete Abtei ebenfalls dem Salvator geweiht war, liegt der Gedanke an eine Übertragung des Patroziniums von dort auf unsere Kirche nahe. Dagegen spricht jedoch, dass nach anderen chronikalischen Quellen der Königshof "Thusburg", zu dem ja die Kirche gehörte, bis zum Jahre 887/888 im Besitz oder in der Nutzungsgewalt der Abtei St. Salvator zu Herrieden an der Altmühl stand. Als König Arnulf die Abtei in dem genannten Jahr dem Bistum Eichstätt übertrug, behielt er sich den Königshof Duisburg ausdrücklich vor und wird ihn erst dann, also um 890 an die Abtei Prüm gegeben haben.

Wahrscheinlich geht das Duisburger Salvator Patrozinium also auf die Abtei Herrieden zurück, es kann aber auch schon älter sein da der Salvator häufig als Patron für Pfalzkapellen gewählt wurde. Spuren dieser ältesten Kirche aus dem 9. Jahrhundert, eines einfachen Holzbaues, konnten unter der heutigen Salvatorkirche nachgewiesen werden. Im 10. Jahrhundert wurde sie durch einen schlichten Steinbau ersetzt, der in direktem baulichem Zusammenhang mit den groß angelegten Pfalzbauten dieser Epoche stand. Nur geringe Baureste die bei archäologischen Untersuchungen aufgedeckt wurden, lassen einen weiteren entschieden größeren Nachfolgebau aus der Zeit um die Jahrtausendwende vermuten. Mit größter Wahrscheinlichkeit aus der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts stammt dann die große romanische Kirche, die bis ins 14. Jahrhundert stand. Sie wird in der gleichen Zeit errichtet worden sein wie auch die Häuser am Burgplatz, deren Erbauung König Konrad III. 1145 nachträglich genehmigte. Die Entwicklung Duisburgs zur Stadt war damals in vollem Gange, eine Entwicklung, zu der die Salvatorkirche in enger Beziehung stand. Das älteste (vor 1234 bis 1275) überlieferte Stadtsiegel zeigt den thronenden Salvator mit erhobener rechter Segens- oder Schwurhand, in der linken ein Buch haltend. Die Umschrift lautet: SALVATOR MUNDI PATRONUS IN DUSBURG (Erlöser der Welt, Patron Duisburgs).

Die jetzige, die gotische Salvatorkirche bauten wahrscheinlich die Deutschen Ordensritter, an die 1254 das Patronat von Salvator gefallen war (bis 1553). Eine Anzahl von Stadtrechnungen sowie einige Notizen späterer Chroniken sind die einzigen Quellen zur Baugeschichte.


Geschichte der Musik in der Salvatorkirche

1359 Meister Wilhelm gilt als der frühest bekannte Duisburger Musiker. In den Quellen taucht er als vedeler und citarista auf. Er ist von der Stadt angestellt und wird einmal jährlich zur Fortbildung auf die Spielmannsschule in Utrecht geschickt. Neben weltlichen Auftrittsorten ist auch sein Musizieren in Salvator und bei der Fronleichnamsprozession belegt. Ende des 14. Jahrhunderts Spielleute, die bei der Stadt Duisburg im Dienst stehen, musizieren nachweislich mehrstimmige Musik im Gottesdienst der Salvatorkirche - ein wichtiger Beweis dafür, daß mehrstimmige Musik zu dieser Zeit nicht nur an Königs- und Kaiserhöfen stattfand. Aus den Stadtrechnungen erfährt man: ... den Speeloyden in Sancto Salvatoriskirchen 14 Pfennig.

10. September 1515
Eine neue Orgel wird in Auftrag gegeben. Der angesehene Orgelbauer Hans Süß aus Köln baut ein Instrument mit einem kunstreichen Orgelkasten von Alt-Gothischer Arbeit und Facon und fordert bei der Übergabe neben dem vereinbarten Lohn die grothe Pype vollgefüllt mit Wein. 1554 Der Organist Meister Johann Wilack wird von der Stadt angestellt und soll zu stillen Zeiten, also an Sonn- und Feiertagen die Orgel spielen. Er erhält hierfür eine Vergütung von 20 Talern und 2 Fudern Brennholz jährlich und das Recht - wenn es genügend Eicheln gibt - 4 Schweine im Wald zu mästen.

16. Juni 1744
Der Organist meldet dem Rat, daß die Orgel ganz durch die Ratzen verdorben sei. Man könne nicht mehr spielen und sich im Singen nicht mehr danach richten. 1751 wird eine neue Orgel bei Johann Wilhelm Schöler in Auftrag gegeben.

1852
Der Duisburger Gesangsverein wird gegründet. Der Emmericher Pastorensohn Albrecht zur Nieden führt in Duisburg - meißt in der Tonhalle, aber auch in der Salvatorkirche - sämtliche großen Oratorien auf (u.a. Haydn, Schöpfung; Händel, Joshua, Judas Maccabäus; Mendelssohn, Elias). Teilweise wird wegen des Geldmangels der Orchesterpart von einem kleinen Ensemble mit Klavier, Klarinette, Flöte, Violine und Baß musiziert. Die Solopartien sangen Choristen. Der Nachfolger Albrecht zur Niedens, Carl Laue, beginnt die Zusammenarbeit mit der Brandtschen Kapelle, dem Vorläufer der Duisburger Symphoniker.

1904
Im Rahmen einer Generalüberholung wird eine neue Orgel gebaut. Die Firma Walker, eine der besten Orgelbaufirmen der deutschen Romantik, stellt das Instrument auf die neu errichtete Empore. Die Orgel wird im Krieg ausgelagert und zerstört.

1910
Das 5. Bach-Fest findet in Duisburg statt. Kantor Paul Fischer leitet zu dieser Zeit den Salvatorkirchenchor und gibt alle 3 Monate eine musikalische Feierstunde.

1951
Der aus Leipzig stammende Kichenmusiker Konrad Voppel gründet die Kantorei der Salvatorkirche. 1952 findet das erste Weihnachtsliedersingen nach dem Vorbild der Leipziger Tradition statt. Unter der Leitung von KMD Konrad Voppel entwickelt sich die Salvatorkirche zum kirchenmusikalischen Zentrum Duisburgs. Solisten wie Peter Schreier, Hans Joachim Rotzsch, Karl Ridderbusch und Adalbert Kraus musizieren mit der Kantorei sämtliche große Oratorien der letzten Jahrhunderte unter besonderer Berücksichtigung der Musik von Bach und Mendelssohn. Eine Orgel mit 4 Manualen und 68 Registern wird von der Firma Hammer 1964 fertiggestellt.

1991
Nachfolger im Kantorenamt ist Uwe Maibaum. Er versucht eine möglichst vielfältige Kirchenmusik in der Gemeinde zu initiieren. Das Singen mit Kindergartenkindern und dem Kinderchor, das Musizieren mit Senioren und Gemeindegruppen und die Erarbeitung großer Chorliteratur mit der Kantorei der Salvatorkirche geschieht neben ausgeprägter Kirchenmusik im Gottesdienst und vielseitigem Angebot von Kirchenkonzerten.

Neben Orgel- und Kammerkonzerten erklingen in Salvator Oratorienaufführungen auf hohem Niveau, aber auch experimentelle Veranstaltungen wie ‘Jazz in der Kirche’, die ‘Poetische Nacht’ oder der ‘Gesangbuchmarathon’, eine Veranstaltung, an der etwa 500 Aktive - Gemeindemitglieder, Kirchenmusiker und Pfarrer des Kirchenkreises Duisburg-Süd - das gesamte neue Gesangbuch zu dessen Einführung durchmusizierten.

Das Zusammenwirken von Kunst, Literatur und Musik soll neben dem klanglichen Erlebnis eine inhaltliche Auseinandersetzung ermöglichen. Ein Beispiel hierfür ist der "Schöpfungstag ‘93" mit der zweimaligen Aufführung von Haydns Schöpfung in einem stillgelegten Hochofen auf dem Hüttengelände in Meiderich und in der Salvatorkirche. Ein Rahmenprogramm gibt der alten klassischen Komposition neue Blickwinkel.

Ähnliches geschah 1998 mit dem ‘Elias’ von Felix Mendelssohn Bartholdy und einer inhaltlich darauf abgestimmten Reise nach Israel .

Ein Fördererverein unter dem Vorsitz des Direktors der Stadtsparkasse Duisburg - Alfred Reifenberg - hilft, den hohen kirchenmusikalischen Anspruch der Kirchengemeinde Duisburg - Innenstadt zu finanzieren.

Im Jahre 2002 wurde die neue Salvatororgel eingeweiht. Es ist ein Instrument mit 41 Registern auf 3 Manualen. Gebaut wurde es von der Firma Kuhn / Männedorf.

Seit April 2007 ist Marcus Stümpe neuer Kantor der Salvatorkirche.


Mit freundlicher Genehmigung der Kirchengemeinde
OI-D-1
weiterführende Links

Webseite Salvatorkirche Duisburg



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