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Die Orgeln der Annakirche in Aachen

Die Orgeln
- Klosterkirche St. Anna
von Wolfgang Karius
- evangelische Annakirche
von Wolfgang Karius
Die Walcker-Orgel
Die Stahlhuth-Orgel
Der Weg zur Weimbs-Orgel
Das Konzept der Weimbs-Orgel
Informationen zur Kirche

Geschichte der Annakirche
Ansprechpartner


Klosterkirche St. Anna

Das im Jahre 1511 in Aachen gegründete und den Heiligen Joachim und Anna geweihte Benediktinerinnen-Kloster erhielt 1532 eine Kirche. Etwa 200 Jahre später wurde die Kirche größtenteils abgebrochen und 1748 - 1749 nach Plänen des Stadt-Architekten Johann Joseph Couven in vergrößerter Form wieder aufgebaut. Von der Innenausstattung beider Kirchen ist nichts mehr erhalten. Ebenso finden wir keine zeitgenössischen Angaben über Orgeln. Erst aus dem Sitzungsprotokoll der "Deputierten der Ev. Lutherischen Gemeine von Aachen und Burtscheid" vom 24. September 1802 erfahren wir, daß es in der Klosterkirche eine Orgel gegeben hat: "Um aber die St. Anna Kirche zum protestantischen Gebrauch gehörig und anständig einzurichten, sind mancherlei Kosten durchaus nöthig. Es fehlen in derselben Stühle und Bänke gänzlich, denn die wenigen vorhandenen sind unbrauchbar, es ist keine Treppe zur Gallerie und keine Kanzel vorhanden und die Orgel ist, nach geschehener Besichtigung, in einem höchst schlechten Zustande."


Evangelische Annakirche

Im Dezember 1792 waren französische Revolutionstruppen in Aachen einmarschiert. Im Vertrag von Campo - Formio fiel dann 1797 das gesamte Gebiet links des Rheins von der Schweizer bis zur holländischen Grenze an Frankreich. Durch Konsularbeschluß vom 9. Juni 1802 wurden alle Klöster aufgehoben; auch Kloster und St. Anna-Kirche der Benediktinerinnen in Aachen wurden säkularisiert.

Am 29. Juni 1802 überließ Napoleon, hier vertreten durch den Bürgerpräfekturrat Johann Friedrich Jacobi, zu der Zeit fungierender Interimspräfekt des Roerdepartements, den beiden evangelischen Gemeinden in Aachen und Burtscheid die Annakirche, deren Inventar bei der Säkularisation jedoch - wie oben berichtet - fast vollständig verlorengegangen oder schadhaft war.

Am 4. August 1802 übernahmen der Prediger Carl Wilhelm Vetter (1741 -1820) von der Reformierten Gemeinde in Aachen und Pastor Peter Heinrich Grünewald (1758 - 1835) von der Lutherischen Gemeinde Aachen und Burtscheid die Kirche.

Der Chronist bemerkt dazu: "Man nahm keinen Anstand, diese Schenkung anzunehmen, glaubte vielmehr, es sei konsequent zu denken, daß wie denen katholischen Kirchen unentgeltlich aus Domänen angewiesen wurden, die Protestanten dasselbe zu erwarten berechtigt sein würden. "

Für die Renovierungsarbeiten in der Kirche und für die Beschaffung einer Orgel wurden 10.000 Reichstaler aufgewendet, eine Summe, die den beiden Gemeinden, die damals nicht mehr als 600 Seelen zählten, beträchtliche Opfer abverlangt haben muß. Nachdem Bemühungen um den Ankauf des Instrumentes der Aachener Kapuzinerkirche fehlgeschlagen waren, erwarb man 1802 bei einer Versteigerung von Orgeln aus säkularisierten Klöstern in Köln die Orgel aus dem ehemaligen Kloster St. Johanna und Cordula für einen Preis von 2485 Franken (ca. 430 Reichstaler).

Diese Orgel war 1773 von Christian Ludwig König (1717 - 1789) oder seinem Bruder Johann Nikolaus König (1729 - 1775) erbaut worden, die in Köln Werkstätten unterhielten. Sie hatte die folgende Disposition:

Hauptwerk (I. Manual)

Positiv (II. Manual)

1. Praestant 8'

1. Praestant 4'

2. Bordun Baß 16' 2. Hohlpfeife 8'
3. Bordun Diskant 16' 3. Basson 8'
4. Trompete 8' 4. Viola da gamba 8'
5. Hohlpfeife 8' 5. Flöte 4'
6. Clairon 4' 6. Traversflöte Diskant 8'
7. Octave 4' 7. Klarinette Diskant
8. Quinte 3' 8. Zimbel
9. Superoctave 2' 9. Superoctave 2'
10. Mixtur 10. Quintflöte
11. Carillon

Der Umfang der Manualklaviatur reichte von C - d''', der Bourdon war geteilt in Baß und Diskant bei c'.

Über den Ankauf der Orgel und einige notwendige Arbeiten bei ihrer Aufstellung in der Annakirche erfahren wir aus dem Sitzungsprotokoll vom 13. Januar 1803: "ad No 2 berichtete Herr Pastor Grünewald: Die Orgel in Johann und Cordula für den Preis von 2485 Francs gekauft zu haben. Die Deputation bezeugte damit ihre Zufriedenheit und bedankte Herrn Pastor Grünewald für angewandte Mühe; sie ist bereits in der St. Anna Kirche angekommen (etwa 20. Dezember); und was nun die Aufstellung derselben betrifft, so sind darum zwei Contracte zwischen dem Schreinermeister Wassenberg und dem Orgel-Bauer Fuhrmann an einer - und zwischen dem Ausschuß der Deputation an der anderen - Seite vorgelesen und genehmigt worden. Bürger Wassenberg macht sich anheischig: den Kasten zur Orgel (d.h. Orgelgehäuse) innerhalb 10 Wochen fair 150 Rthr -, und Bürger Fuhrmann macht sich anheischig: die Orgel für 300 Rthr aufzustellen, und damit 14 Tage vor Pfingsten fertig zu seyn. " (Man beachte die Anpassung an den seit der Revolution in Frankreich eingeführten Sprachgebrauch "Bürger".)

Der mit dem Orgelbauer Fuhrmann, Schüler von Ludwig König, abgeschlossene Vertrag enthält dazu weitere Einzelheiten: "Gemacht muß werden wie folgt: Zwei neue Claviaturen die sich gekuppelt und einfach spielen. Ein neu angehängtes Fuß Pedal. Neue Regier-Werker (Registerzüge) zu beiden Werken. Die durch den Transport verdorbenen Pfeiffen müssen reparirt und hiervon Einige in der Praestante neue gemacht werden, wozu der Stoff von Einigen zu verwertenden Praestant-Pfeiffen genommen wird. Die Praestanten abschleen und Neue polieren. Das sämtliche PfeiffenWerk da wo es nöthig ist gehörig auszubessern. Die Blas-Bällge aufs Beste in gehörigen und dauerhaften Stand setzen, und das Werk im Ganzen bestmöglichst intonirt und neue gestimmt zu verfertigen. Das kleinere Eisen-Werk (Nägel, Riegel etc.) macht der Orgel-Macher selbst. Das größere (Registerschwerter, Wellen etc.) muß, ihm, so wie die Blas Ballg Stellage und derlei gestellt werden."

Die Orgel erhielt ihren Platz über Altar und Kanzel an der Ostwand der Kirche. Das dreiteilige Gehäuse wurde seitlich getragen von Karyatiden (Statuen anstelle einfacher Stützpfeiler); auf den schwerprofilierten Gesimsen standen zwei Cherubengel zu Seiten einer Empire-Urne.

Nach dem Einbau der Orgel und etlichen Instandsetzungs- und Malerarbeiten in der Anna-Kirche wurde diese am 17. Juli 1803 eingeweiht. Dabei erklang eine Kantate von J.A.F. Burgmüller. Diese Kantate, die immerhin drei Solisten, Chor und Instrumente erforderte, wurde durch eine "dramatische Gesellschaft" aufgeführt und enthielt auch eine Lobeshymne auf Napoleon. Der Prediger Vetter hielt eine Ansprache auf französisch an den Präfekten; denn man verstand diese Feier nicht als einen Gottesdienst, sondern als Ausdruck des Dankes gegenüber den französischen Behörden für die geschenkte Kirche. Es zeugt auch von der Freude und Dankbarkeit der evangelischen Christen in Aachen, daß diese kirchliche Feier "durch Abfeuerung der Böller und weitere Freudens-Bezeugungen der Protestanten in dulci jubilo begleitet und mit einem stattlichen Mittag-Essen auf der neuen Redoute beendigt wurde".

Ob man die Disposition der Orgel bei den oben genannten Arbeiten verändert hat, geht aus den zur Verfügung stehenden Unterlagen nicht hervor. In einer von Heinrich Böckeler im Jahre 1876 veröffentlichten "Beschreibung der neuen Orgel im Kurhaussaale zu Aachen" gibt er auch eine Disposition der St. Anna-Orgel wieder, die jedoch erheblich von der o.g. König-Disposition abweicht. Sie lautet dort:

Hauptwerk

Positiv

Bordun 16'

Flöte 8'

Principal 8' Praestant 4'
Gedact 8' Salicional 4'
Gamba 8' Superoctave 2'
Octave 4' Hautbois / Cromhorne 8'
Superoctave 2' Clarinette Diskant 8'
Mixtur 3fach
Trompete 8'
Clarine Baß 4'


Dieses Instrument tat seinen Dienst bis zum Jahr 1898, in dem die Firma Walcker aus Ludwigsburg ein neues Instrument in das alte, nun erweiterte Gehäuse baute.


Die Walcker-Orgel

"Laut Vertrag vom 3.110. November nach unserer Disposition vom 29. Juni 1897, lieferbar bis zum 1. April 1898 ... " baute die Firma Walcker aus Ludwigsburg 1898 in die "alte evangelische Kirche Aachen" (Annakirche) als Opus 821 ein neues Orgelwerk ein. Die Familie Walcker, deren Vorfahren im Altwürttembergischen bis in das 14. Jahrhundert zurück als Handwerker nachweisbar sind, gehörte zu den bedeutendsten Orgelbauern der damaligen Zeit.

Nachdem die Firma bereits 1896 für die im selben Jahr erbaute größere, im 2. Weltkrieg zerstörte, Christuskirche ein dreimanualiges Instrument geliefert hatte, betraute die evangelische Gemeinde in Aachen 1897 diese Orgelbaufirma mit dem Neubau eines Instrumentes für die Annakirche. Warum die alte Orgel durch eine neue ersetzt wurde, wissen wir nicht. Wir können heute nur mutmaßen, daß sie nicht mehr dem Zeitgeist und den Bedürfnissen nach mehr Ausdrucksmöglichkeiten entsprach.
So wurde die Zahl der grundtönigen Register erhöht. Neue, dem Geschmack der Zeit entsprechende Register wie Aeoline 8' oder Voix celeste wurden hinzugefügt; man verzichtete auf jegliche Zungenregister. Die Register des zweiten Manuals wurden in einen Schwellkasten gestellt "mit aufrecht dichtschließenden Jalousien versehen, die mittels Tritt vom Spieltisch leicht zu dirigieren sind", und die Windladen wurden "mit Kegelventilen nach der von uns erfundenen Konstruktion pneumatisch" erbaut, wie es im Vertrag von 1897 heißt.

Inwieweit altes Pfeifenmaterial von König im Orgelneubau Wiederverwendung fand, darüber läßt sich nur spekulieren, heißt es doch im Vertrag: "Die alten Pfeifen haben wir uns bereit erklärt, zum Preis von ca. 60,-- bis 80,-- (RM) per kg je nach Güte in Zahlung zu nehmen ".

Die Disposition dieses Instrumentes lautete:

I. Manual II. Manual Pedal

Bourdon 16'

Geigenprincipal 8' Violinbass 16'
Principal 8' Liebl. Gedeckt 8' Gedecktbass 16'
Hohlflöte 8' Salicional 8' Octavbass 8'
Viola di Gamba 8' Aeoline 8'
Dolce 8' Voix céleste 8' v. 4'

Octav 4' Flauto dolce 4'
Gedecktflöte 4' Flautino 2'
Mixtur 4fach 2 2/3'

Collectiopedal für Tutti und Coppeln,
Collectiopedal für Forte,
Collectiopedal für Piano,
Schwelltritt für II. Manual

Nebenzüge
Coppel II/I; I/P; II/P


Die Stahlhuth-Orgel

Am 14. Juli 1943 wurde die Annakirche bei einem Luftangriff durch Brandbomben, die das Gotteshaus bis auf die Umfassungsmauern einäscherten, schwer zerstört. Hierbei wurde auch die Orgel vernichtet.

Der Wiederaufbau der Kirche unter der Leitung des Architekten Balduin Leo von Schwartzenberg nach den früheren Plänen von J.J. Couven kam 1951 zum Abschluß. Die Einweihungsfeier fand am 4. November 1951 statt, dem Sonntag nach dem Reformationsfest. Nun wurden auch Pläne für eine neue Orgel gemacht. Sie nahm jedoch erst mit der Berufung von KMD Hans Hulverscheidt nach Aachen im Jahre 1956 Gestalt an. Aber auch seine Pläne hätten nicht ohne weiteres realisiert werden können, wäre dem ganzen nicht der entscheidende Anstoß gegeben worden durch eine großzügige Spende des Gemeindegliedes Theodor Ganslmayr. Dispositionsentwurf und Betreuung des Orgelbaues lagen aber in der Hand von Hans Hulverscheidt, der auch Orgelsachverständiger der Rheinischen Landeskirche war.

Mit dem Bau der Orgel wurde dann die Orgelbauanstalt Stahlhuth beauftragt, seit 1864/65 in Aachen ansässig. Das Instrument erhielt nach den Plänen von Hans Hulverscheidt 19 Register, verteilt auf zwei Manuale und Pedal. Es sollte in seiner klanglichen Gestalt die Erkenntnisse der sogenannten "Orgelbewegung" verwirklichen, der Rückbesinnung auf die Blütezeit des klassischen Orgelbaus. Heute können wir jedoch rückblickend feststellen, daß diese "Wiedererweckung" der barocken, rein mechanischen Schleifladenorgel nur aus dem damals zur Verfügung stehenden Wissen erfolgen konnte, einem Teilwissen, das ohne Berücksichtigung der Entwicklungen im Orgelbau des 18. und 19. Jahrhunderts eine "pseudo-barocke" Orgel hat entstehen lassen.

So weist die Disposition der Stahlhuth-Orgel von 1958 in den verschiedenen Werken einen äußerst steilen, lückenhaften Registeraufbau auf. Hinzu kommt die aus den Beschränkungen der Nachkriegszeit resultierende Verwendung von sehr minderwertigen Materialien (Preßspan und Sperrholz statt massivem Holz, Zink statt Edelmetall, Bowdenzüge statt massivem Regierwerk aus Holz etc.). Das Instrument mußte mehrfach Überholt werden, ohne daß an der Substanz etwas verbessert werden konnte.

Die Disposition der Stahlhuth-Orgel von 1958:

Hauptwerk (C - g3)

Brustwerk, schwellbar (C - g3)

Pedal (C - f1)
Prinzipal 8'

Holzgelockt (B ho/D c') 8'

Subbaß 16'
Spitzgedackt 8' Quintadena (ab c') 8' Offenbaß 8'
Oktave 4' Rohrflöte 4' Choralbaß 4'
Spillpfeife 2' Oktave 2' Zink 2' + 1'
Terzian 2fach Querflöte 1' Liebl. Posaune 16'
Mixtur 1 1/3' Kl. Scharf 1/2
Dulcian 16' Schalmey 8'
Tremulant

Spielhilfen
II/I; I/P; II/P

Diese Orgel diente der Kirchengemeinde drei Jahrzehnte im Gottesdienst und bei zahlreichen kirchenmusikalischen Veranstaltungen, in denen auch renommierte Organisten aus dem In- und Ausland auf dem Instrument konzertierten.

Der Weg zur Weimbs-Orgel von Wolfgang Karius

Als ich im Januar 1983 die Organistenstelle in der Annakirche antrat, die mit der Leitung des Aachener Bachvereins verbunden ist, war offenkundig, daß das vorhandene Instrument in handwerklicher, materialmäßiger und klanglicher Hinsicht nur sehr unzureichend war und früher oder später ein Neubau fällig werden würde.

Im Rahmen der "X. AACHENER BACHTAGE" wurde am 8. Dezember 1983 im Anschluß an das Konzert "Bach auf Zuruf, Improvisationen für Finger, Fuß und Zunge" mit Gerd Wachowski (Orgel) und Dirk Schortemeier (Moderation) der "Orgelbauverein Annakirche Aachen e.V." gegründet, zu dessen Vorsitzenden ich gewählt wurde.

Dieser Verein führte anfänglich ein Schattendasein, galt es doch für die Evangelische Kirchengemeinde Aachen zunächst, den schon seit längerem geplanten, aber immer wieder aufgeschobenen Orgelneubau für die Dreifaltigkeitskirche zu realisieren. Jedoch stimmte auf Empfehlung des Bereichspresbyteriums 1 (BP 1) vom 18. Juni 1986 und des Bevollmächtigten Fachausschusses für Gottesdienst und Kirchenmusik (BFA) vom 4. März 1986 und 24. Juni 1986 das Gesamtpresbyterium (GP) bereits am 15. Juli 1986 mit großer Mehrheit grundsätzlich einem Orgelneubau zu.

Bereits in dieser Phase wurden Angebote verschiedener Orgelbauer aus Deutschland und dem Ausland eingeholt, die einen Überblick über den finanziellen Rahmen verschaffen sollten. Bei diesen Überlegungen ging man von einer zweimanualigen Orgel aus, wobei als Aufstellungsort sowohl die Westempore als auch der historische Platz der Vorgänger-Orgeln an der Altarwand in Erwägung gezogen wurde.

Am 6. Oktober 1988 erstellte dann der Orgelsachverständige des Orgel-und Glockenamtes der Evangelischen Kirche im Rheinland, Herr Günther Eumann, ein Gutachten über die Stahlhuth-Orgel, in welchem er u.a. zu den folgenden Empfehlungen kam: "Punktuelle Eingriffe in die Substanz des Werkes mit dem Ziel einer Wertverbesserung, wie zum Beispiel der Austausch aller wertminderen Materialien, ließe dennoch das hagere Klangbild und die wenig differenzierte Spielbarkeit außer acht. Wollte man alle diese Schwächen im Sinne einer grundlegenden Qualitätsverbesserung ausmerzen, käme die Maßnahme einem Orgelneubau gleich.

Wir haben den Eindruck, daß die Annakirche aufgrund ihrer geschichtlichen und kulturellen Bedeutung im Stadtzentrum von Aachen eine wertvolle Orgel verdient. Sie sollte nicht an der Klais-Orgel der Dreifaltigkeitskirche gemessen und damit verglichen werden, sollte aber ein eigenständiges Instrument mit Profil und Charakter werden.

Die Stahlhuth-Orgel von 1958 hat der Gemeinde nunmehr 30 Jahre lang gedient. Eine grundlegende Sanierung dieses Instrumentes, verbunden mit einer Generalreinigung, würde eine Investition erfordern, die unserer Meinung nach besser als Basis für eine neue Orgel verwendet werden sollte. Eine Veräußerung dieser Orgel könnte den Grundstock für die Finanzierung einer neuen bilden ".

Zu diesem Zeitpunkt wurde ich durch meinen Kollegen Werner Witzen-hausen, damals Organist an St. Martinus in Aachen-Richterich, auf eine historische Orgel der Gebrüder Müller aufmerksam gemacht, die diese Orgelbauer 1843 für die alte katholische Pfarrkirche in Müntz bei Jülich erbaut hatten. Dieses Instrument befand sich 1988 bereits in einem verwahrlosten, stummen Zustand. Nach ersten, positiv verlaufenen Verhandlungen zwischen der Evangelischen Kirchengemeinde Aachen und Herrn Pfarrer Wilhelm Bergs in Müntz wurde der Ankauf dieses wertvollen Instrumentes für die Annakirche und damit die Restaurierung und Rettung vor dem Verfall von Herrn Prof. Dr. Udo Mainzer und Frau Octavia Zanger vom Landschaftsverband Rheinland - Rheinisches Amt für Denkmalpflege leider verhindert. Das damals noch fast vollständig erhaltene Instrument verrottet heute nach Ausbau in einem gemeindeeigenen Raum in Müntz.

Inzwischen hatte der Orgelbauverein mit viel Ideenreichtum und Engagement - auch mit tatkräftiger Unterstützung des Aachener Bachvereins -begonnen, für eine neue Orgel zu werben und zu sammeln. So wurden dank einer Spende von Prof. Werner Eikel zahlreiche seiner Kalligraphien "Te deum laudamus" als 'Bausteine' sowie Musikcassetten aus Konzertmitschnitten des Aachener Bachvereins verkauft. Der Orgelbauverein verschickte zahlreiche Spendenaufrufe, und das Spendenaufkommen wuchs stetig. Musiker aus dem Aachener Bachverein, dem Orchester der Annakirche, Studierende und Dozenten der Staatlichen Musikhochschule Aachen, der Städtischen Musikschule und des Gregoriushauses, Aachener Chöre und freischaffende Künstler stellten Konzertveranstaltungen in Kirchen und Sälen sowie Straßenmusiken dankenswerterweise in den Dienst dieser Sache.

Nachdem der Ankauf der historischen Müller-Orgel im Frühjahr 1989 gescheitert war, ergab es sich, daß im Herbst 1989 die Annakirche restauriert werden sollte. Im Zuge dieser Arbeiten wurde es notwendig, die Stahlhuth-Orgel auszubauen. Dank des unbürokratischen Vorgehens des damaligen Vorsitzenden des GP, Herrn Pfarrer Johannes Becker, und unter Berücksichtigung des vorliegenden landeskirchlichen Gutachtens beschloß das Gesamtpresbyterium am 13. Juni 1989, die alte Orgel nicht wieder einzubauen, sondern zu veräußern. Das Instrument wurde an die Evang. Kirchengemeinde Meckenheim bei Bonn verkauft, und der Erlös von DM 30.000,-- bildete mit den Ersparnissen des Orgelbauvereins den Grundstock für den Erwerb einer neuen Orgel.

Unter Finanzkirchmeister Dr. Hans-Joachim Klaar führte das GP 1989 der Orgelbaurücklage weitere DM 100.000,-- zu. Nach dieser 'Initialzündung' seitens der Kirchengemeinde ging es nun zügig voran. Dank des ideenreichen Einsatzes des Stellvertretenden Vorsitzenden des Orgelbauvereins, Herrn Konsul Hugo Ladenbach, des Oberbürgermeisters der Stadt Aachen, Herrn Dr. Jürgen Linden sowie Herrn Prof. Dr. Reim und einiger anderer engagierter und couragierter Gemeindeglieder stieg das Spendenaufkommen erneut beträchtlich an.

Zwischenzeitlich hatte ich wiederum zahlreiche Orgelbesichtigungsfahrten unternommen und Kontaktgespräche mit in- und ausländischen Orgelbauern geführt. Dabei 'entdeckte' ich den für unsere Region typischen rhein-maasländischen Orgelbau mit seinen noch zahlreich erhaltenen Instrumenten aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Dieser französisch beeinflußte und im Ansatz symphonisch konzipierte Orgeltyp sollte dann zum Vorbild für die neue Anna-Orgel werden.
Für die weitere Planung des Orgelbaues war es von großem Gewinn, daß der Orgelsachverständige des Bistums Aachen, KMD Viktor Scholz, für die Mitarbeit im Planungsausschuß gewonnen werden konnte. Seine vielfältigen Erfahrungen und künstlerisch interessanten Ideen führten dann zu einem Entwurf für eine bescheiden disponierte dreimanualige Orgel mit Pedal. Dieser Entwurf wurde von Herrn Scholz in der Sitzung des BFA am 7. November 1989 vorgestellt. Ein Kostenrahmen von 500.000,-- DM sollte möglichst nicht überschritten werden.

Die Orgelbauer Georg Heintz aus Schiltach/Schwarzwald und Josef Weimbs aus Hellenthal/Eifel gaben aufgrund der vorgeschlagenen Disposition Angebote ab, die aber über diese Summe erheblich hinausgingen. Nach Verhandlungen mit den Orgelbauern konnten durch gewisse Einsparungen und Einschränkungen, die jedoch die Substanz dieser Disposition nicht schmälerten, kostengünstigere Angebote gemacht werden.
Die Entscheidung für einen der beiden Orgelbauer fiel nach einer letzten orgelkundlichen Fahrt mit meinen Kollegen Johannes Poth und Werner Witzenhausen im Juni 1990 mit dem Ziel, nochmals Instrumente dieser beiden Orgelbauer zu vergleichen, wobei die Wahl dann aufgrund des überzeugenderen Klangeindruckes auf den Orgelbauer Weimbs fiel.

Der BFA empfahl am 12. Juni 1990 dem GP, den Orgelbauer Weimbs mit dem Bau des neuen Werkes für die Annakirche zu beauftragen. Das von Herrn Eumann am 20. August 1990 erstellte landeskirchliche Gutachten fiel sehr positiv aus, so daß die Evangelische Kirchengemeinde Aachen am 18. September 1990, nachdem der Finanzierungsplan durch die Bürg schalten der "Aachener Bachfreunde e.V." und des Kreissynodalvorstandes abgesichert war, einstimmig beschloß, das Instrument in Auftrag zu geben. Da inzwischen auch die Entscheidung über den Aufstellungsort des neuen Orgelwerkes gefallen war - es sollte wie die Stahlhuth-Orgel wieder auf der Empore installiert werden -, wurden im Zuge der Restaurierungsarbeiten in der Annakirche auch einige bauliche Veränderungen an dieser Empore vorgenommen, die sowohl den Platz für die Orgel als auch Aufstellungsraum für Chor und Instrumente berücksichtigten.

Mit der Orgelbauwerkstatt Josef Weimbs konnte damals ein Festpreis in Höhe von DM 584.820,-- vereinbart werden. Während der Planungsarbeiten in der Orgelbauwerkstatt wurde die ursprüngliche Disposition von 30 Registern durch Zerlegung von zusammengesetzten Registern (Sesquialtera, Tintinabulum) auf 32 erweitert. Der Kaufpreis wurde erbracht durch Kollekten (DM 10.848,--), Mittel des Orgelbauvereins Annakirche Aachen e.V. (DM 207.990,--) und der Evangelischen Kirchengemeinde Aachen (DM 365.982,--). Weitere zweckgebundene Spenden an den Orgelbauverein Annakirche Aachen e.V. in Höhe von DM 46.460,--ermöglichten dann noch den Einbau eines Pedalregisters Trompete 8', des Registers Salicional 8' und eines Tremulanten im Hauptwerk. Darüber hinaus entstanden der Evangelischen Kirchengemeinde Aachen für Umbauarbeiten der Orgel- und Chorempore (Schreiner-, Elektriker-, Putzer-, Maler- und Schlosserarbeiten) DM 78.780,--.

Am 17. und 27. Januar 1994 wurde die Orgel angeliefert, am 31. Januar begann der Aufbau in der Kirche. Auf der Empore ist seitdem ein Instrument erstanden, das zu Recht den Namen 'Königin der Instrumente' verdient.


Das Konzept der Weimbs-Orgel von Viktor Scholz

Ich sehe es als ein Zeichen unserer Zeit, wenn mich die Evangelische Kirchengemeinde Aachen als Orgelsachverständigen des Bistums Aachen zur Mitplanung der neuen Orgel für die Annakirche eingeladen hat. In verschiedenen Sitzungen mit Vertretern der Gemeinde wurde die Größe der Orgel diskutiert und schließlich die endgültige Disposition mit dem Organisten Wolfgang Karius festgelegt. Das geschah alles im Herbst 1989, kurz nach der Restaurierung der Annakirche und nach der Entfernung der Stahlhuth-Orgel, die nach dem Kriege gebaut worden war. Vor gar nicht langer Zeit, im September 1987, hatte man in der Dreifaltigkeitskirche die neue große Klais-Orgel in Dienst gestellt, die sich großer Beliebtheit erfreut und an der seitdem namhafte Orgelvirtuosen konzertieren.

Im Vorfeld der Überlegungen zum Orgelneubau in der Annakirche wurde in der Gemeinde lange über ein kleines Instrument mit kammermusikalischem Charakter nachgedacht. Dazu gab es zwei Ausgangspunkte: 1. An der Stirnwand der Kirche hatte einmal eine barocke König-Orgel gestanden. 2. Seit 1956 ist der Organist der Annakirche in Personalunion auch Leiter des Aachener Bachvereins. Dies führte zur Bildung eines kirchenmusikalischen Schwerpunktkonzeptes der Gesamtgemeinde mit Anbindung der Chor- und Orchesterarbeit an die Annakirche und Pflege der konzertanten Orgelmusik an der Dreifaltigkeitskirche.

In der kirchenmusikalischen Ausbildung werden die Kantoren aber mit beiden Qualifikationen ausgestattet. Meiner Meinung nach sollte einem exzellenten Chordirigenten auch eine hochwertige Orgel zur Verfügung gestellt werden, damit seine Begabung und sein Können auf diesem Gebiet nicht verkümmern. Von Anbeginn habe ich mich daher für eine größere Orgel auf der rückwärtigen Empore eingesetzt. Es ist bekannt, daß sich eine Orgel von der hinteren Empore im Kirchenraum besonders gut mitteilen kann und sich die Längsachse akustisch insofern günstig auswirkt, als störende Klangbrechungen weitgehend ausgeschlossen werden. Die musikalische Darbietung ist - auch in Verbindung mit dem Chor oder dem Orchester - von dieser Stelle aus besonders wirkungsvoll. Dies gilt auch für die Begleitung und Führung des Gemeindegesanges.

Wiederholt geführte Diskussionen über den musikalischen Charakter der zukünftigen Orgel führten schließlich zu dem Resultat, für die Annakirche eine 'dynamische' Orgel zu entwerfen. Ich sprach damals von einer kleinen 'symphonischen Orgel', die sich an exemplarischen Instrumenten der deutschen (Ladegast, Sauer, Walcker) oder französischen Romantik (Callinet, Merklin, Cavai116-Colt) orientieren sollte - ohne Werke der genannten Orgelbauer kopieren zu wollen.

Als die Planungsarbeiten Form annahmen, machten der Orgelbaumeister Friedbert Weimbs, Kantor Wolfgang Karius und ich noch eine orgelkundliche Fahrt nach Paris zur Kirche St.-Esprit, in der eine zweimanualige Orgel von Merklin / Cavaille-Coll steht. Wir nahmen Maße dieses Instrumentes auf und ließen die gewonnenen Erkenntnisse in die Planung mit einfließen.

Zunächst wurde eine raumbezogene Klangkonzeption entworfen und eine Disposition für eine dreimanualige Orgel mit Pedal aufgestellt. Mit wenigen Registern läßt sich eine annehmbare Vierer-Werkteilung (Hauptwerk, Positiv, Schwellwerk und Pedal) nur dann vollziehen, wenn man das Pedalwerk auf die fundamentalen Baßregister reduziert und diesem ein sogenanntes 'R6sonance-Werk' (auch Auxiliaire genannt) zur Seite stellt, aus dem Anleihen für das solistische Spiel getroffen werden können.

Die Disposition konzentriert sich auf die beiden 'großen' Manualwerke -Hauptwerk und Schwellwerk. Hier findet man alle wichtigen Register der Äquallage (8', 4', 2'), die unterschiedlichen Mixturen, Aliquot- und Zungenstimmen. Neben den Normalkoppeln fällt die Subkoppel auf, mit deren Hilfe die Tiefe des Gesamtklanges variiert werden kann.

Durch die entstehende Klangverdichtung wachsen besonders die Grundstimmen zu einem grandiosen Plenum, wie wir es von romantischen Orgeln kennen. Natürlich wurde auch an die klassische Linie der barocken Meister gedacht. Die nach der rhein-maasländischen Tradition gemischtsprachigen (deutsch / französischen) Registernamen des Hauptwerkes und des Positivs zeigen auf, daß man die Werke alter Meister werkgetreu interpretieren kann. Symphonische Instrumente begeistern durch ihren raumfüllenden Klang. Die Labialregister (Principale, Flöten - auch überblasende -, Farbstimmen u.dgl.) steigern sich zu einer großen Klangfülle. Durch die hinzutretenden Zungenstimmen wird der geschmeidig klingende Labialchor mächtig aufgebaut. In einer dynamischen Orgel vereinigen sich die verschiedenen Registerfamilien zu einer orchestralen Klangwirkung. Durch das Schwellwerk kann der Orgelklang im symphonischen Sinne effektvoll belebt werden, indem durch Öffnen und Schließen der Jalousien der Orgelklang lauter und leiser gemacht werden kann. Kontrastierend wirken die einzelnen Register im individuellen Soloeinsatz.

Von großer Bedeutung für den symphonischen Orgelklang ist die technische Einrichtung der Windversorgung. Das neue Werk aus der Hellenthaler Orgelbauwerkstatt Josef Weimbs arbeitet mit einer zentralen Balganlage. Auf den Einbau moderner Ladenbälge wurde bewußt verzichtet. Der Wind wird über einen Magazinbalg, zwei Doppelfaltenbälge und viele hölzerne Kanäle gesteuert. Mit diesem System läßt sich eine differenzierte Bewindung der Laden vornehmen. Unterschiedliche Winddrucke wirken sich qualitativ ungemein vorteilhaft auf den Orgelklang aus. Instrumente mit zentraler Windversorgung entwickeln einen monumentalen Raumklang. Die Transparenz bleibt erhalten, ja, die Einzelregister heben sich im homophonen Spiel wohltuend im Bereich der melodiebewegten Passagen von den begleitenden Harmonien ab. Davon profitieren besonders die tonmalerischen Register der Flötenfamilie (Bourdons oder überblasende Flöten) und der Streicher (Gambe, Salicional, Voix celeste).

Der 'atmende' Wind verhindert, daß die immensen Klangkräfte mit explosiver Stärke entladen werden. Die Bälge mit ihrem großen Windreservoir sorgen dafür, daß der Zuhörer auch ein kolossales 'Tutti' immer noch als 'angeblasen' und nicht gepumpt oder vom Elektromotor (Ventus) gedrückt empfindet.

Bei der neuen Anna-Orgel konnte man auf den Ballast der 'romantischen Orchesterorgel' des 19. Jh. verzichten. Dank der auf hohem Niveau arbeitenden Werkstatt Josef Weimbs wurde eine konsequent klassisch orientierte Orgelanlage gebaut.

Im vorderen Untergehäuse findet man eine zentrale Spielanlage mit den 'einarmigen' Klaviaturen. Die Spieltrakturen wurden als sogenannte 'Hängetrakturen' konzipiert. Von dieser Spielanlage aus - also dem 'Regiepult' des Organisten - ist es möglich, auf den kürzesten Verbindungswegen direkt und mit präziser Sensibilität die Spielventile unter den Pfeifen zu bedienen. Alle Trakturen - auch die Registratur - werden mechanisch gesteuert.

Ein Gehäuse aus massivem Eichenholz schützt nicht nur das Instrument, sondern bindet die Tonwellen und gibt ihnen Resonanz und Wärme. Durch seine mannigfaltige Gliederung unterstreicht es den Werkcharakter der Orgel, indem es die einzelnen Klangkörper umfaßt und jedem einen geschlossenen Eigenklang verleiht. Der Prospekt (d.h. die Frontansicht) wurde dem vom Aachener Schreinermeister Wassenberg 1802/1803 für die König-Orgel entworfenen in den Grundzügen nachempfunden.

Die Orgel gehört auch heute noch, wie Geschichte und Gegenwart bezeugen, zu den wandlungsfähigsten und wandlungsfreudigsten Instrumenten. Hans Gerd Klais, der Erbauer der Orgel in der Dreifaltigkeitskirche, hat einmal treffend gesagt: Diese Wandlungsfähigkeit "verschafft dem Orgelbauer viel Freiheit - und Freiheit vollzieht sich nur in Verantwortung. Es gilt, die Orgel zu einem stets aktuellen Instrument zu machen, das die jeweils zeitgenössischen Musiker, Spieler wie Komponisten, zu inspirieren vermag.

Ich freue mich mit der Gemeinde der Annakirche, daß hier diese schöne Orgel gebaut werden konnte. Möge sie als 'ancilla Domini', als Magd oder Königin im Hause des Herrn, dienen und Herz, Sinn und Verstand erfreuen.

Die Disposition der Weimbs-Orgel lautet:

Hauptwerk
C g3 (I. Manual)

Schwellwerk
C - g3 (III. Manual)

Solowerk
C - g3
(II. Manual)

Pedalwerk
C - f'

Bourdon 16'

Bourdon 8'

Bourdon 8'

Soubasse 16'

Principal 8' Flute travers 8' Flute 4' Flute 8'
Hollflaut 8' Viole de gambe 8' Doublette 2' Bombarde 16'
Salicional 8' ab c0 Voix céleste 8' Larigot 1 1/3' Trompette 8'
Octav 4' Principal 4' Cornet V ab c1
Flaut 4' Flute octaviante 4' Cromorne 8'
Quint 3' Nazard harmonique 2 2/3' Tremulant
Superoctav 2' Flageolet 2'
Terz 1 3/5' Tierce harmonique 1 3/5'
Mixtur IV 1 1/3' Fourniture V 2'
Trompette 8' Hautbois 8'
Vox humana 8' Trompette harmonique 8'
Tremulant Tremulant

Koppeln: III/I / III/II / II/I und III/I als octave grave
I/P / II/P / III/P

Mechanische Spiel- und Registertraktur
Winddruck: Pedal 85 mm WS; Manualwerke 66 mm WS

Disposition: KMD Viktor Scholz, KMD Wolfgang Karius
Entwurf, Konstruktion, Mensuration: Valentin Micken
Pfeifenherstellung: Karl-Heinz Esch, Ruppichteroth
Fa. Laukhuff, Weikersheim
Intonation: Orgelbaumeister Friedbert Weimbs, Bernd Heinen


An der Orgel der Annakirche (III+P/34, erbaut 1992 von Werkstatt Weimbs, Renovierung und Nachrüstung einer Setzeranlage 2016) finden Konzertreihen statt (derzeit zuständig: Kantor Klaus-C. van den Kerkhoff).

Es scheint, als ob Bach berufen wäre, durch seine Werke nicht nur als Erzieher der Organisten, sondern als Reformator des Orgelbaues in unserer Zeit aufzutreten, um uns aus dem Erfindertaumel aufzuwecken und uns von der komplizierten zur einfachen, von der tonstarken zur tonreichen und tonschönen Orgel zurückzuführen.
Albert Schweitzer (1908)


Die Annakirche zu Aachen

Die Geschichte der Gemeinde

Die Annakirche ist die älteste evangelische Kirche in Aachen. Sie wurde 1532 als Klosterkirche des von Sybille von Brandenburg gegründeten Benediktinerinnen-Klosters gebaut. 1748 wurde sie durch Joseph Couven erneuert und erweitert. “Evangelisch” wurde sie erst 1803, als Napoleon I. sie den Evangelischen lutherischen und reformierten Bekenntnisses zum gottesdienstlichen Gebrauch übergab. Nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wurde sie 1950/51 wieder aufgebaut.

Die Lage der Annakirche - fast unauffällig eingegliedert in eine Häuserzeile im Zentrum der Stadt - ist symptomatisch für die Situation einer Citygemeinde. Die Menschen in einer Großstadt orientieren sich nur in besonderen Fällen an “ihrem” Pfarrbezirk. So nehmen viele besonders bei Taufen und Trauungen die Annnakirche gerne in Anspruch, auch wenn sie nicht im Gemeindebereich wohnen.

Die Gemeindearbeit hat seit Oktober 1997 ihren Ort im Gemeindehaus Annastraße 35. Dort befindet sich im Erdgeschoss das Büro der Evangelischen Initiative "Engagiert älter werden" (vormals “Öcher Börse”).  Die Angebote sprechen nicht nur ältere Menschen an und gelten für das gesamte Stadtgebiet.

An der Annakirche ist der Aachener Bachverein beheimatet, der als Oratorienchor der Gesamtgemeinde vom Kirchenmusiker der Annakirche (derzeit: Kantor Georg Hage) geleitet wird.


Ansprechpartner

Annakirche
Annastraße 35
52062 Aachen

Pfarrbüro:
Haus der Evangelischen Kirche
Frère-Roger-Straße 8-10
52062 Aachen

Tel.: 0241/453-161
email: aachen-mitte(at)ekir.de


aus:
Festschrift zur Einweihung der Weimbs-Orgel Annakirche Aachen,
Herausgeber: Evagelische Kirchengemeinde Aachen, Orgelbauverein Annakirche Aachen e.V.



Quellenangaben und Bildnachweise finden sie in der Festschrift

Mit freundlicher Genehmigung der Kirchengemeinde (Wolfgang Karius)
A-17

weiterführende Links

Webseite Annakirche Aachen
Webseite Orgelkonzerte in Aachen

Webseite Aachener Bachverein
Webseite Evangelisch in Aachen




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