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Die Orgel in der ev.-luth. Kirche Crostau

Geschichte der Orgel
Disposition


Geschichte der Orgel

Über die Entstehungsgeschichte der Crostauer Orgel ist nicht allzuviel bekannt; ein Orgelbau-Kontrakt ist noch nicht wieder aufgefunden worden. Werner Müller ("Gottfried Silbermann - Persönlichkeit und Werk" DVfM Leipzig 1982) vermutet, daß das Crostauer Werk anstelle eines nicht verwirklichten Orgelprojekts für die Kirche zu Stolpen gebaut worden ist.

Die Crostauer Chronik ("Topographie von Krostau, zusammengetragen von Karl Gottlieb Wendler, Schullehrer daselbst. 1796", im Pfarramt Crostau) berichtet über den damaligen Collator des Schlosses zu Crostau:
"... Herr Christian Heinrich, des heilg. Röm. Reiches Graf von Watzdorf, Sr. Königl. Majest. in Pohlen und Churfürstl. Durchl. Zu Sachßen wohlbestallter Kammerherr; Hof- und Justitienrath; Domprobst des Stifts St. Petri zu Budißin; auch Domherr der beyden freien Stifter, Meißen und Naumburg ... lies ao: 1732 in der hiesigen Kirche auf seine eigene Kosten ein schönes neues Orgelwerk von den berühmten Orgelbauer Silbermann, aus Freiberg, erbauen, welches ohne die Kost 1700 Rthler. Gekostet hat."/

Die Crostauer Chronik bemerkt allerdings zu diesem ungewöhnlich hohen Preis: "Wieviel solches gekostet, ist ein Gerücht, doch aber sehr glaublich; denn jetzo würde sie gewiß weit höher kommen."

Silbermann stellte die Orgel in der ehemaligen Crostauer Kirche auf, deren älteste Bausubstanz bis in die Reformationszeit zurück reichte. Dieses bereits lange Zeit baufällige Kirchengebäude wurde aber 1868 abgebrochen und im folgenden Jahr 1869 durch einen Kirchenneubau ersetzt.
Es waren gewiß glückliche Umstände, daß die Silbermann-Orgel den Kirchenbau überstand: 1868 wurde die Orgel abgebaut und zwei Jahre lang auf dem Malzboden der sich in den Wirtschafts- gebäuden des Schlosses Crostau befindlichen Brauerei gelagert. Ein im Gespräch stehender Orgel-Neubau für die neue Kirche kam indes aus finanziellen Gründen nicht zustande, und so stellte der sächsische Orgelbauer Carl Eduard Schubert (1830-1900) im Mai 1870 die Orgel in der neuen Kirche wieder auf. Schubert hatte bereits in den Jahren 1860/61 eine stilvolle Orgelrestaurierung in Crostau ausgeführt.

Auszüge aus zwei Kostenanschlägen und aus Briefen Schuberts geben nicht nur Auskunft über den vorgefundenen Zustand der Orgel, sondern auch über seinen Idealismus im Beruf als Orgelbauer und seinen Respekt vor dem Silbermannschen Werk.
"Sollte ich die Ehre haben, Ihre Orgel reparieren zu dürfen, verspreche ich alles zu thun, was dieselbe in das ursprüngliche Verhältnis wieder zu bringen kann, in welcher sie unser unsterblich großer Meister verließ, dann... werden Sie erst einsehen, was Silbermann war..."


Disposition
Silbermann, 1732 (II/20)

Hauptwerk C - d3 Hinterwerk C - d3 Pedal C-c1
Principal 8' Gedacktes 8' Sub-Bass 16'
Quintadina 8' Rohr Flöte 4' Octaven Bass 8'
Rohr Flöte 8' Nasat 3' Posaunen Bass 16'
Octava 4' Octava 2'
Spitz Flöte 4' Tertia aus 2'
Quinta 3' Quinta 1 1/2'
Octava 2' Sifflet 1'
Cornet 3fach (ab c1) Cymbeln 2fach
Mixtur 4fach

Tremulant
Schwebung (moderner Auslaßtremulant)
Manualschiebekoppel
Coppel (zusätzlicher Zug zur Betätigung der Manualkoppel)
»Calcanten Glöcklein« (Zug betätigt die mechanische Pedalkoppel)

Stimmtonhöhe: Chorton, gegenwärtig 437,8 Hz/a1
Stimmungsart: gleichmäßig temperierte Stimmung mit leichter Tendenz zu Neidhart 1723

Mit freundlicher Genehmigung der Gottfried Silbermann Gesellschaft e.V.
Mit freundlicher Genehmigung der Kirchengemeinde
weiterführende Links

Webseite Gottfried Silbermann Gesellschaft e.V.
Webseite Silbermann-Orgel Crostau



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