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Eröffnung der Orgelsaison 2017/18 im Gewandhaus Leipzig
"Das historische Konzert" am 09.09.2017 um 20 Uhr

Programm zur Einweihung der Schuke-Orgel im neuen Gewandhaus am 17. Oktober 1981
Michael Schönheit, Orgel

Johann Sebastian Bach - Präludium und Fuge (Toccata) d-Moll BWV 565
Felix Mendelssohn Bartholdy - Sonate für Orgel B-Dur op. 65/4 MWV W 59
Johann Sebastian Bach - Partita sopra »Sei gegrüßet, Jesu gütig« BWV 768
Johann Sebastian Bach - Präludium und Fuge e-Moll BWV 548
Franz Liszt - Fantasie und Fuge über den Choral »Ad nos, ad salutarem undam«

Konzerteinführung um 19.15 Uhr am Schumann-Eck
Freiverkauf - 12 EUR | Ermäßigung für Berechtigte

Im Mittelpunkt des historischen Konzerts zur Eröffnung der Orgelsaison 2017/18 stehen Werke von Johann Sebastian Bach, Felix Mendelssohn Bartholdy und Franz Liszt, unter denen die Schuke-Orgel am 17. Oktober 1981 feierlich eingeweiht wurde. Drei bedeutende Organisten luden an diesem Abend in den großen Saal des Gewandhauses ein: Der damalige Gewandhausorganist Matthias Eisenberg spielte Eröffnung und Beschluss, die beiden Hochschulprofessoren Hannes Kästner und Wolfgang Schetelich, die zuvor bereits als Gutachter an der Konzeption und Abnahme des neuen Instruments Anteil genommen hatten, interpretierten Bachs Partita über »Sei gegrüßet, Jesu gütig« BWV 768 sowie Präludium und Fuge in e-Moll. Die besonderen Klangeigenschaften der neuen Orgel wurden durch starken Beifall und zahlreiche hervorragende Rezensionen bestätigt. So betonte ein Rezensent der Leipziger Volkszeitung wenige Tage später, dass „das neue Gewandhaus mit dieser Schuke-Orgel ein internationales Zentrum des konzertanten Orgelspiels werden wird.“ Das Festkonzert zur Orgelweihe eröffnete zugleich die ungeheuer erfolgreiche, frequentierte Reihe der Orgelstunden. Die nahezu 40 sonnabendlichen Orgelstunden, die Sonderkonzerte zur Frühjahrs- und Herbstmesse, Weihnachten und etlichen weiteren Anlässen mit teils prominenten Gästen erfreuten sich einer gewaltigen Nachfrage.
Die Auswahl der Werke für das geschichtsträchtige Ereignis der Orgelweihe am 17. Oktober 1981 gibt Gelegenheit, einen Blick in die reiche Orgelmusiktradition Leipzigs zurückzuwerfen: Johann Sebastian Bach, der von 1723 bis 1750 als Thomaskantor in Leipzig wirkte, schuf etliche seiner großen Werke hier oder stellte sie überarbeitend zu enzyklopädischen Sammlungen zusammen. Eines seiner berühmtesten Orgelwerke, die »d-Moll Toccata« BWV 565 entstand zwar nicht in seiner Leipziger Zeit, weist jedoch auf einen anderen Komponisten hin, der in der Leipziger Aufführungsgeschichte dieses Werks eine wichtige Rolle spielte: Felix Mendelssohn Bartholdy hatte die »d-Moll Toccata« unter anderem bei seinem ersten Benefizkonzert in der Thomaskirche am 6. August 1840 zugunsten des Bach-Denkmals zur Aufführung gebracht. Der orgelspielende Gewandhauskapellmeister und bahnbrechende Bach-Interpret besaß einige Werke Bachs, darunter die Partita über »Sei gegrüßet, Jesu gütig« BWV 768 selbst im Autograph oder in frühen Handschriften.
Vor diesem Hintergrund durfte Mendelssohn auf dem Festprogramm des Abends natürlich nicht fehlen und war an diesem Abend mit der vierten seiner sechs Orgelsonaten, der »Sonate für Orgel in B-Dur op. 65/4« MWV W 59, vertreten.
Obwohl sich Franz Liszt im Gegensatz zu Bach und Mendelssohn als Spieler auf der Orgel weniger heimisch fühlte, schenkte er dem Instrument dennoch eine Reihe von gewichtigen Kompositionen. Seine Fantasie und Fuge über den Choral »Ad nos, ad salutarem undam« markiert als gewaltiges, virtuoses Werk einen Meilenstein auf dem Weg der Orgel zum Konzertinstrument und scheint deswegen geradezu wie geschaffen für die Schuke-Orgel des Gewandhauses.

Mit Blick zurück auf diesen historischen Abend zeigt Gewandhausorganist Michael Schönheit seinem Publikum am 9. September die Vielseitigkeit seines Instruments auf und eröffnet damit die Orgelsaison 2017/18, in der darüber hinaus noch zahlreiche weitere Veranstaltungen auf dem Programm stehen:

Ende Oktober präsentiert Gewandhausorganist Michael Schönheit ein aufwendiges Orgelfestival „Reformation – Revolution“ mit neun Konzerten (27. Oktober bis 3. November). Neben Gastorganisten wie Kalevi Kiviniemi, Edgar Krapp oder Matthias Eisenberg sind das Collegium Vocale Leipzig, der Thomanerchor, der Kammerchor der Schlosskapelle Saalfeld sowie die drei Gewandhauschöre zu hören, die Merseburger Hofmusik und das Blechbläser Collegium Leipzig.
Die Orgel- /Chornacht am 28. Oktober bildet den Höhepunkt des Orgelfestivals. Den drei christlichen Konfessionen wird an diesem Abend musikalisch nachgespürt.
Ein weiteres Highlight der kommenden Orgelsaison bildet das Orgelfamilienkonzert am 13. Januar 2018. Neben Johann Strauß´(Sohn) Ouvertüre zur Operette „Die Fledermaus“ in einer Bearbeitung von Michael Schönheit und Denny Wilke werden die beiden Organisten zudem in Camille Saint-Saëns Der Karneval der Tiere zu erleben sein.

Das Gewandhaus schafft sich im Jahr 2018 mit finanzieller Unterstützung seines Freundeskreises zudem eine neue mobile „Kleine Saalorgel“ an. Damit kann vor allem das barocke und frühklassische Repertoire besser gepflegt werden, als es jetzt möglich ist. Durch ihre einzigartige Konstruktion können mit ihr Konzerte in verschiedenen Sälen des Gewandhauses gestaltet werden. Die Kleine Saalorgel aus der Dresdner Werkstatt Christian Wegscheider wird aus zwei Teilen bestehen: der Hauptorgel und der Truhenorgel. Diese können sowohl einzeln als auch miteinander verbunden eingesetzt werden, sodass ein zweimanualiges Instrument mit 13 Register und 654 Pfeifen entsteht. Der erste Bauteil, die Truhenorgel, wird nun in einem Konzert am 14. Januar 2018 dem Gewandhaus übergeben und erstmals in der
Öffentlichkeit erklingen.

Zu Pfingsten findet außerdem ein weiteres Orgelfestival unter dem Motto „Frankreich“ statt. In insgesamt sechs Konzerten werden vom 19. bis 21. Mai vorrangig Stücke französischer Komponisten wie Francis Poulenc, Olivier Messiaen, Camille Saint-Saëns und Maurice Duruflé zu hören sein. Während dieses Festivals treten neben Michael Schönheit zudem der französische Organist Michel Bouvard und sowie die französische Organistin Yasuko Bouvard im Großen Saal des Gewandhauses auf (20. Mai, 20 Uhr).


Pressemeldung Gewandhaus Leipzig
weiterführende Links:

Die Orgeln im Gewandhaus Leipzig



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