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Hickmann, Ellen

Ellen Hickmann wurde am 28.07.1934 als Tochter von Amtsrichter Karl Hiss und Berta Hiss in Flensburg geboren. Sie besuchte das Gymnasium in Kappeln/Schlei bis zum Abitur, wo sich schon früh ihre musikalische Begabung und ihr Gestaltungswille zeigte: so dirigierte sie zB das Schulorchester für eine Schüler-Aufführung („Der Igel als Bräutigam“) und spielte an der dortigen Orgel.

Sie studierte Schulmusik (1. u. 2. Staatsexamen) an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Hamburg sowie Musikwissenschaft, Musikethnologie, Völkerkunde und Vor- und Frühgeschichte in Wien und Hamburg. Dort heiratete sie den Musikwissenschaftler und Ägyptologen Hans Hickmann (geb. 19. Mai 1908 in Roßlau bei Dessau) und gründete mit ihm eine Familie (Kei Hickmann, geb. 12.1.1960 und Astrid Katharina, geb. 10.7.1967). Nach dem plötzlichen Tod ihres Mannes am 4.9.1968 in Blandford/Dorset baute Ellen Hickmann ihre eigene Berufstätigkeit auf. Sie promovierte 1969 (Historische Musikwissenschaft, Prof. Dr. G. v. Dadelsen) und arbeitete z. B. in Hamburg an der Entwicklung der entstehenden Museumspädagogik (Museum für Völkerkunde), engagierte sich politisch für das Musikleben in Hamburg und trat nach vorheriger freier Mitarbeit ins Lektorat der Deutschen Grammophon-Gesellschaft ein, für die sie auch etliche Plattentexte verfasste, danach als Produzentin und Aufnahmeleiterin in die Produktionsabteilung (Aufnahmen z.B, mit Karl Böhm, Carlos Kleiber, den Berliner und Wiener Philharmonikern, Dietrich Fischer-Dieskau, Christoph Eschenbach, u.v.a.).

1974 wechselte sie in den Schuldienst und nahm einen Lehrauftrag für Musikethnologie an der Hanburger Universität an (1974 - 1976).
1976 wurde sie zur Professorin für Musikwissenschaft an der Hochschule für Musik und Theater Hannover berufen. Ellen Hickmann war Mitglied zahlreicher wissenschaftlicher Gesellschaften, hielt Vorträge in deutscher, englischer, französischer und spanischer Sprache im In- und Ausland. Sie war Leiterin der Fachgruppe Instrumentenkunde (1981 - 1987 und 1996 - 2000). Ihr wissenschaftliches Arbeitsgebiet war die Musikarchäologie, die sie methodisch aus der Verbindung von Musikhistorie und Musikethnologie entwickelte. Zusammen mit Cajsa S. Lund gründete und führte Ellen Hickmann die Study Group on Music Archaeology, zunächst im Rahmen des ICTM, ab 1996 unabhängig vom ICTM in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Archäologischen Institut Berlin, Orient-Abteilung (Prof. Dr. Ricardo Eichmann) als lnternational Study Group on Music Archaeology (Internationale Studiengruppe Musikarchäologie), in der auch die Berichte der im Zweijahresrhythmus im Kloster Michaelstein von Ellen Hickmann organisierten internationalen Symposien erschienen, zuletzt 2010.

Ihre zweite Ehe mit Leonhard Milton Zinn (geb. 11.11.1932, gest. 26.3.2009) währte von 1996 bis zur Scheidung 2004.

Feldforschung unter besonderer Berücksichtigung der ethnologischen Analogiebildung auf der Basis bislang weitgehend unentdeckter musikarchäologischer Materialien in Museen betrieb Ellen Hickmann in Süd-, Zentral- und Mittelamerika (vor allem Ecuador, Costa Rica, Mexiko) im Rahmen des DFG-geförderten Langzeitprojekts „Musikarchäologie Lateinamerikas“ (bis 1997). Seit 1991 widmete sie sich intensiv auch der Musikarchäologie Europas, wiederum auf der Grundlage der Durchsicht von einschlägigen Museumsbeständen (gefördert von der VoIkswagenstiftung, im Anschluss daran von der DFG).

Ihre letzte Monographie „Klänge Altamerikas“ erschien 2007. Drei Jahre später heiratete sie mit 76 Jahren den Goldschmiedemeister und Professor Erhard Wilhelm Paul Brepohl (geb. 23.2.1930 in Arnstadt).
Ellen Hickmann starb am 18.2.2017 in einem Pflegeheim in Kühlungsborn und wurde in Bad Doberan beigesetzt.

mit freundlicher Genehmigung der Familie von Ellen Hickmann
OI-KM-H-10



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